Wenn Bürokratie überhandnimmt – Wissenschaftspreis

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat heute zum zweiten Mal den Wissenschaftspreis Bürokratie vergeben

Ausgezeichnet wurden zwei Publikationen, die sich mit der Funktion und Wirkung der Bürokratie auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigen.

Die beiden Arbeiten befassen sich mit sehr unterschiedlichen Themen: Die Gemeinschaftsarbeit von Christian Adam, Christoph Knill und Xavier Fernandez-i-Marín untersucht das Verhältnis zwischen dem Wachstum von Regeln und der Effektivität von Regierungen. Sie trügen mit ihrer Studie dazu bei, die Bedeutung der Bürokratie für die Entwicklung staatlicher Regelsysteme besser zu verstehen, begründet die Jury ihr Urteil.

Das zweite prämierte Werk ist die Dissertation von Niels Hegewisch, die sich den bürokratischen Strukturen im historischen Kontext widmet und einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der ambivalenten Rolle der staatlichen Verwaltung im Gefüge der Gewaltenteilung leistet, so die Jury. „Für das Recht gilt das, was für Güter gilt – nur ein rares Gut ist wertvoll“, sagte Verfassungsrechtler Paul Kirchhof in seiner Laudatio. „Rares Recht ist Freiheit.“

Der mit 5.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis Bürokratie wurde von Fritz Hellwig, Gründungsdirektor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), gestiftet und erstmals im Jahr 2015 vergeben. Der Preis soll die Wissenschaft anregen, sich mit der Arbeitsweise und der Entwicklungsdynamik von Bürokratien zu beschäftigen sowie deren Wirkung auf Betroffene und das Gemeinwesen auf den Grund zu gehen. Anlass für die Preisstiftung war die Sorge, „dass Regulierungs- und Verwaltungsvorschriften das Marktgeschehen überwuchern“, sagt Hellwig.

Die Jury des Wissenschaftspreis Bürokratie bestand in diesem Jahr aus Martin Hellwig, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern Bonn, Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrates, Renate Mayntz, emeritierte Direktorin des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung Köln, Daniel Zimmer, Direktor des Instituts für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, und Michael Hüther, Direktor des IW. Die Geschäftsführung für den Wissenschaftspreis liegt beim IW.

Star-Manager ticken anders als Star-Unternehmer

Eine Studie öffnet den Zugang zur verschlossenen Elite der Weltwirtschaft

Wie tickt die Wirtschaftselite der Welt? Welche Persönlichkeitsstrukturen kennzeichnen die weltweit erfolgreichsten Unternehmer und Manager? Bislang gab es dazu nur vereinzelt Erkenntnisse, weil sich die Superstars der Weltwirtschaft wissenschaftlichen Experimenten oder Interviews entziehen. Wirtschaftswissenschaftler Dr. Christian Fisch von der Universität Trier hat gemeinsam mit zwei Co-Autoren einen neuen Zugang zu ihnen gefunden. Die Forscher haben Twitter-Einträge mit Hilfe einer Sprachanalyse-Software ausgewertet und daraus Persönlichkeitsmerkmale erschlossen. Dieses in anderen Wissenschaftsdisziplinen erprobte und anerkannte Verfahren hat überraschende Befunde erbracht. So geben sich die Top-Manager in Twitter „päpstlicher als der Papst“ – sprich: unternehmerischer als die eigentlichen Spitzen-Unternehmer wie Mark Zuckerberg, Elon Musk oder Bill Gates.

In ihrer vergleichenden Analyse von 106 Twitter-Accounts kamen Christian Fisch, Martin Obschonka (QUT Queensland) und Ryan Boyd (University of Texas) zu dem Ergebnis, dass Unternehmer und Manager in vielen Kategorien unterschiedlich ticken. Die deutlich höheren Werte der Top-Manager bei einigen unternehmerischen Attributen führen die Autoren darauf zurück, dass Manager ein größeres Interesse an einer positiven Außendarstellung und Wahrnehmung haben als Top-Unternehmer. Manager dürften Twitter daher stärker für die Eigen-PR und das Unternehmensmarketing instrumentalisieren als Unternehmer.

Warum ticken Star-Manager anders als Star-Unternehmer?

„Selbst die Superstars unter den CEOs sind als Beschäftigte eines Unternehmens in einer stark abhängigen Position und stehen zudem unter dem Druck von Aktionären und Stakeholdern. Daher haben sie einen hohen Anreiz, von sich selbst via Twitter das Bild einer wettbewerbsfähigen und einer stark unternehmerisch motivierten Persönlichkeit zu zeichnen. Das gilt für die Unternehmer nicht in gleicher Weise, die sich bereits durch die Gründung des Unternehmens als erfolgreiche Persönlichkeit profiliert und Unabhängigkeit gesichert haben“, sagen die Wissenschaftler.

Diese Interpretation könnte auch erklären, warum sich nach den Studien-Ergebnissen Top-Manager in Twitter als gewissenhafter, machtgetriebener und weniger unsicher präsentieren als die Gruppe der Unternehmer.

In der Instrumentalisierung von Twitter zu PR-Zwecken unterscheiden sich die „Super-Manager“ nicht nur von Unternehmern, sondern auch vom durchschnittlichen Bürger. Für die große Mehrheit der Bevölkerung hatten frühere wissenschaftliche Studien eine hohe Übereinstimmung von Online- und Offline-Persönlichkeit festgestellt. Die „digitalen Fußabdrücke“ in den Social Media spiegeln beim Durchschnittsbürger die tatsächlichen Persönlichkeitsmerkmale recht genau wider.

Die Studie von Christian Fisch und Kollegen bestätigte auch eine Reihe von erwarteten Effekten. So zeichnen sich Spitzen-Unternehmer durch Offenheit, Unabhängigkeitsstreben, Kreativität, Innovationsfreude und einen Hang zum Bruch mit Konventionen aus. Damit fänden die von dem Ökonomen Joseph Alois Schumpeter identifizierten Persönlichkeitsmerkmale eines erfolgreichen Unternehmers eine weitere späte Bestätigung.

Zum Artikel: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352673417300239

Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit

„Muss ich da drangehen?“

Fünf IT-Unternehmen erproben neue Spielregeln für den Umgang mit Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit

Foto: Sandra Meyndt
Etwa jeder Vierte liest regelmäßig außerhalb der Arbeitszeit dienstliche E-Mails. Foto: Sandra Meyndt

Abends und am Wochenende E-Mails checken und im Urlaub dienstliche Telefonate führen: Eine Vielzahl an Studien hat nachgewiesen, dass dies Risiken für das Wohlbefinden von Beschäftigten birgt. Doch welche Eigenschaften von Erreichbarkeit führen eigentlich zu diesen Folgen? Ein Forschungsteam der Universität Freiburg und des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München haben im Projekt „MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit“, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und fachlich begleitet von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Antworten auf diese Frage gefunden: Erreichbarkeit kann dann ein Problem für die psychische Gesundheit von Beschäftigten werden, wenn die Arbeitsmenge so hoch ist, dass sie in der eigentlichen Arbeitszeit nicht zu schaffen ist oder wenn Beschäftigte auch außerhalb der Arbeitszeit Verantwortung für Zwischenfälle im Unternehmen beziehungsweise beim Kunden übernehmen. Die Ergebnisse sowie praktische Handlungshilfen werden am 20. Juni 2017 bei der Tagung „Irgendwie, irgendwo, irgendwann – Ständige Erreichbarkeit im Kontext von Arbeit und Gesundheit gestalten“ in München vorgestellt. Informationen und Anmeldung: http://erreichbarkeit.eu/tagung

Das Forschungsteam hat in Workshops mit Beschäftigten aus fünf IT-Unternehmen Spielregeln zum Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien entwickelt. Bei den Unternehmen erwiesen sich jeweils unterschiedliche Gestaltungsansätze als zielführend, bei einer Sache waren sich allerdings alle einig: „Abends, am Wochenende oder im Urlaub muss man keine Anrufe entgegennehmen oder E-Mails lesen, es sei denn, Rufbereitschaft ist explizit vereinbart“, sagt die Wirtschaftspsychologin Dr. Nina Pauls von der Universität Freiburg. Somit konnten in den Workshops Empfehlungen für die Beschäftigten im Umgang mit E-Mails in Randzeiten getroffen werden. „Wir haben diskutiert, wie sich das E-Mail-Aufkommen reduzieren lässt und beschlossen, dass vor dem Versenden einer E-Mail berücksichtigt werden sollte, an wen die Nachricht gehen soll und an wen nicht. So kann unnötiger Arbeitsaufwand vermieden werden“, so Pauls. „Es wurde außerdem vereinbart, sensibler mit dem Sendezeitpunkt sowie der Auswahl des Mediums umzugehen und sich vor einer Kontaktaufnahme zu überlegen, ob eine E-Mail, ein Anruf oder eine Textnachricht der schnellste Weg zur Lösung eines Problems ist.“ Die Spielregeln beantworten Fragen, die sich viele Beschäftigte in Unternehmen stellen. „Gerade neuen Mitarbeitern ist häufig nicht klar, ob sie in ihrer Freizeit auf Anfragen von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden reagieren müssen“, sagt Corinna Heist, Betriebsrätin der kühn & weyh software GmbH, einem der Projektpartner von MASTER. „Diese Unklarheit führt dazu, dass Kollegen dann eben doch am Wochenende E-Mails beantworten, obwohl der Absender das gar nicht erwartet.“

Eine Mitarbeiterbefragung Anfang 2017 zeigte, dass die Spielregeln in den beteiligten Unternehmen etwas bewegt haben. „Gerade die Beschäftigten, die sich an den Projektaktivitäten beteiligten, haben von den Vereinbarungen profitiert. Sie gehen bewusster mit Erreichbarkeit um, sind emotional weniger belastet und nutzen vermehrt die Potenziale der Erreichbarkeit für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf“, sagt der Wirtschaftspsychologe Dr. Christian Schlett von der Universität Freiburg. „Es wird aber auch deutlich, dass ein Umdenken Zeit benötigt und für eine unternehmensweite Durchdringung alle Beschäftigten und Führungskräfte zu beteiligen sind.“

www.erreichbarkeit.eu

WannaCry befällt hunderttausende Rechner

Der Kryptotrojaner WannaCry verschlüsselt Daten auf betroffenen Computern

Über 200.000 Systeme in 150 Ländern hat der Erpressungstrojaner „WannaCry“ innerhalb weniger Tage befallen. Die Software tauchte Heise.de zufolge am Freitag zunächst in Russland auf und verbreitete sich von dort schnell weiter. Die hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit des neuen Krypto-Trojaners erklärt sich dadurch, dass er selbstständig neue Computer infiziert. „WannaCry“ verschlüsselt befallene Computer und fordert von den Betroffenen ein Lösegeld in Höhe von 300 US-Dollar. Im Vergleich ist das eine relativ moderate Forderung, wie Daten von Symantec zeigen. Dem Internet Security Threat Report des Anbieters von Sicherheitssoftware zufolge, mussten Betroffene von Ransomware vergangenes Jahr im Schnitt 1.007 US-Dollar zahlen, um wieder an ihre Daten zu kommen.

Infografik: WannaCry befällt hunderttausende Rechner | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

„Resilire“ – Stark in der Arbeit

Forscher haben im Verbundprojekt „Resilire“ Instrumente zur Förderung der psychischen Widerstandskraft entwickelt

LogoVon einem Termin zum nächsten eilen, dazwischen mit einem verärgerten Kunden telefonieren und dann noch ein neues Projekt planen: Resilienz oder auch psychische Widerstandskraft unterstützt Beschäftigte dabei, mit solch hohen Arbeitsanforderungen erfolgreich umzugehen und sogar daran zu wachsen. Mit der Förderung von Resilienz können Unternehmen die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten sicherstellen und sie auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten. Wie dies gelingen kann, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Erlangen-Nürnberg in den vergangenen beiden Jahren im Verbundprojekt „Resilire – Altersübergreifendes Resilienz-Management“ untersucht. Als Ergebnis haben sie anwendungsorientierte Instrumente wie eine Internet-Plattform und ein Online-Training entwickelt, mit denen sich die psychische Widerstandskraft im Arbeitsleben ermessen und fördern lässt.

„Auf unserer Internet-Plattform www.resilire.de können Beschäftigte mithilfe eines Fragebogens ihre individuelle Resilienz einschätzen“, erklärt Dr. Nina Pauls, Projektmitarbeiterin an der Universität Freiburg. „Das Besondere ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Resilienzwerte direkt mit einem Benchmark aus mehr als 3.000 anderen Beschäftigten vergleichen können.“ Darüber hinaus thematisiert die öffentlich zugängliche Plattform die Frage, wie Teams und sogar ganze Organisationen flexibel mit Veränderungen umgehen und damit die individuelle Resilienz der Beschäftigten stärken können.

Zur Förderung der Resilienz entwickelten die Wissenschaftler in Kooperation mit dem Freiburger Softwarehaus Haufe Lexware ein webbasiertes Training. Die Wirksamkeit der Einheiten überprüften sie bei mehreren Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. „Wir freuen uns, dass die ersten Fallstudien bestätigen, dass ein so zeitökonomisches Online-Training die Resilienz und das psychische Befinden bei den Teilnehmenden verbessern kann“, berichtet Dr. Christian Schlett von der Professur für Wirtschaftspsychologie an der Universität Freiburg. Darüber hinaus verankern präsenzbasierte Formate wie beispielsweise interne Schulungen die Resilienzförderung im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Damit, so das Fazit der Wissenschaftler, wird Resilienz als betriebliche Ressource erschlossen und kann langfristig zur psychischen Gesundheit der Beschäftigten und zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beitragen. Unternehmen, die sich für das Online-Training interessieren, erhalten von den Wissenschaftlern auf Anfrage einen kostenfreien Zugang.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Resilire im Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ für drei Jahre. Die Projektkoordination hat die Universität Erlangen-Nürnberg inne. Ein Netzwerk von Umsetzungs- und Transferpartnern unterstützt die Verwertung der Projektergebnisse in der betrieblichen Praxis.

Tagung am 6. Juli 2017 in Nürnberg
Die Ergebnisse des Projekts werden auf der Tagung „Stark in der Arbeit!“ am 6. Juli 2017 in Nürnberg der betrieblichen Praxis und einem wissenschaftlich interessierten Publikum vorgestellt und diskutiert. Bei Vorträgen erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie das Team die Instrumente zur Einschätzung und Förderung von Resilienz entwickelt und gestaltet hat. In anwendungsnahen Workshops können sie die Instrumente ausprobieren und sich darüber austauschen, wie sich Resilienz in das betriebliche Gesundheitsmanagement eingliedern lässt. Es werden keine Tagungsgebühren erhoben. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine frühzeitige und verbindliche Anmeldung über folgende Website erforderlich: https://www.resilire.de/tagung.php

Weitere Informationen
www.resilire.de

Studie: EU-Datenschutzrecht

EU-Datenschutzrecht

Die cepStudie gibt einen Überblick über die bestehenden Vorschriften auf EU-Ebene und die aktuellen Reformbestrebungen der EU-Kommission.

Gegenwärtig werden die auf EU-Ebene geltenden Datenschutzregeln umfassend überarbeitet und reformiert. Dabei lässt sich leicht der Überblick verlieren. Deshalb stellt das cep in einer Studie die wichtigsten Sekundärrechtsakte im Bereich Datenschutz sowie die geplanten inhaltlichen Veränderungen vor.

Die cepStudie widmet sich u.a. der EU-Datenschutzgrundverordnung, die die allgemeine EU-Datenschutzrichtlinie im Mai 2018 ablösen wird.

Ferner hat die EU-Kommission Anfang 2017 eine Verordnung über Privatsphäre und elektronische Kommunikation vorgeschlagen, die die bisherige Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation ersetzen soll. Eine wesentliche Neuerung dabei ist, dass die neuen Regeln dann auch für internetbasierte Kommmunikationsdienste wie Whatsapp und Skype gelten sollen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter zu schaffen. Sie sollen zudem generell auch für die Anbieter gelten, die aus Drittstaaten heraus Kommunikationsdienste an Endnutzer in der EU erbringen.

Eine tiefergehende Analyse zu diesem Verordnungsentwurf werden die Autoren in den kommenden Wochen vorlegen.

cepStudie_EU-Datenschutzrecht

Ausschreibung für landesweiten Wettbewerb zur Share Economy

Ressourcen teilen, Miteinander fördern, Digitalisierung gestalten
shareBW: Ausschreibung für landesweiten Wettbewerb zur Share Economy ist gestartet

Stuttgart/Karlsruhe, 03. April 2017.
Nach einer erfolgreichen ersten Auflage vor zwei Jahren lobt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) nun erneut den landesweiten Wettbewerb „shareBW“ aus. Der Wettbewerb fokussiert Projektideen zur Share Economy, die einen Bezug zur Digitalisierung und modernen Technologien aufweisen. Die diesjährigen Wettbewerbskategorien umfassen die Themen Nachhaltigkeit und Energie, geteilte Mobilität, gesellschaftliche Teilhabe und gemeinsame Kreativität. Der Wettbewerb, der sich sowohl an Startups, Institutionen, Vereine und an Bürger richtet, wird vom CyberForum e.V. im Auftrag des MWK durchgeführt. Projektideen können bis 31. Mai 2017 unter www.sharebw.de eingereicht werden.

Wie können durch die Share Economy Ressourcen effizienter und damit umweltschonender genutzt werden? Wie kann das Prinzip des Teilens mehr bürgerschaftliches Engagement hervorrufen? Und wie können innovative und dennoch sozial verträgliche Share-Economy-Modelle aussehen?

Diesen Fragen geht das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gemeinsam mit dem CyberForum e.V. nach und lobt zum zweiten Mal den landesweiten Wettbewerb „shareBW“ aus.
„Die Idee der Share Economy ist nicht neu, die Digitalisierung eröffnet aber neue Potenziale und sorgt für einen enormen Schub“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, und fügt hinzu: „Auf digitalen Plattformen können sich schnell und einfach Nutzergemeinschaften bilden und Ressourcen unkompliziert getauscht und geteilt werden. Mit shareBW wollen wir somit einerseits kreative Ideen auszeichnen, die einen Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten, aber auch neuartige Digitalisierungspotenziale identifizieren und heben.“

„Die Share Economy ist nicht nur ein Impulsgeber für eine moderne Gesellschaft, sondern auch ein starker Wachstumsfaktor für die Digitalbranche“, ergänzt David Hermanns, Geschäftsführer des CyberForum aus Karlsruhe. „Hier steckt in Baden-Württemberg großes Potenzial, was sich auch daran zeigt, dass wir bei der vergangenen Auflage des Wettbewerbs 60 Bewerbungen erhalten haben. Ich bin schon sehr gespannt, welche innovativen Sharing-Konzepte wir dieses Jahr durch shareBW unterstützen können.“

shareBW: Zielgruppe und Wettbewerbskategorien

Der Wettbewerb wird in vier Hauptkategorien ausgeschrieben: In der Kategorie „Smarter Earth/Energy“ geht es um Projekte, die speziell die Themen Klima, Nachhaltigkeit, Naturschutz oder Erneuerbare Energien fokussieren. Bei „Mobility“ steht im Vordergrund, mit zum Beispiel sozialen Netzwerken oder der Nutzung offener Daten neuen Mobilitätsformen Vorschub zu leisten, um Mobilität umweltverträglicher und bezahlbar zu machen. In der Kategorie „Integration/Participation“ werden Ideen gesucht, die das alltägliche Leben betreffen und einen gesellschaftlichen Nutzen beisteuern – beispielsweise bürgerschaftliches Engagement, die Erleichterung der Arbeit für Ehrenamtliche oder neue Beteiligungsformate. Einen künstlerischen Ansatz verfolgt die Kategorie „Creativity“, in welcher Sharing-Projekte zu Themen wie Kulturvermittlung, Film und Werbung, Verlagswesen, Software oder Gaming eingereicht werden können.

shareBW richtet sich an ein breites Publikum: sowohl junge Unternehmen, als auch Forschungseinrichtungen, Vereine, Institutionen oder Einzelpersonen können ihre Projektidee einreichen. Vorschläge zu Share-Economy-Kooperationsprojekten von mindestens zwei Partnern, von denen mindestens ein Partner eine gemeinnützige Einrichtung oder eine Person des öffentlichen Rechts ist, sind besonders willkommen. Der Wettbewerb wird unterstützt durch das IT Bündnis Baden-Württemberg.
Weitere Informationen zum Wettbewerb und Einreichung der Projektidee vom 1. April bis 31. Mai 2017 unter: www.sharebw.de

brain writes sounds

Netzwerk-Performance am 07.03.2017 mit der Schriftstellerin Annette Pehnt und dem Musiker Harald Kimmig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie klingt das Gehirn? Wie erzählt es? Wie könnte eine Poetik des Gehirns ästhetisch erfahrbar werden? Einen Abend lang gehen der Musiker und Komponist Harald Kimmig und die Schriftstellerin Annette Pehnt diesen Fragen in künstlerischer Form nach. Sie haben als „Artists in Residence“ mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Exzellenzclusters BrainLinks-BrainTools der Universität Freiburg, der an Schnittstellen zwischen Maschinen und dem menschlichen Gehirn forscht, nachgedacht und diskutiert. Die daraus entstandene Improvisation bringen die beiden gemeinsam auf die Bühne.

  • Was: Performance
  • Wann: 07.03.2017, 20:30 Uhr
  • Wo:
    E-Werk Freiburg
    Kammerbühne
    Eschholzstraße 77
    79106 Freiburg
  • Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten.
  • Veranstalter: BrainLinks-BrainTools
  • Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
  • Der Eintritt ist frei.
  • Die Vortragssprache ist Deutsch.

Brexit-Weißbuch umreißt Strategie für Austrittsverhandlungen

Brexit-Weißbuch: Viel alter Wein in neuen Schläuchen

Das am 2. Februar 2017 von der britischen Regierung vorgelegte Weißbuch umreißt die Strategie des Vereinigten Königreichs für die Austrittsverhandlungen mit der EU.

Das Weißbuch bekräftigt und konkretisiert in weiten Teilen die Positionen, die Theresa May in ihrer Rede am 17. Januar 2017 darlegte. Allerdings handelt es sich dabei aus Sicht von Bert Van Roosebeke vom cep um viel alten Wein in neuen Schläuchen. Dennoch, so Van Roosebeke, sind im Detail an mehreren Stellen neue, zum Teil bemerkenswerte Akzente zu erkennen.

  • Die britische Regierung schwächt das Ziel, die Kontrolle über die Gesetzgebung wiederzuerlangen, ab. Nationale Gesetze können nicht umfassend vom EU-Recht abweichen, wenn der Handel mit der EU möglichst frei sein soll. Der EuGH soll zwar nicht länger die Gesetze im Vereinigten Königreich auslegen. An seine Stelle soll aber ein Mechanismus der Streitbeilegung mit der EU und eine justizielle Zusammenarbeit mit der EU treten dürfen. Wie verhindert werden kann, dass sich die Gesetzeslage im Vereinigten Königreich und in der EU mit der Zeit zunehmend unterscheiden, will die Regierung erst in einem späteren Weißbuch thematisieren.
  • Offenkundig ist sich die britische Regierung auch der potentiell negativen Auswirkungen einer Einschränkung der Freizügigkeit bewusst. Sie will die Betroffenen in den fraglichen Sektoren umfassend konsultieren, bevor sie die Freizügigkeit einschränkt.
  • Den größtmöglichen Zugang zum EU-Binnenmarkt will die britische Regierung mit einem Zollabkommen erreichen. Die britische Regierung betont mehrfacht, dass die britische Gesetzeslage mit EU-Recht im Einklang stehe und dass einzelne Teile der bestehenden Binnenmarktregeln daher einfach übernommen werden könnten. Weil das auch auf Norwegen und die Schweiz zutrifft, deren Assoziationsmodelle mit der EU Theresa May aber nicht übernehmen will, muss May damit rechnen, dass ihr Rosinenpickerei vorgeworfen wird (Marktzugang ja, aber keine Freizügigkeit).
  • Die britische Regierung betont ihr besonderes Interesse an einem umfassenden Marktzugang in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Energie, Transport und Telekommunikation. Sie weist explizit auf die Relevanz der Europäischen Gesetzgebung hin und signalisiert, auch künftig die Äquivalenz mit diesen Regeln einhalten zu wollen.
  • Die britische Regierung signalisiert aktive Vorbereitungen für den Abschluss von Handelsabkommen mit Drittstaaten. Dies ist aus britischer Sicht nachvollziehbar, könnte allerdings die Verhandlungen mit der EU erschweren.

Fazit: Weiterhin zielt das Vereinigte Königreich auf eine weitreichende Handelsvereinbarung mit der EU, die eine eingeschränkte Freizügigkeit beinhalten soll. Die britische Regierung weist erneut darauf hin, in Sachen Sicherheits- und Verteidigungspolitik mit der EU zusammen arbeiten zu wollen. Das „Ukraine Plus“-Modell (siehe cepAdhoc vom 24. Januar 2017) kristallisiert sich daher weiterhin als Ziel der britischen Verhandlungsstrategie heraus. Angesichts der handelspolitischen, fiskalischen und sicherheitspolitischen Interessen der EU könnte dies eine realistische Basis für das zukünftige Verhältnis zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU sein.

AiKiKenDo: Neuer Termin in Emsdetten

AiKiKenDo Wochenende in Emsdetten

Termin:   25. – 26. März 2017 von 10–17 Uhr
Kosten:   250,– Euro

Ort: Yoga-Villa Emsdetten, Wilhelmstraße 25
48282 Emsdetten

AIK-002_EMSDETTEN_EINZEL

Anmeldung erforderlich

 

In Zeiten von Komplexität und digitaler Reizüberflutung gewinnen Aspekte der Achtsamkk

Hans Hinken in Aktion
Foto ©Miroslav Dakov

eit und des Fokus’ an Bedeutung. Durch Rückgriff auf Weisheitslehren asiatischer Kampfkünste erproben die Teilnehmenden im Aikikendo Elemente der Selbstführung wie Zielgerichtetheit, gelassene Konzentration, klare Kommunikation und entdecken schrittweise den tieferen Zugang zu ihrer Intuition.

Mit dem Ansatz des Modell-Lernens werden Fähigkeiten ausgebildet, mit denen den Herausforderungen eines komplexen, stressbehafteten Lebens angemessenbegegnet werden kann.

Meditative Elemente der tiefen Atmung, Balance- und Körperübungen mit dem leichten Stock und Fokussierungs-einheiten mit dem Holzschwert erhöhen die Selbstwahrnehmung und führen zu mehr Gelassenheit in Alltag und Beruf.