Eine Veranstaltung, die Mut macht – Vom Geflüchteten zum Mitarbeiter

Vom Geflüchteten zum Mitarbeiter –

Eine Informationsveranstaltung für Arbeitgeber in der Regio

Sozial- und Kulturbürgermeister Freiburg, Ulrich von Kirchbach Foto: © Hans Hinken
Sozial- und Kulturbürgermeister Freiburg, Ulrich von Kirchbach
Foto: © Hans Hinken

 

Das Interesse war bereits im Vorfeld groß. Obwohl viele interessierte Firmen aus Termingründen nicht teilnehmen konnten, füllten mehr als 60 Personen den Vortragssaal des Herder Verlages in Freiburg.

Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, der die Grußworte der Stadt Freiburg ausrichten sollte, verspätete sich zwar, brachte dafür aber gute Nachrichten mit. Der Gemeinderat hatte der Errichtung der Landeserstaufnahmestelle zugestimmt.

Gerne laden wir Sie zu einer Follow-up Veranstaltung am Dienstag, den 24. Januar 2016 von 16.00 bis 18.00 Uhr ein.
Dieser Termin steht im Einklang mit dem Credo des Informationsabends, wonach es gilt, gemeinsam zu lernen und gute Ansätze zu finden.  mail@hans-hinken.de

Fabio Debus, Gewinner des Start-up-Teens – Award 2016 mit der

App REFASCENT

REFascent
Fabio Debus, Foto: privat

refascentapp-comic-dNach der Begrüßung durch Tanja Martin, eine der Initiatoren, eröffnete Fabio Debus den Reigen der Referenten.

Seine App REFASCENT hat zum Ziel, Geflüchtete und Einheimische miteinander in Kontakt zu bringen. Damit diese Kommunikation gelingt, liefert die App gleichzeitig ein Übersetzungsprogramm in 26 Sprachen. Sie dient sowohl der Hilfe bei der Jobsuche, als auch bei der Integration ins soziale und kulturelle Leben.

Noch auf der Veranstaltung wurde Fabio Debus angeboten, seine App sowohl auf der Website der Stadt als auch auf Firmenwebsites zu präsentieren.

XING Gruppe „Jobsearch for Refugees“ von Ria und Hans Hinken

Ria Hinken Foto: © Hans Hinken
Ria Hinken
Foto: © Hans Hinken

Die Anbahnung von Geflüchteten ins Arbeitsverhältnis hat auch die XING Gruppe „Jobsearch for Refugees“ zum Ziel, die von Ria und Hans Hinken im September 2015 ins Leben gerufen wurde. Aktuell hat die Gruppe 132 Mitglieder. Darunter Geschäftsführer, Personaler und Unterstützer in Firmen.

In Kooperation mit Dennis Bauske vom „Bildungspartner für Südbaden“ und dem Goethe Institut Freiburg wurden Workshops für Geflüchtete durchgeführt, um ihre Präsenz im Netz zu erhöhen. Zur Zeit sind 30 Flüchtlinge registriert, die so direkt von Unternehmen kontaktiert werden können.

Bislang wurden 4 Geflüchtete vermittelt. Einer von ihnen ist der Elektronik-Ingenieur Abdulrahman Abdullah, der von Hans Hinken auf der Veranstaltung interviewt wurde. Er hat vor 2 Wochen sein Praktikum bei der „Ingenieurgruppe Freiburg GmbH“ begonnen und soll im nächsten Jahr eine Festanstellung erhalten.

An seiner Seite stand die ausgebildete, iranische Informatikerin Homa Taheranpoor, die einen Arbeitsplatz sucht. Beide machen große Fortschritte beim Erlernen der deutschen Sprache und fühlen sich in ihrer neuen Heimat ausgesprochen wohl.

Rechtsanwältin für Arbeits- und Migrationsrecht Claudia Vogel

RA Claudai Vogel
RA Claudia Vogel wirft einen prüfenden Blick auf die Unterlagen
Foto: © Hans Hinken

Dass bei der Einstellung von Geflüchteten in hiesige Unternehmen auch der rechtliche Rahmen einzuhalten ist, darauf verwies in ihrem fundierten Vortrag die Rechtsanwältin für Arbeits- und Migrationsrecht Claudia Vogel. Sie betonte, dass selbst geduldete Flüchtlinge eine Chance auf einen sicheren Arbeitsplatz hätten, wenn bestimmte Vorraussetzungen dafür erfüllt sind.

Nach ihrem Vortrag gab sie in Einzelgesprächen wertvolle Tipps und Hinweise an Geflüchtete und Unternehmensvertreter.                                                                          

Brückenfunktion zwischen Unternehmen und Flüchtlingen

durch Sandra Megahed, Integrationslotsin der Südwestmetall

Sandra Megahed
Sandra Megahed
Foto: © Hans Hinken

Der Informationsmarathon wurde fortgesetzt von der Integrationslotsin der Südwest-Metall-Gruppe, Sandra Megahed, die ausführlich von ihren Erfahrungen aus der Praxis berichtete, die sie bei der Vermittlung und Begleitung von Geflüchteten in der Region gesammelt hat.

Sie betonte die Wichtigkeit einer Brückenfunktion zwischen Unternehmen und Flüchtlingen und befürwortete ein Mentoring-Programm, das geeignete Mitarbeiter schult, um die arbeitstechnische und soziale Integration voran zu bringen. Sie verwies auf die „Politik der kleinen Schritte“ und benannte einige Best-Practice-Unternehmen.

Geflüchtete in Ausbildung bei Endress + Hauser

durch Jens Kröger, Leiter der Personalabteilung

Jens Kröger von Endres + Hauser Foto: © Hans Hinken
Jens Kröger von Endress + Hauser
Foto: © Hans Hinken

Einen weiteren Praxis-Beitrag lieferte der Leiter der Personalabteilung, Jens Kröger, als er die Situation der Geflüchteten in Ausbildung bei Endress + Hauser schilderte.

Sein Unternehmen habe 7 Praktikums- und 4 Ausbildungsplätze für Geflüchtete zusätzlich in diesem Jahr eingerichtet.

MindMap
MindMap
© Dr. Artur Hornung

Ein weiterer Schwerpunkt des Engagements gilt einer Gruppe, die nur wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Das brachte ihm von den Anwesenden lautstarken Beifall ein.

Da das Erlernen der deutschen Sprache einen wesentlichen Schritt für die Integration darstellt, bietet sein Unternehmen am Standort Maulburg eine zusätzliche, individuelle Sprachförderung an. Hierfür konnten pensionierte Lehrkräfte gewonnen werden, die von Endress + Hauser bezahlt werden.

Geflüchtete auswählen, integrieren und entwickeln

durch Eva Peters und Tanja Martin von Allert + Martin

MindMap © Dr. Artur Hornung
MindMap
© Dr. Artur Hornung
Eva Peters von Allert + Martin Foto © Hans Hinken
Eva Peters von Allert + Martin
Foto © Hans Hinken

Den letzten Impulsvortrag zum Thema „Geflüchtete auswählen, integrieren und entwickeln“ gestalteten Eva Peters und Tanja Martin, die darauf verwiesen, dass bei der Kontaktaufnahme, Auswahl und Einarbeitung der Geflüchteten ihre individuelle Situation angemessen berücksichtigt werden muss.

Die Kooperation der zuständigen Institutionen und ihrer Mitarbeiter ist dabei unumgänglich, wenn alle gemeinsam die vielfältigen Mauern, die auch als Vorurteile in unseren Köpfen bestehen, abtragen helfen und so eine wesentliche Voraussetzung schaffen, damit Integration gelingen kann.

Bei seiner abschließenden Zusammenfassung verwies Hans Hinken auf die Entwicklung der interkulturellen Kompetenz und Teamfähigkeit, die mit Mut, Offenheit und Respekt auf beiden Seiten gefördert werden muss, damit eine nachhaltige Integration Früchte tragen kann. Mentoring-Programme können dabei eine hilfreiche Einrichtung sein.

Hoher Wissensstand des Publikums bei anschließender, lebhafter Diskussion

Die anschließende, lebhafte Diskussion spiegelte den hohen Wissensstand des Publikums. Wichtige Informationen lieferte auch der Leiter der Agentur für Arbeit, Freiburg, Christian Ramm. Er verwies u. a. darauf, dass 23 seiner Mitarbeiter sich ausschließlich mit der Arbeitsvermittlung von Flüchtlingen und der Beratung von Unternehmen beschäftigen.

Das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ des DIHK Berlin war durch ihren Mitarbeiter Constantin Bräunig vertreten, der aktuelle Zahlen beisteuerte.

Das starke Interesse an der Veranstaltung wurde durch persönliche Ansprache, aber vor allem durch eine starke Präsenz in den sozialen Netzwerken geweckt. Ria Hinken zeigte sich zufrieden, dass ihre Social Media Aktivitäten so zum Erfolg der Veranstaltung beitragen konnten.

Wenn Sie sich beteiligen wollen, finden Sie hier weitere Informationen. Auch für die „Folllow up Veranstaltung“ im Januar 2017

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Der Herder Verlag rundete die Veranstaltung mit einem umfangreichen Büchertisch zum Thema ab.

Hier eine kleine Auswahl:

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Flüchtlinge – Berufliche Qualifikationen einschätzen und anerkennen

Sie möchten eine Beitrag leisten zur Integration von Flüchtlingen? Oder liegt Ihnen bereits eine Bewerbung eines Flüchtlings vor und Sie wissen nicht, wie Sie die Qualifikation dieser Bewerberin bzw. dieses Bewerbers einschätzen sollen?

Antworten auf diese Fragen finden Sie im BQ-Portal. Wir bieten Informationen zu den Berufsbildungssystemen und Berufsqualifikationen der Flüchtlingsherkunftsländer, die Ihnen dabei helfen, sich selbst ein besseres Bild von den Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen Ihrer Bewerberinnen und Bewerber zu machen.

Mithilfe unserer Ländersteckbriefe können Sie sich schnell und unkompliziert einen ersten Überblick zu den jeweiligen Flüchtlingsherkunftsländern verschaffen: Sie finden hier Informationen zum Bildungsstand in den Ländern, zur Zuwanderung nach und Integration in Deutschland, den wichtigsten Charakteristika der jeweiligen Berufsbildungssysteme sowie Erfahrungsberichte über die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen durch das Anerkennungsverfahren.

Syrien

Irak

Iran

Afghanistan

Pakistan

In unseren Länderprofilen erhalten Sie detaillierte Auskünfte über Aufbau, rechtliche Grundlagen und länderspezifische Besonderheiten des jeweiligen Bildungssystems. In den Berufsprofilen erfahren Sie wiederum die wichtigsten Inhalte der jeweiligen Berufsausbildung und Auskünfte zur Abschlussart, Ausbildungseinrichtung u.v.m.

Viele Flüchtlinge bringen bereits eine berufliche Ausbildung oder Berufserfahrung mit und sind hoch motiviert, sich hier in Beruf und Gesellschaft zu integrieren. Dabei haben sie verschiedene, individuell passende Möglichkeiten ihre beruflichen Qualifikationen in Deutschland feststellen und anerkennen zu lassen. Wie Sie als Unternehmen Flüchtlinge bei der Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen unterstützen und davon profitieren können, erfahren Sie in dieser übersichtlichen Grafik:

grafik_kmuKompetenzfeststellung und Anerkennung von beruflichen Qualifikationen bei Flüchtlingen: Möglichkeiten der Unterstützung und Vorteile für Unternehmen

Außerdem informieren wir Sie über das formale Anerkennungsverfahren für Fachkräfte mit ausländischem Berufsabschluss. Weiterhin können Sie sich mithilfe unserer Praxisbeispiele ein konkretes Bild davon machen, welchen Mehrwert das Anerkennungsverfahren für Sie als Unternehmen hat und wie Sie es unterstützen können.

Weiterführende Informationen zur Beschäftigung von Flüchtlingen

Auf der Webseite www.kofa.de/fluechtlinge finden Sie alle Informationen rund um die Themen Praktika, Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung hilft Ihnen Chancen und Potenziale zu nutzen. Oft sind zunächst Sprachkurse und Qualifizierungen nötig. Doch Berichte aus der Praxis zeigen: Für Unternehmen und Flüchtlinge kann sich der gemeinsame Weg lohnen. Viele von diesen Praxisbeispielen finden Sie ebenfalls auf der Webseite

 

Zur Stärkung der dualen Ausbildung hat die Bundesregierung Ende 2014 mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit und der Länder gemeinsam die Allianz für Aus- und Weiterbildung ins Leben gerufen. Über eine neue Website bietet diese kompakt Informationen über zentrale Themenfelder und Maßnahmen, auch für Flüchtlinge, sowie über die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung.

 

Das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge ist eine Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium. Bereits 337 Unternehmen haben sich darin zusammengeschlossen. Das Netzwerk bietet seinen Mitgliedern: Informationen zu Rechtsfragen, Integrationsinitiativen und ehrenamtlichem Engagement; Praxis-Tipps zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung; Gute Beispiele, Erfahrungsaustausch und Kooperationen

BroschüreInformationen rund um den Themenbereich Einstellung von Flüchtlingen finden Sie in dem Leitfaden „Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung“ vom DIHK. In 8 Kapiteln werden die Themen Aufenthaltsstatus und Aufenthaltsdauer, Beschäftigung, Ausbildung, Praktikum, Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Sprachförderung, Integration vor Ort sowie Unterstützung der IHK-Organisation beleuchtet. Neben grundlegenden rechtlichen Informationen finden die Leser in dem Leitfaden praktische Tipps, Übersichtsgrafiken, weiterführende Infos und Ansprechpartner. Wichtige Begriffsdefinitionen sind ebenso enthalten wie die wesentlichen Rechtsgrundlagen, die für die Erstellung des Leitfadens herangezogen wurden.

 

Das Sportereignis 2016 in Frankreich live erleben

Das Sportereignis 2016 in Frankreich live erleben
Voyages-sncf.com bringt deutsche Fußballfans mitten ins Geschehen

Paris, 18. Mai 2016 – In wenigen Wochen beginnt das Sportereignis des Jahres. Deutsche Fußballfans, die ihr Team vor Ort unterstützen möchten, finden auf Voyages-sncf.com Züge zu allen Austragungsstädten. Das Besondere: bis zur letzten Minute sind Zugtickets erhältlich.

Das besondere Erlebnis: Mit dem Fan-Zug gemeinsam und stimmungsvoll zum Fußballspiel
Seit dem 19. Mai sind zusätzliche ICE/TGV Fantrains buchbar, mit denen Fußballfans am Spieltag gemeinsam von Frankfurt und Mannheim direkt zum Spiel fahren und am selben Tag via Nachtzug die Heimreise antreten. Ein Beispiel: Für das 2. Vorrundenspiel gegen Polen reisen die Fans um 10:53 ab Frankfurt, kommen pünktlich zum Spiel um 15:25 in Paris an und nehmen um 0:43 den Nachtzug zurück nach Frankfurt.

Nach Frankreich reisen und das deutsche Team anfeuern

Damit die Fußballfans auch innerhalb Frankreichs bequem zwischen den verschiedenen Spielstädten reisen können, werden in der Veranstaltungszeit zwischen dem 10. Juni und dem 10. Juli 1.100 zusätzliche Inlandszüge eingesetzt. Zudem sind 20 Stationen mit  gesonderter Beschilderung und zusätzlichem Personal ausgestattet, damit die Fans in den Austragungsstädten alle nötigen Informationen erhalten, sich problemlos orientieren und ganz dem Fußball widmen können (Paris Gare de Lyon, Austerlitz, Montparnasse, St. Lazare, Gare du Nord, Gare de l’Est, Flughafen Charles de Gaulle, Stade de France B und D, Lille Flandres und Europe, Lens, Lyon Part Dieu, Perrache und St. Exupéry, St. Etienne, Marseille, Nizza, Bordeaux und Toulouse).

Neben dem Schienenservice bietet die SNCF-Tochtergesellschaft OUIBUS die besten Busreise-Angebote. Alle Fahrten zwischen den Spielstädten sind buchbar über Voyages-sncf.com.

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Die Vorrunde beginnt am 10. Juni in Frankreich:

12/06: Deutschland–Ukraine (Lille)
16/06: Deutschland-Polen (Paris, St. Denis)
21/06: Nordirland-Deutschland (Paris, Parc des Princes)

So kommen Sie komfortabel nach Frankreich – einige Beispiele:
Mit dem Zug von Frankfurt Hbf. nach Paris in 3:49 Std.
Mit dem Zug von Frankfurt Hbf. nach Lyon in 5:55 Std.
Mit dem Zug von Frankfurt Hbf. nach Marseille in 7:45 Std.

Und wir wachsen doch – neue Bevölkerungsprognose

Neue IW-Bevölkerungsprognose

Im vergangenen Jahr kamen 1,1 Millionen Ausländer mehr nach Deutschland als fortzogen. Doch die Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts berücksichtigt diese Rekordzuwanderung und die gestiegenen Flüchtlingszahlen nicht. Deshalb hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) eine neue Prognose erstellt: Anders als lange angenommen wächst die deutsche Bevölkerung in den kommenden 20 Jahren – und altert trotzdem.

Referenz für die Bevölkerungsentwicklung ist derzeit die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes aus dem Frühjahr 2015. Darin hatte es für 2015 eine Nettozuwanderung von 500.000 Menschen angenommen, tatsächlich kamen 1,1 Millionen. Zusätzlich dürften bis zu 400.000 nicht erfasste Flüchtlinge im Land leben, so viele Asylanträge waren Ende 2015 noch nicht entschieden.

Diese neuen Informationen ließen die IW-Forscher nun einfließen: Derzeit leben in Deutschland 81,9 Millionen Menschen, bis 2021 wird die Einwohnerzahl auf 83,9 Millionen steigen. Hauptursache ist die hohe Nettomigration – wobei von den zwei Millionen Einwanderern im Jahr 2015 nur etwas über die Hälfte Flüchtlinge waren. „Deutschland wird auch wegen seiner niedrigen Arbeitslosigkeit als Einwanderungsland immer attraktiver“, sagt IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös.

Ab 2028 wird die Einwohnerzahl wieder leicht sinken. Trotzdem sind es 2035 laut IW-Prognose 83,1 Millionen – etwa drei Millionen mehr als das Statistische Bundesamt in seiner nach wie vor geltenden Bevölkerungsvorausberechnung annimmt. „Diese gravierende Abweichung müssen Politiker und Entscheider berücksichtigen, wenn sie zum Beispiel Infrastrukturen planen oder über den Wohnungsbau und die Arbeitsmarktpolitik nachdenken“, empfiehlt Klös.

Woran die Zuwanderung allerdings nichts ändert: Deutschland altert. 2035 werden laut IW Köln fast 26 Prozent der Bevölkerung älter als 67 sein, heute sind es knapp 19 Prozent. „Ob mit oder ohne Flüchtlinge – das System der umlagefinanzierten Rentenversicherung, die Pflegeversicherung und der Arbeitsmarkt stehen immer stärker unter Druck“, sagt IW-Experte Philipp Deschermeier.

IW-Trends

Philipp Deschermeier: Einfluss der Zuwanderung auf die demografische Entwicklung in Deutschland

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Studierende deutschsprachiger Universitäten verhandeln um die Wette

Battle of Universities – Studierende deutschsprachiger Universitäten verhandeln um die Wette

Universitäten Hohenheim und Potsdam rufen Verhandlungswettbewerb vom 18. – 29. April 2016 aus / Bewerbung ab sofort
Wer gut verhandeln kann, schlägt aus vielen Situationen Vorteile heraus. Die Universitäten Hohenheim und Potsdam laden deshalb Studierende aller Fachrichtungen bei dem Battle of Universities an den Verhandlungstisch. Zwischen dem 18. und dem 22. April 2016 treten die Teilnehmenden je 60 Minuten online gegeneinander an. Die zehn Besten reisen am 29. April zum Finale nach Potsdam. Zu gewinnen gibt es Preisgelder im Wert von 1000 Euro und ein Zertifikat der Negotiation Academy Potsdam, die auch eine Außenstelle an der Universität Hohenheim in Stuttgart hat. Anders als in den vergangenen Jahren treten die Studierenden dieses Mal nicht im Zweierteam sondern allein an. Anmeldung bis 13. April 2016 unter www.battle-of-universities.de

Ein Student möchte umziehen, ist sich mit seinem Nachmieter aber noch nicht einig: Wer zahlt ab wann die Miete? Wer streicht die Wohnung? Welche Möbel werden übernommen, und welche Abnahmesumme soll dafür gezahlt werden? Um diese konkrete Alltagssituation geht es in der ersten Runde des Wettstreits, die online ausgefochten wird.

Zwischen dem 16. März und 13. April 2016 melden sich die Teilnehmenden auf der Wettbewerbs-Homepage an. Hier können die Zeitslots, in denen sich die Studierenden zwischen dem 18. und 22. April 2016 im Chat einem Gegner stellen, selbstständig gewählt werden. Die Unterlagen zur Verhandlungssimulation werden vorher zugesandt. So können sich auch Studierende aus nicht-wirtschaftlichen Studiengängen in die Thematik einarbeiten.

Der Sieger wird nicht von einer Jury ermittelt, sondern anhand der Ergebnisse, erklärt Mitveranstalter Prof. Dr. Voeth, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Business Development an der Universität Hohenheim und Direktor des Hohenheimer Standorts der Negotiation Academy Potsdam: „Während der nicht-öffentlichen Verhandlung wird alles im Chat protokolliert und das Ergebnis in einem Vertrag festgehalten. Wer am Ende finanziell besser dasteht, hat gewonnen.“ Auch im Finale, das am 29. April in Potsdam stattfindet, zählt nur das Ergebnis der Verhandlung, nicht aber rhetorische Tricks und schöne Worte.

„In der Wirtschaft, aber auch in vielen anderen Bereichen, kann eine gut geführte Verhandlung den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachen“, sagt Prof. Dr. Uta Herbst von der Universität Potsdam. Die Inhaberin des Lehrstuhls für Marketing II organisiert den Verhandlungswettbewerb bereits zum vierten Mal, gemeinsam mit dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Markus Voeth von der Universität Hohenheim. Beide gründeten 2013 die Negotiation Academy Potsdam, die seit diesem Jahr einen zweiten Standort an der Universität Hohenheim hat.

Bislang ist Verhandlungsführung an den wenigsten deutschen Hochschulen ein Teil des Curriculums. In einer aktuellen Studie, die Prof. Dr. Herbst und Prof. Dr. Voeth im Harvard Business Manager veröffentlicht haben, gaben 70 Prozent der 342 befragten Führungskräfte aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen an, dass sie das Verhandeln nicht im Studium oder der Ausbildung gelernt haben, sondern sich „on the job“ aneignen mussten. 79 Prozent waren der Meinung, dass sich eine Beschäftigung mit der Thematik zu Studienzeiten für sie gelohnt hätte.

Links:

Informationen zum Battle of Universities: http://www.battle-of-universities.de/

Kreativität kommt nicht im Schlaf

Schlaf fördert das Gedächtnis, aber nicht die Kreativität beim Lösen von Problemen

 

Kreativtage in Bad Reichenhall 2014
Aufgenommen bei den Kreativtagen in Bad Reichenhall 2014

Studie gibt Hinweis auf grundlegende Funktion des Schlafs / Publikation im Fachjournal Sleep

Wer schläft, stärkt dabei zwar das Gedächtnis, nicht aber das kreative Denken. Das zeigen Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Freiburg in einer Studie, die am 1. März 2016 im Fachjournal Sleep veröffentlicht wurde. Sie untersuchten bei Probanden, ob im Schlaf Erinnerungen nur gefestigt oder auch mit anderen Gedächtnisinhalten neu vernetzt werden. Letzteres gilt als Voraussetzung für kreatives Denken. Im Experiment zeigten Probanden mit Nachtschlaf zwar das beste Erinnerungsvermögen. Erstaunlicherweise war aber die Gruppe mit Schlafentzug sogar etwas kreativer als die ‚Schläfer‘. Die Studie widerlegt damit die Annahme, dass kreative Prozesse im Schlaf besonders intensiv ablaufen. Das spricht  dafür, dass Gedächtnisfestigung und Neuorganisation von Erinnerungen unabhängige Prozesse sind, bei denen die Gedächtnisstärkung im Schlaf Vorrang hat.

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Christoph Nissen, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg, untersuchten bei insgesamt 60 Probanden, wie kreativ sie beim Lösen von Aufgaben waren. Dies geschah mit einem etablierten Assoziationstest, da assoziatives Denken eine wesentliche Grundlage für kreative Prozesse ist. In 60 Durchgängen sollten sie zu drei vorgegebenen Begriffen (etwa „Flocke – Eule – Besen“) ein Lösungswort finden, das jedes der drei Wörter sinnvoll ergänzt („Schnee“). Direkt nach der Antwort erfuhren die Testpersonen, ob diese korrekt war oder nicht. Das erlaubte den Probanden, die Antworten in der Folge zu speichern und zu verarbeiten. Eine Gruppe führte den Test abends durch und schlief danach im Schlaflabor. Die zweite Gruppe führte den Test ebenfalls abends durch, durfte aber bis zum nächsten Morgen nicht schlafen. Eine dritte Gruppe machte den Test morgens und verbrachte dann einen normalen Tag. Nach acht Stunden wiederholten alle Probanden den Test. Anteil und Geschwindigkeit der wiederholt richtigen Antworten galten als Maß für die Gedächtnisleistung. Die Zahl und Geschwindigkeit der im zweiten Durchgang erstmals richtigen Antworten wurden als Maß für assoziatives und kreatives Denken gewertet.

Gedächtnis-Festigung statt Gedächtnis-Neuordnung

Wie vermutet erinnerten sich die ‚Schläfer‘ im zweiten Durchgang am besten und am schnellsten an die acht Stunden zuvor gegebenen richtigen Antworten. Sie waren aber nicht besser darin, für bislang ungelöste Begriffe korrekte Antworten zu finden. „Unsere Studie zeigt klar: die kreative Verarbeitung von Informationen ist im Schlaf nicht stärker als im Wachzustand“, sagt Prof. Nissen. Tatsächlich fanden die Nachtaktiven sogar etwas schneller neue, richtige Antworten als die anderen beiden Gruppen. „Unabhängig davon hilft es natürlich, ausgeschlafen zu sein, um wieder neu leistungsfähig zu sein“, stellt Prof. Nissen klar.

Die nun veröffentlichten Erkenntnisse widersprechen  einer Reihe bisheriger Studien, die eine kreative Neuorganisation von Informationen im Schlaf gefunden hatten. Während bislang meist recht einfache Denkvorgänge untersucht wurden, gilt aber assoziatives Denken als höchste Form des kreativen Denkens. „Vermutlich hat Schlaf umso weniger Einfluss auf die kreative Verarbeitung von Informationen, je komplexer die Aufgabe ist“, sagt Prof. Nissen.

Kreatives Denken als Nebenprodukt?

Die Studie gibt damit auch wichtige Hinweise auf die grundsätzliche Funktion von Schlaf. „Aus evolutionärer Sicht dürfte entscheidend sein, dass Erinnerungen im Schlaf gefestigt werden und weniger, dass unterschiedliche Inhalte neu vernetzt werden“, sagt Prof. Nissen. Weitere Studien sollen nun die klinische Bedeutung der Ergebnisse, etwa für die Psychotherapie, erforschen.

Originaltitel der Arbeit: Sleep Strengthens but does Not Reorganize Memory Traces in a Verbal Creativity Task

Link zur Studie: www.journalsleep.org/ViewAbstract.aspx?pid=30497

Digitale Begriffe sind für Viele Neuland

Fast jeder weiß, was eine Internetseite ist oder was es mit einem Sozialen Netzwerk auf sich hat. Viele andere digitale Begriffe können die Deutschen dagegen nicht erklären, wie der D21-Digital-Index 2015 zeigt. Während noch fast jeder Zweite etwas mit dem Begriff Cloud anfangen kann, sind Schlagworte wie Shared Economy, Internet der Dinge oder Big Data für das Gros der Bevölkerung Neuland. Hier zeigt sich, dass die digitale Kompetenz der Bürger und ihr Wissen zu digitalen Themen noch ausbaufähig sind.

 Infografik: Digitale Begriffe sind für Viele Neuland | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Traumberuf Arzt

Traumberuf Arzt: So erhöhen Sie die Chancen auf den begehrten Platz im Medizinstudium

NEU ca. 300 Seiten 34,95 €, 36,00 € (A), 36,90 SFR (UVP) Verlags-Nr.: E10218 ISBN: 978-3-8490-2085-9
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ISBN: 978-3-8490-2085-9

Später einmal Arzt sein – das ist der Traum vieler Abiturienten. Diesem Wunsch steht aber oft ein Abiturschnitt jenseits der 1,5 entgegen, der eine Immatrikulation in dem bundesweit zulassungsbeschränkten Studienfach Medizin beinahe unmöglich macht.

Mit dem „Test für Medizinische Studiengänge (TMS)“, umgangssprachlich auch „Medizinertest“ genannt, wurde ein freiwilliger Studierfähigkeitstest entwickelt, an dem sich mittlerweile mehr als die Hälfte der medizinischen Fakultäten in Deutschland beteiligen. Die Ergebnisse des TMS können die Abiturnote ausschließlich positiv beeinflussen, eine Verschlechterung ist nicht möglich. Ein wichtiger Schritt also auf dem Weg zum gewünschten Studienplatz. Da der TMS nur einmal abgelegt werden kann, ist eine sorgfältige Vorbereitung das Nonplusultra. Der Stark Verlag steht Kandidaten als Marktführer in Sachen Prüfungsvorbereitung dabei unterstützend zur Seite.

Nach der Lektüre des neuen Trainingsbandes zum Medizinertest wissen die Testteilnehmer schon im Vorfeld, was auf sie zukommt, und können der Prüfungssituation so gelassen entgegentreten. Ein einziges Buch in bewährter Stark-Qualität umfasst die Vorbereitung auf alle neun Untertests des TMS. Zu jedem Untertest führen die erfahrenen Autoren, die z. T. selbst Mediziner sind und seit Jahren Kandidaten erfolgreich auf den Test vorbereiten, anschauliche Beispiele und zahlreiche Übungsaufgaben mit ausführlichen Lösungen an. Auch organisatorische Fragen zum Testablauf, typische Fehler und bewährte Bearbeitungsstrategien werden thematisiert.

Eine optimale Trainingshilfe für alle, die auch ohne Abiturbestnote jede Chance auf eine berufliche Zukunft in der Medizinbranche nutzen möchten.

Der (angehende) Mediziner und Psychologe Felix Segger, Geschäftsführer der privaten Bildungseinrichtung MedBreaker GmbH, unterrichtet angehende Studenten seit Jahren in Vorbereitungskursen für das Medizinstudium im deutschsprachigen Raum. Zusammen mit dem selbstständigen Dozenten im Bereich Naturwissenschaften Werner Zurowetz gewährleistet er eine individuelle Vorbereitung auf den TMS und die jeweiligen Pendants in Österreich und der Schweiz.

Immer im Dienst

Arbeitszeiten

Die Psychologin Nina Pauls entwickelt Ansätze zur Gestaltung dienstlicher Erreichbarkeit

Foto: Sandra Meyndt
Etwa jeder Vierte liest regelmäßig außerhalb der Arbeitszeit dienstliche E-Mails. Foto: Sandra Meyndt

Etwa jeder Vierte liest regelmäßig außerhalb der Arbeitszeit dienstliche E-Mails, fast jeder Fünfte muss dienstliche Angelegenheiten im Privatleben erledigen: „Neue Medien wie Smartphones oder Tablets ermöglichen, dass wir auch für unsere Arbeit immer und überall erreichbar sind“, erklärt Dr. Nina Pauls. „Um negativen Auswirkungen von arbeitsbezogener Erreichbarkeit vorzubeugen und Potenziale nutzen zu können, müssen Lösungsansätze entwickelt werden, die Interessen von Beschäftigten und Unternehmen gleichermaßen berücksichtigen.“

Ein Team um die Freiburger Psychologinnen Pauls und Dr. Barbara Pangert führt Gespräche mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, um ein genaues Bild von Erreichbarkeit aus Sicht aller Führungs- und Beschäftigtenebenen im Unternehmen zu erhalten. Ausgehend von diesem fallbezogenen Wissen über jedes der beteiligten Unternehmen entwickeln sie vor Ort gemeinsam mit den Teams Leitlinien für die Erreichbarkeit.

Pauls ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Wirtschaftspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die psychische Gesundheit bei der Arbeit und die Anforderungen moderner Arbeitswelten.

Immer im Dienst

Forscher entwickeln Ansätze zur Gestaltung arbeitsbezogener Erreichbarkeit mit Beschäftigten und Unternehmen

„Wir führen Gespräche mit Expertinnen und Experten sowie Beschäftigteninterviews, um ein genaues Bild von Erreichbarkeit aus Sicht aller Führungs- und Beschäftigtenebenen im Unternehmen zu erhalten“, erklärt Pauls. „Ausgehend von diesem fallbezogenen Wissen über jedes der beteiligten Unternehmen entwickeln wir vor Ort gemeinsam mit den Teams Leitlinien für die Erreichbarkeit.“ Dass das notwendig ist, zeigen frühere Ergebnisse der Arbeitsgruppe: Eine Studie im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie eine repräsentative Befragung in Zusammenarbeit mit der Initiative Gesundheit und Arbeit haben gezeigt, dass ständige Erreichbarkeit immer mehr Konflikte zwischen Arbeit und Privatleben auslöst und negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat. Eines der Kooperationsunternehmen ist der Software-Hersteller kühn & weyh aus Freiburg. „Wir stehen in engem Kundenkontakt. Bei Ausfällen und Störungen müssen wir auch kurzfristig erreichbar sein und die Kunden unterstützen“, berichtet Matthias Abel, Geschäftsführer von kühn & weyh. „Wir möchten im Projekt mehr über die Auswirkungen von Erreichbarkeit erfahren und dazulernen, was wir besser machen können.“

Nun hat das Team die erste Projektphase abgeschlossen und wertet die Interviews aus. Bereits jetzt zeige sich, dass Erreichbarkeit ein vielfältiges Phänomen ist, das je nach Tätigkeit, Ausmaß und Konsequenzen unterschiedlich wahrgenommen wird und hohe Anforderungen an die Beschäftigten stellt. Diese Erkenntnisse will die Gruppe im nächsten Schritt mit Befragungen absichern. Alle Beschäftigten erhalten die Möglichkeit, sich zu beteiligen. „Es gibt bereits Ansätze in Unternehmen, die Erreichbarkeit zu reduzieren. Server werden abgeschaltet oder E-Mails automatisch gelöscht“, erklärt Pangert. „Dies verhindert aber auch die Nutzung von Potenzialen, die die Erreichbarkeit für die Work-Life-Balance bieten kann.“ 2016 wollen die Forscherinnen und Forscher Leitlinien zum Management ständiger Erreichbarkeit mit betroffenen Teams erarbeiten und erproben.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert das Vorhaben im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) für drei Jahre. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin begleitet das Projekt fachlich. Ein Netzwerk von Transferpartnern aus Verbänden, Gewerkschaften und Krankenkassen unterstützt die Verbreitung der Projektergebnisse in der betrieblichen Praxis.

 

489 Kilogramm Süßigkeiten

25.744 Tassen Kaffee, 66.976 Klobesuche und 15.456 Zigarettenpausen, das alles passiert laut Auxmoney innerhalb einer Minute in deutschen Büros. Der Kreditvermittler hat unseren Arbeitsalltag in einer – natürlich nicht streng wissenschaftlichen Maßstäben genügenden – Echtzeit-Grafik eingefangen. Demnach sind Erwerbstätige neben ihrer eigentlichen Beschäftigung allerlei Ablenkungen ausgesetzt. Zum Beispiel kaufen sie in 60 Sekunden für 13.760 Euro bei Amazon ein, gucken 745.943 Mal auf ihr Telefon und vertilgen 489 Kilogramm Süßigkeiten.

Infografik: 60 Sekunden in deutschen Büros | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista