BITKOM legt IT-Strategie vor

Digitale Agenda

BITKOM legt IT-Strategie vor

  • 90 Maßnahmen für Wachstum, Infrastruktur und Sicherheit
  • Bedingungen für Start-ups müssen weiter verbessert werden
  • Gesetze sollen auf Folgen für die digitale Wirtschaft geprüft werden

Berlin, 27. März 2014 – Deutschland soll in den nächsten Jahren zum digitalen Wachstumsland Nr. 1 werden. Das ist das Ziel einer IT-Strategie, die der Hightech-Verband BITKOM vorgelegt hat. Kern der IT-Strategie ist ein Aktionsplan mit rund 90 Einzelmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem die Mobilisierung von Wachstumskapital für Start-ups, Investitionen in den weiteren Breitbandausbau, die Förderung von Industrie 4.0 sowie Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit und Datenschutz. „BITKOM kann die Bundesregierung bei ihren ambitionierten Plänen für eine Digitale Agenda unterstützen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Die Branche hat Vorschläge erarbeitet, mit denen wir Bundesregierung und Bundestag Anregungen geben wollen.“ Ziel müsse sein, bis zum Sommer den Entwurf für die Digitale Agenda abzuschließen. Das BITKOM-Papier zur IT-Strategie wurde von mehr als 200 Experten entwickelt.

In seiner IT-Strategie benennt BITKOM drei große Handlungsfelder: die digitale Wirtschaft, Intelligente Netze sowie Vertrauen und Sicherheit. Kempf: „Es muss darum gehen, Deutschland als Anbieter von ITK-Lösungen weltweit zu einem Spitzenstandort zu machen, zu einem echten IT-Hotspot.“ Des Weiteren müssten Intelligente Netze in die Fläche gebracht und ein Höchstmaß an Vertrauen und Sicherheit geschaffen werden.

Um Deutschland zu einem führenden IT-Standort zu machen, schlägt BITKOM drei Maßnahmenblöcke vor: Erstens die Verbesserung der Rahmenbedingungen für den IT-Mittelstand und Global Player, u.a. durch die Einführung der steuerlichen Forschungsförderung sowie zweitens die dauerhafte Sicherung des Fachkräftebedarfs durch eine die Innovationspolitik unterstützende Bildungs- und Zuwanderungspolitik. Im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Fachkräftemangels schlägt der BITKOM u.a. vor, das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern zur Unterstützung von Hochschulen und Schulen aufzuheben. Zunächst aber müsse der Aufbau eines Ökosystems rund um wachstumsstarke Tech-Startups vorangetrieben werden. Für eine Stärkung junger Unternehmen sollten u.a. private Investoren Verluste von Start-up-Beteiligungen in ihrer Einkommensteuer geltend machen dürfen und die steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapitalfonds sollten verbessert werden. Des Weiteren müsste die Gründungsphase entbürokratisiert werden, u.a. indem junge Tech-Firmen für vier Jahre von Verwaltungsaufgaben wie statistischen Berichtspflichten und einer Reihe gesetzlicher Auflagen befreit würden. Schließlich müssten so genannte Hubs geschaffen werden, um Start-ups den Kontakt zur etablierten Industrie zu erleichtern. Die hervorragende Ausgangsbasis Deutschlands auf dem Weg in die digitalisierte und vernetzte Industrie 4.0 müsse genutzt und etwa durch die Bildung von Clustern oder das Entwickeln von Standards und Referenzarchitekturen weiter gefördert werden.

Basis der digitalen Infrastruktur als zweitem übergeordnetem Aktionsfeld ist aus BITKOM-Sicht der weitere Breitbandausbau. Dazu sollen Anreize geschaffen werden, um so viele private, eigenwirtschaftliche und wettbewerbsoffene Investitionen auszulösen wie möglich. Des Weiteren sollten rechtzeitig Frequenzen im 700 MHz-Band für eine störungsfreie Nutzung durch den Mobilfunk zur Verfügung gestellt werden. In diesem Sinne seien auch die Nutzungsrechte für 900 und 1800 MHz-Frequenzen zu verlängern. In Regionen, in denen ein marktgetriebener weiterer Ausbau nicht realisierbar ist, seien zusätzlich zu den Investitionen der Wirtschaft gezielte und technologieneutrale Fördermaßnahmen erforderlich. Diese müssten auf unterversorgte Gebiete beschränkt sein, in denen keine der verfügbaren Technologien einen wirtschaftlichen Ausbau ermögliche. Eine Entwertung bereits getätigter oder geplanter Investitionen dürfe dabei nicht stattfinden. Zudem müsse der Aufbau Intelligenter Netze in den Bereichen Energie, Verkehr, Verwaltung, Gesundheit und Bildung vorangebracht und beschleunigt werden. Beispielhafte unterstützende Maßnahmen dazu sind etwa die Vernetzung bislang isoliert arbeitender Verkehrsmanagement-Zentralen, die Aufnahme telemedizinischer Leistungen in den Katalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen oder die Aufhebung bestehender Schriftformerfordernisse im Behördenverkehr.

Digitale Wirtschaft und Digitale Infrastrukturen benötigen aus BITKOM-Sicht mehr Sicherheit. Nicht zuletzt die Berichte über staatliche Abhörmaßnahmen sowie die zunehmende Kriminalität im Netz hätten die entstandenen Angriffsflächen deutlich gemacht und verlangten Maßnahmen. Der BITKOM fordert als Antwort auf den entstandenen Vertrauensverlust u.a. tragfähige, international einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen, die einen gegenseitigen Verzicht auf Wirtschaftsspionage, die Ächtung von Cybersabotage sowie verbindliche Regeln zur Herausgabe von Daten beinhalten. Das in Deutschland vorhandene Know-how rund um Sicherheit und Datenschutz solle u.a. durch die standardmäßige Einrichtung von Lehrstühlen für Datensicherheit an ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten und den Ausbau der Förderprogramme rund um IT-Sicherheit weiter gestärkt werden. Eine anonyme Meldemöglichkeit für IT-Sicherheitsvorfälle könne dabei helfen, ein umfassendes Lagebild zu erstellen und betroffene Unternehmen bei Gegenmaßnahmen zu unterstützen.

BITKOM bekräftigt in seinem Papier die Bedeutung eines starken Datenschutzes und die Notwendigkeit, baldmöglichst zu international einheitlichen Regeln zu kommen und die EU-Datenschutz-Grundverordnung zu verabschieden. Außerdem müsse die Umsetzung der datenschutzrechtlichen Vorgaben international zuverlässig und sanktionsbewehrt sichergestellt werden.

Nicht zuletzt sollten Gesetze künftig nur noch dann verabschiedet werden, wenn sie keine negativen Auswirkungen auf die digitale Wirtschaft haben. Kempf: „Wir brauchen eine solche IT-Verträglichkeitsprüfung. In der Vergangenheit wurden negative Folgen von Gesetzesvorhaben für die digitale Wirtschaft oft zu spät erkannt, etwa bei der Streubesitz-Besteuerung für die Finanzierung von Tech-Start-ups.“

Eine Absage erteilt BITKOM Vorstellungen von einer vollständigen technologischen Unabhängigkeit oder einem staatlich initiierten „IT-Airbus“. „Was in der Luftfahrindustrie vor Jahrzehnten funktioniert hat, ist nicht auf die ITK-Branche zu übertragen“, so Kempf. „Die ITK-Branche ist etwa zehnmal so groß wie die Luftfahrt, um ein Vielfaches komplexer und sie entwickelt sich in extrem kurzen Innovationszyklen weiter. Kein Land der Welt kann dies mit einem staatlichen Programm abbilden.“ Es müsse deshalb darum gehen, Aufmerksamkeit und Mittel zu konzentrieren und in den entscheidenden Bereichen wie der IT-Sicherheit die Nase vorne zu haben.

Ein tolles Buch – nicht nur zum Lesen

Über das Wetter können Sie auch noch reden, wenn Sie tot sind.

60 Ideen für richtig gute Gespräche von Olivia Fane, erschienen bei Knaur

Über das WetterEs gibt Bücher, die liest man in einem Rutsch durch, weil sie so fesseln.
Und es gibt Bücher, die sind anfänglich zäh, wenn man aber durchhält,
dann werden sie noch richtig interessant. Von den ganz langweiligen
wollen wir hier nicht reden.

Das Buch von Oliva Fane lässt sich in keine der genannten Kategorien einordnen.

Es ist eines jener Bücher, die ich so liebe, weil man mit ihm mehr machen
kann, als nur lesen. Man arbeitet quasi mit ihnen. Nicht im eigentlichen
Sinne von Arbeit. Man muss keine Fragebögen ausfüllen oder gar
komplizierte Tests durchlaufen. Man erhält nach jedem Kapitel, die
übrigens allesamt recht kurz gehalten sind,  Denkanstöße.

Das hat mich sofort an Roger von Oechs Creative Whack Pack erinnert, wenngleich es vom Ansatz her anders aufgebaut ist.

 

Hier einige Beispiele der Denkanstöße zum besseren Verständnis:

  • Wenn Sie anderthalb Stunden in der Toilette eingesperrt wären, ohne etwas zu tun zu haben (Anmerk.: also ohne Handy) – worüber würden Sie nachdenken?
  • Hatten Sie den Wunsch, berühmt zu werden?
  • Flirten Sie?
  • Wenn Sie jemand anders sein müssten, wer wären Sie gern?

Die Themenbreite, die Olivia Fane bearbeitet reicht von Platon über Sex
bis Therapien. Mit wem Sie über was reden wollen, müssen Sie natürlich selbst entscheiden.

Für Unentschlossene vielleicht ein kleiner Tipp: Über Sex sollten Sie
vielleicht nicht unbedingt mit Ihrem Chef oder Ihrer Chefin reden.
Könnte es doch leicht zu Missverständnissen kommen.

Aber ganz egal mit wem Sie über was reden wollen, das Buch gibt Ihnen viele
Anregungen, die sicherlich auch Ihre Phantasie beflügeln wird. Und so
werden Sie im Handumdrehen eigene interessante Themen finden.

Lassen Sie sich überraschen!

Ria Hinken

E-Book, Knaur eBook
28.01.2014, 256 S.

ISBN: 978-3-426-42399-8
12,99
Hardcover (€14,99)

BRAIN-TUNING

BRAIN-TUNING: schneller, schlauer, konzentrierter 

presse-927von Siegfried Lehrl und Peter Sturm, Göttingen 2013

BusinessVillage Verlag

Dies ist kein Buch aus der Pharmaindustrie, die leistungssteigernde Pillen verkaufen möchte. Im Gegenteil werden auf rund 250 Seiten die Unterschiede zwischen „kristalliner und fluider Intelligenz“ herausgearbeitet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Methode, wie die Fähigkeit zur Entwicklung von Lösungsstrategien ausgebildet und trainiert werden kann (fluide Intelligenz) im Gegensatz zu Gedächtnistrainings à la ZDF – Zahlen, Daten, Fakten- (kristalline Intelligenz).

Als ich aber im Vorwort von Siegfried Lehrl den Satz lese „Seit kurzem scheint alles Wichtige auf dem Gebiet der gesellschaftlich relevanten Hirnleistungen untersucht zu sein . . . . Es wird sich  . . . in den nächsten Jahren nicht mehr wesentlich ändern“, beschlich mich unweigerlich ein seltsames Gefühl. Ist es Hybris oder die Fähigkeit des Autors, in die Glaskugel schauen zu können und die wissenschafliche Erkenntnis auf diesem Gebiet für abgeschlossen zu erklären ?

Nun – ganz so „abgehoben“ geht es in dem Buch nicht weiter.

Die Autoren belegen ihre Methode anhand vieler internationaler Studien und streuen immer wieder kleine Übungen zur Praxisanwendung ein, die lohnend sind, um das Gesagte direkt auch anwenden und überprüfen zu können.

Beide sind seit Jahren aktiv und federführend in der „Internationalen Gesellschaft für Gehirntraining e.V.“ (GfG) tätig und forschen auf dem Gebiet des „Gehirnjoggings“, aus dem das „Mentale Aktivierungstraining“ (MAT) entwickelt wurde.

Ähnlich wie für die Muskulatur im Sport gilt auch im mentalen Bereich, dass die grauen Zellen ihre volle Kraft nur entfalten, wenn sie erst einmal aufgewärmt und angedehnt wurden, durch Spiele und Rätsel zum Beispiel. Erst wenn sie ihre Betriebstemperatur erreicht haben, vollbringen sie Höchstleistungen.

Eine genaue Anleitung dazu erfährt der Leser in Kapitel 7 und 8, wo die Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit in der SOMECO-Treppe beschrieben wird. (Somatic-MEntal-COmpetence).

Rundum eine gelungene Leistung der Diplom-Psychologen Dr. Siegfried Lehrl und Peter Sturm.

Empfehlenswert !

Hans – Josef Hinken