Master of Science in Public Health

Neuer Studiengang in Public Health für Berlin

Berlin, 29.09.2015 Die Berlin School of Public Health (BSPH) richtet einen neuen Studiengang ein: den zweijährigen Master of Science in Public Health. Ziel ist es, dem gestiegenen Bedarf an akademisch qualifiziertem Personal für die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung zu begegnen. Dazu gehören beispielsweise Führungskräfte im Gesundheitswesen, in der Planung von Prävention und Gesundheitsförderung und bei der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems. Die Mitglieder der BSPH haben jetzt das Konzept für die Struktur und die Ausrichtung des neuen Studiengangs verabschiedet.

„Public Health ist ein Bereich von zunehmender gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, weshalb auch der Einrichtung und Weiterentwicklung von Studien- und Ausbildungsangeboten auf diesem Gebiet eine besondere Relevanz zukommt“, sagt Prof. Dr. Reinhard Busse, Sprecher des BSPH-Direktoriums. „Das Besondere an dem neuen Studiengang ist, dass er als konsekutiver, hochschulübergreifender Master von allen drei Einrichtungen angeboten wird. Nun müssen wir mit der Senatsverwaltung noch die Finanzierung endgültig klären, dann können wir zum Wintersemester 2016/17 loslegen“, fügt Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan der Charité und Vorsitzender der Mitgliederversammlung der BSPH, hinzu.

Public Health erarbeitet Lösungsansätze für die Verbesserung der gesamtgesellschaftlichen Gesundheit. Demographische Veränderungen mit einer älter werdenden Bevölkerung, sichtbare und zum Teil zunehmende soziale Ungleichheit in der Gesundheit und Versorgung sowie technologische Innovationen erfordern interdisziplinäre Herangehensweisen.

Die Berlin School of Public Health ist im Frühjahr diesen Jahres in Trägerschaft von Charité – Universitätsmedizin Berlin, Technischer Universität Berlin und der Alice Salomon Hochschule neu konstituiert worden. Ziel ist es, gemeinsam ein national und international führendes Public Health-Zentrum zu etablieren. Neben den drei Kooperationspartnern sind die Humboldt-Universität zu Berlin und die Freie Universität Berlin an den Planungen mit beteiligt.

Digitaler Hochschulzugang für Flüchtlinge

Digitaler Hochschulzugang für Flüchtlinge: iversity unterstützt Kiron University

University for refugeesBerlin, 28.9.2015 – iversity und Kiron University schließen eine offizielle Partnerschaft, um durch eine koordinierte Zusammenarbeit interessierten Flüchtlingen kurzfristig und unbürokratisch den Hochschulzugang zu ermöglichen. Die Möglichkeit, ein Hochschulstudium zu absolvieren, wird von beiden als Schlüssel zur Integration angesehen.

Flüchtlinge können oftmals ihr bereits angefangenes Studium nicht fortsetzen, da die notwendigen Dokumente auf der Flucht verloren gegangen sind, sie noch nicht als Flüchtlinge anerkannt wurden oder es keine ausreichend freien Kapazitäten an den Hochschulen gibt. Aufgrund dieser Hürden bleibt das Bildungspotenzial von rund 100.000 Menschen allein in Deutschland ungenutzt.

Kiron University wird es Flüchtlingen ermöglichen, die ersten zwei Jahre ihres Studiums online zu absolvieren und anschließend das Studium an einer Partneruniversität wie beispielsweise der RWTH Aachen oder der Hochschule Heilbronn fortzusetzen, so dass ein akkreditierter Abschluss erworben werden kann.

Dies wird möglich durch die nun geschlossene Partnerschaft mit dem Berliner Startup iversity, das seit 2013 Online-Kurse renommierter Universitäten aus ganz Europa – z.B. auch der RWTH Aachen – im Netz anbietet. So ist in den letzten Jahren auf iversity ein Kurs-Pool entstanden, der jetzt genutzt werden kann, um dezentral einen kostengünstigen Hochschulzugang zu ermöglichen. “Wir freuen uns, dass die von uns aufgebaute digitale Infrastruktur einen Beitrag leisten kann, jetzt schnell und unbürokratisch Hilfe anzubieten”, erläutert Hannes Klöpper, Geschäftsführer von iversity, die Gründe der Zusammenarbeit.

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Über iversity
iversity.org ist eine Online-Lernplattform, auf der europäische Hochschulen und Lehrende Online-Kurse auf akademischem Niveau an. Zurzeit können Lernende auf iversity.org zwischen Dutzenden Online-Kursen aus einem breiten Themenspektrum wählen. Mit fast einer Million Kurseinschreibungen zählt iversity zu den wichtigsten Anbietern von Online-Kursen in Europa.
Weitere Informationen unter: https://www.iversity.org

Über Kiron University
Die gemeinnützige Kiron University wurde von Markus Kreßler und Vincent Zimmer in Berlin gegründet und wird aktuell durch das Social Impact Lab gefördert. Kiron hat die Mission, Flüchtlingen den Zugang zu Hochschulbildung zu ermöglichen. Hierdurch soll den Flüchtlingen eine neue Perspektive ermöglicht sowie die Integration ins Gastland gefördert werden. Die Studiengänge sind gebührenfrei, auf Weltklasseniveau und können noch vor Abschluss des Asylverfahrens begonnen werden. Aktuell läuft hierzu noch die bislang größte soziale Crowdfundingkampagne in Deutschland, um Stipendien für die Flüchtlinge zu finanzieren. Noch bis zum 5. November kann hier gespendet werden.
Weitere Informationen unter: Kiron University

Erst Asyl, dann ein Job

Flüchtlinge auf Jobsuche

oder

Wie können Flüchtlinge und Unternehmen miteinander in Kontakt treten?

 Gedanken, Anregungen und erste Initiativen

 Während sich viele Initiativen gebildet haben und sich zahlreiche freiwillige Helfer um die materielle Versorgung der Flüchtlinge kümmern, möchten wir mit dieser „Initiative“ den nächsten Schritt machen.

Indem wir die sozialen Netzwerke nutzen, bringen wir deutsche Unternehmen und Flüchtlinge, die unsere zukünftigen Arbeitskräfte darstellen, in Kontakt miteinander.

Voraussetzung dafür bilden die vorhandenen Smartphones auf Seiten der Flüchtlinge und die Ankündigung der Bundesregierung auf kostenlosen Telekom-Zugang.

Über Facebook werden die in Deutschland gestrandeten Flüchtlinge informiert, sich in das berufliche Netzwerk bei XING einzutragen. Eine entsprechende Gruppe ist eingerichtet.

Denn nur wenn Unternehmen wissen, über welche Qualifikationen diese Menschen verfügen, können gezielte Kontakte vermittelt werden.

Dies ist eine unbürokratische Entlastung der Arbeitsagenturen, die erst dann aktiv werden müssen, wenn es um die erforderlichen Formalitäten geht.

Wenn Sie diese Initiative unterstützen wollen, treten Sie der Gruppe bei !

Verantwortlich: Ria & Hans J Hinken

 

Aikikendo in Basel – ein neuer Kurs beginnt

Aikikendo bezeichnet die Verbindung zwischen Aikido, der japanischen Selbstverteidigungskunst und Kendo, dem sportlichen Schwertkampf – hier allerdings ohne Körperkontakt und „Rüstung“.

Nur die Schwerter aus Holz begegnen einander im geschützten Raum.

Die Schwertführenden stehen sich als Partner gegenüber und erproben Elemente der Selbststeuerung wie Zielgerichtetheit, gelassene Konzentration, Intuition, klare Kommunikation und den Unterschied zwischen innerer und äußerer Kraftanwendung.

Mit dem Ansatz des Modelllernens werden Fähigkeiten ausgebildet, die Herausforderungen eines komplexen, stressbehafteten Lebens couragiert und erfolgreich anzunehmen.

Eine Einführung in die Ki-Atmung und Übungen der Balance und Achtsamkeit sind ebenso Bestandteile des Kurses wie Reflexionen über deren Anwendung im beruflichen Kontext.

Ai K iKen Do im Sport
Aikikendo im Sport

Auf Wunsch können separat Einzelcoachings vereinbart werden.

Leitung: Hans-Josef Hinken, Coach & Trainer, www.hans-hinken.de

Ort: Kleiner Saal im Borromäum, CH- 4051 Basel, Byfangweg 6, Nähe SBB

Zeiten: Donnerstags, 10.09., 24.09., 08.10., 22.10., 05.11.,19.11.,03.12., 17.12. 2015

Kosten: CHF/ € 60,- pro Abend, CHF/ € 400,- pro Halbjahr

Anmeldung: Hans-Josef Hinken, D-79104 Freiburg, Wintererstr. 7

E-mail: mail@hans-hinken.de

Ein Wochenende in Basel oder Aarau am 19. – 20.09. 15, 10-17h ist geplant.

Kosten: CHF / € 370,-

Die Ängste der Deutschen 2015

Eine Studie des Infocenters der R+V Versicherung

Infocenter der R+V Versicherung, Die Ängste der Deutschen 2015, Die sieben größten Ängste, Kosten für Steuerzahler durch EU-Krise, Steigende Lebenshaltungskosten, Naturkatastrophen, Pflegefall im Alter, Überforderung von Behörden, Gefährdung des Euro durch Schuldenkrise, Politischer Extremismus
Infocenter der R+V Versicherung, Die Ängste der Deutschen 2015, Die sieben größten Ängste, Kosten für Steuerzahler durch EU-Krise, Steigende Lebenshaltungskosten, Naturkatastrophen, Pflegefall im Alter, Überforderung von Behörden, Gefährdung des Euro durch Schuldenkrise, Politischer Extremismus

Aktuelle Bedrohungen und Herausforderungen, die von außen auf Deutschland zukommen, bereiten den Bürgern sehr große Sorgen, so das Fazit der R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen 2015“. Welche Themen dieses Jahr im Fokus stehen, erläutert Rita Jakli, Leiterin des Infocenters der R+V Versicherung: „Spitzenreiter ist die Befürchtung, dass die Euro-Schuldenkrise teuer für die deutschen Steuerzahler wird. Und: Jeder zweite Bundesbürger hat Angst vor Konflikten durch Zuwanderung und politischem Extremismus.“ Den stärksten Anstieg verzeichnet die repräsentative Studie im Jahr 2015 bei der Furcht vor Terror und einem Krieg mit deutscher Beteiligung. Auch die immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen beunruhigen die Bürger – dieses Thema steht bei den langjährig abgefragten Sorgen erstmals ganz vorn. Bei großen wirtschaftspolitischen Fragen sind die Deutschen jedoch erstaunlich entspannt. Die Ängste vor einer Wirtschaftsflaute oder vor Arbeitslosigkeit – vor 10 Jahren noch Top-Themen der Deutschen – sind heute geringer als je zuvor im Verlauf der Studie. Erstaunlich: Die seit über zwei Jahrzehnten konstant große Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten ist um 10 Prozentpunkte abgesackt – mehr als jede andere Sorge in diesem Jahr.

Seit 1992 befragt das R+V-Infocenter in einer repräsentativen Studie jedes Jahr im Sommer rund 2.400 Bürger nach ihren größten wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Ängsten. Die bundesweit einzige Langzeitstudie zu den Sorgen der deutschen Bevölkerung gilt inzwischen als Seismograph für die Befindlichkeiten der Bürger.

Die Ängste der Deutschen 2015: Hauptthemen

  • Die Angst ums Geld: Euro-Schuldenkrise bleibt größte Sorge
  • Deutsche fürchten um ihre Sicherheit – größere Furcht vor Terror und Krieg
  • Große Angst vor Konflikten durch Zuwanderung
  • Rekordtief bei Ängsten vor schlechter Wirtschaftslage und Arbeitslosigkeit
  • Im Osten dominiert die Angst ums Geld und vor politischen Spannungen

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Infocenter der R+V Versicherung, EU-Schuldenkrise macht den Deutschen Angst, Die Ängste der Deutschen 2015, Gesamt, Ost, West, Männer, Frauen, Schuldenkrise, teuer, Steuerzahler, Euro, gefährdet, Furcht, Gefahr
Infocenter der R+V Versicherung, EU-Schuldenkrise macht den Deutschen Angst, Die Ängste der Deutschen 2015, Gesamt, Ost, West, Männer, Frauen, Schuldenkrise, teuer, Steuerzahler, Euro, gefährdet, Furcht, Gefahr

New York Times knackt die Millionen-Marke im Netz

Manchmal muss ein Unternehmen einfach nur mutig sein

Als die New York Times im März 2011 ankündigte, digitale Inhalte künftig hinter einer Bezahlschranke zu verstecken, ging ein Raunen durch die Medienlandschaft. Würden die Leser wirklich bereit sein Geld für digitalen Content zu zahlen? Und vor allem: Wenn die New York Times das kann, können wir das auch?

Viereinhalb Jahre später lässt sich zumindest die erste Frage eindeutig positiv beantworten. Wie die Times kürzlich bekannt gab, hat das digitale Angebot der wohl berühmtesten Zeitung der Welt am 30. Juli die Millionen-Abonnenten-Marke geknackt und damit viele Zweifler Lügen gestraft.

Mittlerweile sind die meisten Zeitungskonzerne dem Beispiel der Times gefolgt und bieten digitale Inhalte zumindest teilweise nur gegen Bezahlung an. Allein in Deutschland gab es im Frühjahr 2015 mehr als 100 Zeitungen mit kostenpflichtigen Online-Angeboten.

 Infografik: New York Times knackt die Millionen-Marke im Netz | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wissenschaft, Nachhaltigkeit und Kunst

Auftakt zur Reihe „Science, Sustainability & Art“ am 29.06.2015

 „Science, Sustainability & Art“ Die Impuls-Reihe „Science, Sustainability & Art – Exploring Tools for Transformation“ ergründet in Vorträgen, Workshops und einer Theateraufführung, welche Rolle die Kunst in den aufstrebenden Nachhaltigkeitswissenschaften spielt. Zum Auftakt hält der Soziologe Dr. Sacha Kagan einen Vortrag mit dem Titel „Artful Sustainability Studies: Of aesthetics of complexity and radical open citizenship“. Die Theatergruppe Freiburg Scientific Theatre e.V. befasst sich in ihrer Aufführung „Paradise Vetoed: Stories of Climate Change“ am 02.07.2015 mit dem Thema Klimawandel.

Mehr Innovation durch höheren Frauenanteil?

Studie unter Software-Entwicklern:

Sind Frauen innovativer?

Frauen und TechGerade noch diskutierten Angela Merkel und ihre hochrangigen Gäste auf dem G7-Gipfel über die Stärkung der Frau in Entwicklungsländern. Dabei gibt es  auch hierzulande Handlungsbedarf. So glaubt ein Drittel der deutschen Software-Entwickler, dass ein höherer Frauenanteil in IT-Berufen die Innovationskraft steigern würde. Gleichzeitig würden 65 Prozent der Befragten eine größere Diversität im Entwicklerteam sehr begrüßen. Doch wo muss angesetzt werden, um die Männerdomäne IT-Branche für Frauen attraktiver zu machen? Hier sind sich die Software-Entwickler einig: 78 Prozent glauben, dass Mädchen schon in der Schule in technischen Lernfeldern mehr gefördert werden müssten, damit sie später eine technische Berufswahl treffen könnten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter deutschen Software-Entwicklern, die im April und Mai 2015 von der Developer Week, eine der größten unabhängigen Entwicklerkonferenzen in Europa, durchgeführt wurde.

Software-Entwickler würden sich sehr freuen, wenn sich zukünftig mehr Frauen für eine Karriere in der IT-Branche entscheiden würden. In einer höheren Frauenquote sehen sie gleich mehrere Vorteile: So sind etwa 33 Prozent der Befragten der Meinung, dass ein Mehr an Frauen die Harmonie im Entwickler-Team verbessern würde, dicht gefolgt von der Erwartung, dass mehr Innovationen (32 Prozent) und intuitivere Benutzeroberflächen (30 Prozent) möglich seien. Auch vermutet jeder Vierte, dass Frauen die Effektivität in der Arbeitsgruppe steigern würden. Gefragt nach der Frauenquote im eigenen Unternehmen zeigt sich ein deutliches Bild: 72 Prozent der Entwickler gaben an, entweder gar keine weiblichen Kolleginnen zu haben oder höchstens zehn Prozent der Teamkollegen Frauen sind.
Die Ursachen der ungleichen Geschlechterverteilung in der IT-Branche sehen die Entwickler sowohl in der Gesellschaft selbst als auch im Bildungssystem. 78 Prozent sind der Meinung, dass eine gezielte technische Förderung von Mädchen bereits in der Schule stattfinden müsste. Auch sieht die Branche Handlungsbedarf bei der Information über Chancen und Berufsbild des Entwickler-Berufes. Immerhin 69 Prozent der Befragten glauben, dass auch gesellschaftliche Vorurteile schuld sind, warum Frauen sich nicht für den Beruf des Programmierers entscheiden: zum einen hätten Frauen Angst vor Technik oder trauten sich Software-Entwicklung nicht zu, zum anderen sei das Image der Programmiererin in der Gesellschaft eher unattraktiv.

„Der herrschende Fachkräftemangel in der IT-Branche ist zum Teil auch dem geringen Frauenanteil geschuldet“, erklärt Florian Bender, Projektleiter der Developer Week und Initiator der Studie. „Um diesem Problem Herr zu werden, ist eine gezielte Frühförderung von Mädchen unabdingbar“, fasst Florian Bender die Ergebnisse zusammen und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Jedenfalls bin ich sehr erleichtert, dass unsere Umfrage mit einem nicht gerade frauenfreundlichen Vorurteil aufgeräumt hat, denn nur fünf Prozent der Entwickler sagten, dass Frauen nicht die Fähigkeit zum Programmieren besäßen.“

Frauen, die sich über die IT-Branche und über das Berufsbild des Software-Programmierers informieren möchten, können vom 15.-17. Juni 2015 kostenlos die Messe der Developer Week im NCC der Messe Nürnberg besuchen. Der Messebesuch und der Zutritt zu den Maker Spaces ist kostenfrei, der Besuch der Konferenz kostenpflichtig.

Das Studiendokument mit allen Ergebnissen steht kostenlos zum Download zur Verfügung

Das wird Fitness-Studios nicht freuen

Das Hormon Oxytocin: Mehr Sympathie für starke Männer

Männer finden körperlich trainierte, muskulöse Männer weniger sympathisch als schmächtige Männer. Das konnte in vielen Studien nachgewiesen werden. Unter dem Einfluss des Hormons Oxytocin allerdings verschwindet dieser Effekt und muskulöse Männer werden sympathischer beurteilt. Das zeigt eine aktuelle Studie von Psychologen der Universitäten Freiburg und Köln, die jetzt in der Fachzeitschrift „Social Cognitive and Affective Neuroscience“ veröffentlicht wurde.

Wie attraktiv oder vertrauensvoll wir jemanden finden, hängt von vielen Faktoren ab. „Auch die körperliche Erscheinung eines Menschen beeinflusst, wie ihn andere wahrnehmen, da körperliche Kraft und Größe aus evolutionärer Sicht Hinweise auf Dominanz und Bedrohung darstellen“, sagt der Sozialpsychologe Thomas Mussweiler. Gemeinsam mit dem Biopsychologen und Neurowissenschaftler Markus Heinrichs hat er untersucht, ob Männer Fotos von muskulösen Gleichaltrigen weniger sympathisch bewerten als die von schmächtigen Altersgenossen. Sie wollten außerdem wissen, ob die Bewertung eines anderen Mannes durch das Hormon Oxytocin beeinflusst wird. Oxytocin ist für das soziale Verhalten (wie Blickkontakt, Vertrauen, Berührungen) sehr wichtig.

Die Wissenschaftler luden für ihr Experiment 100 männliche Studenten Anfang 20 ins Labor ein. Jedem Probanden wurde per Nasenspray eine Substanz verabreicht, die bei der einen Hälfte der Probanden das Hormon Oxytocin enthielt und bei den restlichen 50 Probanden ein Placebo. Welcher Proband welche Substanz bekam, erfolgte zufällig und verdeckt für alle Beteiligten. Danach betrachteten die Studenten das Foto eines Mannes am Computer. Dieses Foto lag in zwei Varianten vor. Gesicht und Gesichtsausdruck des Mannes waren auf beiden Bildern gleich, aber der Körper war digital manipuliert. Die eine Hälfte der Probanden betrachtete das Foto eines gleichaltrigen muskulösen Mannes. Die andere Gruppe betrachtete das Foto eines schmächtigen Altersgenossen. Die Forscher kreuzten die beiden Versuchsbedingungen, so dass jeweils die Hälfte der Oxytocin- und der Placebo-Gruppe das Bild des muskulösen Mannes betrachtete, während die andere Hälfte beider Gruppen das Bild des schmächtigen Mannes ansah.

Muskeln wirken unsympathisch

Die anschließende Aufgabe der Studenten war es, sich vorzustellen, mit dem Mann in Kontakt zu treten und diese Situation niederzuschreiben. Danach sollten sie den Mann auf dem Foto beurteilen: wie alt und wie stark er ist, wie ähnlich er ihnen selbst und ihrem Freundeskreis ist, und wie sympathisch sie ihn finden. Die Wissenschaftler verglichen die Bewertungen der beiden Bildervarianten durch die Oxytocin- und die Placebo-Gruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass der muskulöse Mann insgesamt weniger sympathisch beurteilt wurde als der schmächtige Mann.

Oxytocin verändert die Sympathiebewertungen

Unter Einfluss von Oxytocin dagegen waren die Sympathiebewertungen für körperlich dominante, muskulöse Männer höher: bei dieser Gruppe wurden der muskulöse und der schmächtige Mann annähernd gleich sympathisch bewertet. Die Studenten der Placebo-Gruppe hingegen fanden den muskulösen Altersgenossen deutlich weniger sympathisch als den schmächtigen. Es zeigte sich auch, dass der muskulöse Mann von beiden Gruppen als der eigenen Person und dem eigenen Freundeskreis weniger ähnlich eingeschätzt wurde. Oxytocin scheint also die Sympathie gegenüber dem muskulösen Mann verbessert zu haben, ohne ihn aber ähnlicher erscheinen zu lassen. „Wir gehen davon aus, dass Oxytocin eine wichtige Rolle bei der sozialen Annäherung spielt“, fasst Markus Heinrichs die Ergebnisse zusammen, „das Hormon stellt damit eine wichtige Voraussetzung für die Erweiterung und Sicherung sozialer Netzwerke dar.“

Möglicher Einsatz von Oxytocin zur Therapie von sozialen Störungen

Heinrichs erforscht derzeit, inwieweit das Hormon Oxytocin in Kombination mit Psychotherapie eingesetzt werden könnte. Insbesondere psychische Störungen mit schweren zwischenmenschlichen Problemen, wie zum Beispiel Autismus oder die Borderline-Persönlichkeitsstörung, könnten davon profitieren. „Seit einigen Jahren lässt sich nicht mehr bestreiten, dass das Hormon Oxytocin eine zentrale Rolle für unser Sozialverhalten spielt“, sagt Heinrichs. „Die nächsten Jahre werden dadurch geprägt sein, das klinische Potential für sogenannte ‚soziale Störungen‘ zu ermitteln und Psychotherapie da wirksamer zu machen, wo die Entwicklung schon zu lange stagniert oder wie beim Autismus weitgehend ausbleibt.“

Die Originalstudie finden Sie hier:
Chen, F. S., Mayer, J., Mussweiler, T., & Heinrichs, M. (in press). Oxytocin increases the likeability of physically formidable men. Social Cognitive and Affective Neuroscience. doi:10.1093/scan/nsu116

http://scan.oxfordjournals.org/content/early/2014/09/24/scan.nsu116.long

Datenmissbrauch ist der Deutschen größte Angst

Wie passt die Angst vor Datenmissbrauch und eine Bewerbung per WhatsApp zusammen?

Sorgloser Umgang mit sozialen Netzwerken, die Nutzung von Diensten wie WhatsApp und die Angst vor Daten-Missbrauch ist ein Widerspruch, den viele Deutsche nicht sehen wollen. Auch E-Mail-Verschlüsselung ist kein Thema, das große Beachtung findet. Bedenken werden schnell zur Seite gelegt, wenn die kostenlose Nutzung irgendwelcher Online-Dienste angeboten wird. Doch dann ist sie urplötzlich wieder da: „Die German-Angst“. Das gilt allerdings nur für Befragungen. Im Alltag kümmern sich die Deutschen eher wenig um ihren persönlichen Datenschutz.

58 Prozent der deutschen Onliner machen sich Sorgen, dass jemand Ihre persönlichen Daten für kriminelle Zwecke nutzt. Nirgendwo in Europa fürchten sich die Menschen mehr vor Datenmissbrauch. Das geht aus einer Eurobarometer-Studie zum Thema Cyber-Security hervor. Wenn es um die Nutzung des Internets für Aktivitäten wie Online-Banking oder Online-Shopping geht, haben insgesamt 43 Prozent der europäischen Internetnutzer Bedenken, was die Verwendung ihrer Daten angeht. Am unbesorgtesten sind die Polen mit 25 Prozent.

Die Grafik bildet den Anteil der Internetnutzer in ausgewählten EU-Ländern ab, die besorgt sind, dass jemand Ihre persönlichen Daten missbraucht. Infografik: Deutsche fürchten sich besonders vor Datenmissbrauch | Statista

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Und hier nochmals zur Erinnerung die Beute der Datenklauer

1,2 Milliarden Kombinationen von Benutzername und Passwort und mehr als 500 Millionen E-Mail-Adressen sollen russische Cyberkriminelle laut dem US-Unternehmen Hold Security bei 420.000 Websites erbeutet haben. Die gewaltigen Dimensionen dieses Datendiebstahls werden beim Blick auf unsere heutige Grafik deutlich. So wurde beispielsweise in diesem Jahr bekannt, dass bei eBay 145 Millionen Datensätze entwendet wurden, einer der größten Zwischenfälle dieser Art.Infografik: Die Beute der Datendiebe | Statista

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Ria Hinken