Geisterstunde im Kunstmuseum Basel

Hunderte von Millionen Menschen auf der ganzen Welt glauben an Geister

Am 20. September 2025 war es so weit, dass sich die Türen mit einem lauten Quietschen im Kunstmuseum Basel öffneten und ein fröstelnder Hauch durch die Räume schwebte, der die Welt der Geister beschwor.

Geister – Dem Übernatürlichen auf der Spur

hat die Kuratorin Eva Reifert zahlreiche Artefakte zusammen getragen – manche kitschig, andere künstlerisch wertvoll – und einen interessanten Beitrag im Katalog verfasst, der die „Welt der Geister“ in ihren historischen Kontext stellt.

Im 19. Jahrhundert hat sich in der westlichen Welt rund um das Thema Geister eine Szene entwickelt – vorangetrieben aus einer Verschmelzung von Wissenschaft, Spiritualismus und populären Medien, die auch am Psychiater C.G. Jung in Zürich nicht spurlos vorbei ging. Zu bestaunen ist in der Ausstellung ein Brotmesser, das nach Jungs Aussagen 1898 während der Begegnung mit einem „Medium“ in seinem Hause in 4 Teile zersprang.

Brotmesser, das nach Jungs Aussagen 1898 während der Begegnung mit einem „Medium“ in seinem Hause in 4 Teile zersprang.

Die Tatsache, dass die Erscheinungen, um die es hier geht, ständig mit unserer kollektiven Vorstellungskraft, ja sogar mit unserem kulturellen Unbewussten interagieren, macht Geister und Gespenster zu so anhaltend wirkmächtigen Wesen – und die Ausstellung zu einem überraschenden, anregenden und eindrücklichen Erlebnis.

Titel: Fantasmino
Künstler:in & Beteiligte: Tony Oursler
Entstehungszeit: 2017
Creditline: Collection of Tony Oursler
Photo Credit: Image Courtesy of Tony Oursler. 
Photo by Andrea Guermani
Titel: Fantasmino
Künstler:in & Beteiligte: Tony Oursler
Entstehungszeit: 2017
Creditline: Collection of Tony Oursler
Photo Credit: Image Courtesy of Tony Oursler.
Photo by Andrea Guermani

Auch die Kunst haben sie immer schon heimgesucht. Als Wesen des Dazwischen sind Geister Vermittler zwischen den Welten, zwischen oben und unten, Leben und Tod, Schrecken und Humor, Gut und Böse, sichtbar und unsichtbar. Jeder Versuch, sie abzubilden, aufzuzeichnen oder mit ihnen zu kommunizieren, ist daher eine kognitive Herausforderung und ein emotionaler Nervenkitzel.

Hunderte von Millionen Menschen auf der ganzen Welt glauben an Geister. Ihr kollektiver Glaube hat tiefe historische Wurzeln. Obwohl der enorme Fortschritt in Wissenschaft und Technik scheinbar keinen Platz dafür lässt, bewahren sich die meisten Menschen auch heute noch einen skeptischen Glauben an das Übernatürliche.

Auch Kinder werden ihre Freude haben und den einen oder anderen Gruselmoment erleben können – noch vor Halloween.

Den Sonntagnachmittag als Geisterstunde im Museum Basel zu verbringen, lässt auch so manchem Elternteil einen kalten Schauer über den Rücken ziehen.

https://kunstmuseumbasel.ch/de/ausstellungen/2025/geister

Neue Ausstellung ab Samstag, 26. April, im Haus der Graphischen Sammlung


Alter! Grafik aus fünf Jahrhunderten

Haus der Graphischen Sammlung, Ausstellungsansicht „Alter! Grafik aus fünf Jahrhunderten“, Foto: Städtische Museen Freiburg

Haus der Graphischen Sammlung, Ausstellungsansicht „Alter! Grafik aus fünf Jahrhunderten“, Foto: Städtische Museen Freiburg

Weise und gütig oder gebrechlich und unattraktiv – von alten Menschen existieren sehr unterschiedliche Vorstellungen, auch in der Kunst. Die Ausstellung „Alter! Grafik aus fünf Jahrhunderten“ im Haus der Graphischen Sammlung widmet sich ab Samstag, 26. April, diesem vielschichtigen Thema. Welche Entwicklungen, Stereotype und Deutungen gab es im Laufe der Zeit? Bis Sonntag, 17. August, sind rund 80 Werke von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert zu sehen, darunter Arbeiten von Albrecht Dürer, Hans Baldung Grien, Rembrandt van Rijn, Marie Ellenrieder, Max Liebermann, Käthe Kollwitz und Pablo Picasso. Sie stammen aus den grafischen Sammlungen von Augustinermuseum und Museum für Neue Kunst. Als Leihgaben ergänzen zeitgenössische Fotografien von Darius Ramazani die Präsentation, die ein neues Altersverständnis im 21. Jahrhundert zeigen.

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Nordlichter


Es ist das erste Mal, dass diesem Thema in Europa eine eigene Ausstellung gewidmet wird

  Edvard Munch, Zugrauch, 1900

Öl auf Leinwand, 84,5 x 109 cm
Munchmuseet, Oslo
Foto: Munchmuseet/Halvor Bjørngård
Edvard Munch, Zugrauch, 1900
Öl auf Leinwand, 84,5 x 109 cm
Munchmuseet, Oslo
Foto: Munchmuseet/Halvor Bjørngård

Die Ausstellung ist nicht chronologisch angeordnet, sondern widmet sich den einzelnen Künstlern und deren einzigartigen Ansätzen zur Darstellung der Natur. Künstler wie Helmi Biese, Akseli Gallen-Kallela und Anna Boberg haben innovative Perspektiven gewählt, um die Weite der Landschaften darzustellen. So werden gleich 3 Perspektiven in „Der Mantykoski-Wasserfall“ vom finnischen MalerAkseli Gallen-Kallela wiedergegeben.

Die nordische Malerei erlebte zwischen 1870 und 1920 eine Blütezeit, beeinflusst von internationalen Strömungen und der Suche nach künstlerischer Freiheit. Die Werke sind geprägt von leuchtenden Farben und expressiven Pinselstrichen, die die extremen Lichtverhältnisse der Region einfangen.

Zusätzlich wird die Rolle des Buffalo AKG Art Museum hervorgehoben, das 1913 eine bedeutende Ausstellung zeitgenössischer skandinavischer Kunst zeigte und damit die Entwicklung der modernen Malerei in Kanada beeinflusste.

Die Ausstellung «Nordlichter» erweitert die Perspektive der modernen Landschaftsmalerei und reflektiert die nationale Identität und kulturelle Verbundenheit der nordischen Länder. Begleitend zur Ausstellung wird die digitale Installation «Boreal Dreams» des dänischen Künstlers Jakob Kudsk Steensen gezeigt, die sich mit den Auswirkungen der Klimakrise auf das boreale Ökosystem auseinandersetzt.

Ein umfangreicher Katalog, herausgegeben von Ulf Küster, ergänzt die Ausstellung und bietet tiefere Einblicke in die Werke und deren Kontext. Veranstaltungen im Rahmenprogramm der Ausstellung beinhalten u.a. Morgenmeditationen zu Themen der Ausstellung, die noch bis zum 25.5.2025 zu besuchen ist.


Rahmenprogramm «Nordlichter» Veranstaltungen

Sommerausstellung 2024 in der Fondation Beyeler

Muliperspektivisches Sehen

Erstmals in der über 25-jährigen Geschichte der Fondation Beyeler werden das gesamte Museum und der umliegende Park zum Schauplatz einer experimentellen Ausstellung zeitgenössischer Kunst.

Räume werden zu Nicht-Räumen, Grünflächen zu Gewächshäusern, Parks zu Wolkenformationen, Restaurants zu Kassenhäuschen, Waschmaschinen zu gigantischen Orgs – der Umdeutung sind weder Grenzen noch Begrenzungen gesetzt.

Federico Campagna & Frida Escobedo, A library as big as a world, 2023, Courtesy of the artists Foto: Hans J Hinken
Federico Campagna & Frida Escobedo, A library as big as a world, 2023, Courtesy of the artists Foto: Hans J Hinken

Alle Betrachter*innen sind eingeladen, ihre Sehgewohnheiten an der Garderobe abzugeben und sich auf eine neue, multiperspektivische Weltsicht einzulassen.

Adrián Villar Rojas, The End of Imagination VI, 2024, live simulations of active digital 
ecologies, and layered composites of organic, inorganic, human and machine-made matter, 
courtesy the artist  © Adrián Villar Rojas
Adrián Villar Rojas, The End of Imagination VI, 2024, live simulations of active digital
ecologies, and layered composites of organic, inorganic, human and machine-made matter,
courtesy the artist  © Adrián Villar Rojas

Die von der Fondation Beyeler in Zusammenarbeit mit der LUMA Stiftung von Maja Hoffmann organisierte Ausstellung vereint die Werke von 30 Mitwirkenden unterschiedlicher Herkunft und Disziplinen wie Malerei, Geisteswissenschaft, Bibliothekswesen, Fotographie, Gesang, Schauspiel, Restauration, Ausstellungsdesign, Tanz und Kunsttransporten.

Foto:Hans J Hinken
Foto:Hans J Hinken

Da die Ausstellung als ein lebender Organismus konzipiert ist, der sich verändert und transformiert, hat eine wachsende Anzahl von Mitwirkenden ihre Gedanken zu jeder Phase der Ausstellungsgestaltung eingebracht, von der Konzeption und Ausarbeitung über die Produktion bis hin zur Gestaltung und Präsentation.

Konzipiert von Sam Keller, Mouna Mekouar, Isabela Mora, Hans Ulrich Obrist, Precious Okoyomon, Philippe Parreno und Tino Sehgal in enger Zusammenarbeit mit den Mitwirkenden – aber leider nicht mit den Besuchenden.

Denn auch die Betrachtenden greifen durch aktive Wahrnehmung in das Ausstellungssystem ein und verändern es permanent. Sie sind die eigentlichen Transformatoren durch Perspektiv- und Tempowechsel, indem sie sich einlassen auf Überraschungen der besonderen Art.

Gelegenheit dazu besteht täglich bis zum 19. August 2024 in den Parks und Räumen/Nicht-Räumen der Fondation Beyeler, Riehen bei Basel, Schweiz.

USA dominieren den westlichen Kunstmarkt

Kennzahlen zum westlichen Markt

Infografik: USA dominieren den westlichen Kunstmarkt | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Rund 889,5 Millionen US-Dollar wurden im vergangenen Jahr mit zeitgenössischer Kunst auf dem US-Markt erzielt. In keinem anderen westlichen Land wird so viel Geld durch die Auktion von Gegenwartskunst erwirtschaftet, wie die Statista-Grafik auf Basis des Contemporary Art Market Report von ArtPrice.com. Für die USA ist es das beste Verkaufsjahr der Geschichte; ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie liegen die Umsätze rund 113 Prozent über den Vorjahreswerten. Zudem sind die Sammler:innen auf dem US-Markt deutlich kauflustiger. Die Verkaufsrate aller angebotenen Auktionsstücke beträgt rund 84 Prozent. In Frankreich waren es im selben Zeitraum nur etwa 57 Prozent, der globale Durchschnitt liegt bei etwa 70 Prozent.

Unter den Auktionshäuser hat Christie’s die Nase vorn. Am Standpunkt New York auktionierte das Traditionsunternehmen ganze 1.336 Gegenwartskunstwerke und erwirtschaftete rund 415 Millionen US-Dollar – hinzu kommen rund 787 Objekte und etwa 148 Millionen US-Dollar aus dem Londoner Hauptsitz. Der größte Konkurrent bleibt weiterhin Sotheby’s mit insgesamt rund 423 Millionen US-Dollar bei deutlich mehr versteigerten Exponaten (2.540).

Der bereits 1988 verstorbene Jean-Michel Basquiat ist zu einem der profitabelsten Künstler auf dem globalen Markt für Gegenwartskunst avanciert. Der Gesamtwert aller seiner jemals auktionierten Werke beträgt über 303 Millionen US-Dollar und wird nur noch von Pablo Picasso übertroffen (ca. 352 Mio. US-Dollar). Allein im letzten Jahr wurden 152 seiner Werke für über 267 Millionen US-Dollar verkauft. Die beiden anderen Podiumsplätze belegen Banksy mit 147,2 Millionen US-Dollar (1.210 Kunstwerke) und NFT-Künstler Beeple, der es mit nur zwei Internet-Kunstwerken in die Top 3 schafft.

Der Erfolg von Beeple nur ein Indikator für den wachsenden Einfluss von digitaler Kunst auf den globalen Kunstmarkt. Beeples “Everydays: The first 5000 Days” (2021); das erste NFT, das jemals in einer öffentlichen Auktion verkauft wurde, erzielte einen atemberaubenden Preis von 69,3 Millionen US-Dollar bei einem Startpreis von 100 Dollar.

NFTs machen aktuell rund fünf Prozent aller Gegenwartskunst-Auktionen weltweit aus und haben somit schon Fotografien (2 Prozent) hinter sich gelassen. Das Gros der auktionierten Objekte sind nach wie vor Gemälde (73 Prozent), gefolgt von Skulpturen (7 Prozent) und Zeichnungen beziehungsweise Skizzen (7 Prozent).

Die Ursache liegt in der Zukunft

24 Stunden – für Joseph Beuys

23.10., 17 Uhr – 24.10., 17 Uhr, Kunstmuseum Basel | Gegenwart

Blick in die Ausstellung. Kunstmuseum Basel 24 Stunden Beuys
Foto: Hans-J. Hinken

Das Kunstmuseum Basel geht zu Ehren von Joseph Beuys experimentelle Wege. Um dessen 100. Geburtstag zu feiern, bieten rund 30 Gäste im Kunstmuseum Basel | Gegenwart ein Wochenende lang in 24 Stunden – für Joseph Beuys. Die Ursache liegt in der Zukunft ein abwechslungsreiches Programm. Als Bühne dient eine modulare Szenografie aus Matratzen, Leitern und anderen Materialien, die es den Besuchenden ermöglicht, Dinge im Museum zu tun, die dort normalerweise nicht möglich sind – zum Beispiel übernachten.

Joseph Beuys spielte für Basel eine wichtige Rolle. Mit ihm kamen in den 1960er-Jahren die Fluxus-Bewegung, Aktionen, Happenings, eine nie dagewesene Auffassung von Bildhauerei und der Paarlauf von Politik und Kunst in die Rhein-Stadt. Franz Meyer, der damalige Direktor des Kunstmuseums Basel, und Kurator Dieter Koepplin waren derart angetan, dass sie dem Künstler im Jahr 1969 gleich zwei Ausstellungen widmeten. Beide wurden heftig diskutiert. 1978 kam Beuys‘ Kunstbegriff auch an der Basler Fasnacht zum Tragen. Die damals von der Clique «Alti Richtig» getragenen Filzanzüge und die dabei verwendeten Kupferstäbe bildeten für Beuys die Grundlage zur Installation Feuerstätte II (1978–1979), die seit diesem Frühling im Neubau zu sehen ist. Die Chronologie dieser Ereignisse wird im Kunstmuseum Basel | Gegenwart in Form einer Timeline illustriert, die auch noch nach dem Happening zu sehen sein wird.

Foto aufgenommen in der Ausstellung 24 Stunden Beuys
Kunstmuseum Basel, Foto: Ria Hinken

Heute ist Beuys‘ Werk kanonisiert, musealisiert und aus dem zeitlichen Rahmen der Gegenwartskunst hinausgetreten. 24 Stunden – für Joseph Beuys nimmt seinen 100. Geburtstag zum Anlass, um an reale und ideelle Orte zurückzukehren, an denen der Künstler wirkte, aber auch um an die von ihm propagierten ästhetischen Ideen zu erinnern. Es werden Performances, Klangexperimente, Zukunftsspekulationen und Spaziergänge durch die Stadt angeboten sowie fettiges Essen serviert. Mal beziehen sich die Aktionen direkt auf historische Ereignisse, mal sind sie eher lose mit Beuys und seinem offenen Werkbegriff, mit seinen gesellschaftlichen und politischen Anliegen oder seinem radikalpädagogischen Engagement verbunden.

Mitwirkende:

Polina Akhmetzyanova, Jacqueline Burckhardt, Kijan Malte Espahangizi, Jules Pelta Feldmann, Daniel Graf, Svenja Gräfen, Jacques Herzog, Sophie Jung, Mareice Kaiser, San Keller, Anni Lanz, Luana, Stephan Müller, Senam Okuzedto, Barni Palm, Marco Papiro, Emilia Roig, Alex Silber, Axelle Stiefel, Carlotta Thrier, Susanne Tobler (Tastelab), Lucie Tuma, Philipp Ursprung, Jasmin Vilagi, Christine Vosseler u.a.

Ab 28. Oktober schliesst sich unter dem Titel Vermittlung radikalisieren? ein Vermittlungsprogramm an, inspiriert vom radikal-pädagogischen Projekt von Joseph Beuys und seiner Zeit. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website. https://kunstmuseumbasel.ch/de/programm/themen/24stunden

Der Eintritt zum 24-Stunden-Happening ist kostenlos.

Konzept

Team Gegenwart und Abteilung Programme/Bildung & Vermittlung unter Mitwirkung von Stephan Müller (Theater- und Opernregisseur, Dramaturg und Projektmacher)

Szenografie

Ortreport und Groenlandbasel

A Black Hole Is Everything a Star Longs to Be

05.06. – 26.09.2021, Kunstmuseum Basel | Neubau Kuratorin: Anita Haldemann

Kara Walker im Gespräch
mit Dr. Anita Haldemann, Leiterin des Kupferstichkabinetts und Kuratorin der Ausstellung

Kara Walker im Gespräch
mit Dr. Anita Haldemann, Leiterin des Kupferstichkabinetts und Kuratorin der Ausstellung, Foto: ©Ria Hinken

Karen Walker, geb. 1969 in den USA, ist eine der bekanntesten Künstlerinnen mit feministischer Haltung und künstlerisch-politischem Hintergrund. Sie distanziert sich sowohl von der männlich -weißen Malerei als auch von dem rassistisch – weißen Menschenbild, das Schwarze als minderwertig betrachtet.

Ihr Experimentierfeld liegt im grafisch zeichnerischen Bereich und eröffnet durch Andeutungen und Weglassen neue Räume und Perspektiven. So kann ein immer wieder frischer Blick auf Stereotype wie Schwarz-Weiß / Mann-Frau / dominant-unterwürfig aufgenommen und entwickelt werden.

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Inspired Concept Store in Werner Aisslingers Loft Cube

Die neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne

© AAA and Judith van Vliet for Mode
© AAA and Judith van Vliet for Mode

Der Loft Cube des Berliner Industrial Designers Werner Aisslinger ist auf Einladung der Neuen Sammlung – The Design Museum noch bis Mitte September auf dem Gelände der Pinakothek der Moderne auf Seiten der Gabelsbergerstraße zu Gast. Für vier Wochen im Juli verwandelt sich Aisslingers Loft Cube zum sommerlich swingenden Store mit Design und Fashion aus den Niederlanden – dem „Inspired Concept Store“. Der Store ist Teil des Kooperationsprojektes DIALOOGKREATIV, initiiert von den Regionen München, Amsterdam und Utrecht. Hier wird frisches, innovatives, zeitgenössisches und nachhaltiges niederländisches Modedesign präsentiert. Mode von jungen niederländischen Entwerfern und Künstlern wartet darauf, in diesem von Kuratorin Martiene Raven in Zusammenarbeit mit M-ODE Foundation Amsterdam und dem Centraal Museum Utrecht konzipierten „Inspired Concept Store“ neue Liebhaber zu finden – Schuhe inspiriert von dem niederländischen Maler Piet Mondriaan, Recycling-basierte Jeans, filigraner Fair-Trade Schmuck und vieles mehr.

Zu Ehren der Vermeer-Präsentation des Gemäldes „Briefleserin in Blau“ ist zudem ein Kleid der niederländischen Modedesignerin Tess van Zalinge in der Alten Pinakothek zu sehen – ein Brückenschlag zwischen Alt und Neu, zwischen altniederländischer Malerei und zeitgenössischem Design.

Das DIALOOGKREATIV Projekt und der „Inspired Concept Store“ im Loft Cube werden am 02. Juli 2018 um 19.00 Uhr vom Botschafter des Königreichs der Niederlande, Wepke Kingma, dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Amsterdam, Udo Kock, sowie dem stellvertretenden Leiter für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München, Kurt Kapp, sowie von Angelika Nollert, Direktorin der Neuen Sammlung eröffnet.

ERÖFFNUNG

Montag, 02. Juli 2018, 19.00

Pinakothek der Moderne | Loft Cube auf Seiten der Gabelsbergerstraße / Ecke Türkenstraße

ÖFFNUNGSZEITEN „INSPIRED CONCEPT STORE“

  1. Juli bis 28. Juli 2018, täglich 12.00–18.00, Montags geschlossen, Donnerstags 12.00–20.00

WORKSHOP „GOLDEN JOINERY“

Workshop „Golden Joinery“ durchgeführt von dem Mode-Kollektiv „Painted Series“ aus Amsterdam, am 22.07.2018 von 13.00-17.00, Anmeldung erforderlich, begrenzte Platzzahl. Weitere Informationen: gold@goldenjoinery.com

Innovationsprogramm München-Amsterdam/Utrecht in der Münchner Freiheit

Pinakothek der Moderne: A Flying Saucer in Town

FUTURO

A Flying Saucer in Town

Pinakothek der Moderne

DIE NEUE SAMMLUNG – THE DESIGN MUSEUM

PROGRAMM IM WINTER/FRÜHJAHR 2018

Seit dem Sommer 2017 präsentiert die Neue Sammlung ihren Ankauf des spektakulären FUTURO im Außenraum der Pinakothek der Moderne und würdigt die Design-Ikone des Space-Age: das 1965-67 vom finnischen Architekten Matti Suuronen entwickelte und ursprünglich als Skihütte konzipierte Kunststoffhaus FUTURO – begleitet von einem umfangreichen Programm.

In Form eines Ellipsoides gestaltet, verkörpert das FUTURO die Zukunftsvisionen der 1960er-Jahre, in denen neue Materialien im Zentrum visionärer Entwürfe von mobilen Lebensräumen standen. Geprägt von Zuversicht in Wissenschaft und Technik sowie die Eroberung des Weltraums, symbolisiert das FUTURO das Streben nach neuen, funktionalen, effizienten und massenproduzierbaren Behausungen dieser Zeit.

Das FUTURO wurde von der finnischen Firma Polykem Ltd. als eines der ersten serien-produzierten Kunststoffhäuser der Geschichte hergestellt und international vertrieben. Mit einem Durchmesser von acht Metern und einer Gesamthöhe von knapp sechs Metern bietet das Gebäude eine ca. 25m2 große Wohnfläche, die in weniger als 30 Minuten mit Strom beheizt werden kann. Das Gebäude ruht auf einem stabilen Stahlrohrgestell und kann so sicher in unwegsamem Gelände aufgebaut werden. Um den Auf- und Abbau zu erleichtern, wurde es in 16 Kreissegmenten hergestellt, die vor Ort innerhalb von zwei Tagen zusammengebaut werden konnten.

© FUTURO Haus © Die Neue Sammlung – The Design Museum, Foto: Tim Bechthold
© FUTURO Haus © Die Neue Sammlung – The Design Museum, Foto: Tim Bechthold

Folgende aktuelle „PROGRAMM-SATELLITEN“ ergänzen die Präsentation des FUTURO im Winter/Frühjahr 2018 in München:

SATELLIT 2: FINNISCHE DISKO MIT ACHIM 60 BOGDAHN

Mitten im Winter, mitten in der Woche, mitten in München laden wir alle ein ins und um das FUTURO zu finnischer Tanzmusik und Glögi – der finnischen Version des Glühweins! Achim 60 Bogdahn – BR Zündfunk-Moderator und Besitzer von Unmengen finnischer Platten – legt für uns auf, während wir prüfen, wie gut das einst eigentlich als Ski-Hütte gedachte FUTURO-Haus des Finnen Matti Suuronen für entsprechende Après-Ski – und Afterwork-Partylaune geeignet ist.

In Kooperation mit unserem Medienpartner „ZUNDFUNK“.

Mit freundlicher Unterstützung der h&z Unternehmensberatung AG. Die Beratung mit Hirn, Herz & Hand.

MI 24. JANUAR 2018, ab 17.00 Uhr | Nordseite der Pinakothek der Moderne | Eintritt frei

SATELLIT 3: „YESTERDAY´S TOMORROW“

FILMREIHE ZUM THEMA ZUKUNFTSVISIONEN UND SCIENCE FICTION

In Kooperation mit der HFF – Hochschule für Fernsehen und Film München

Unter dem Titel Yesterday’s Tomorrow präsentiert Die Neue Sammlung in Kooperation mit der Hochschule für Fernsehen und Film München ein dreitägiges Filmprogramm zu den Themen Zukunftsvisionen, Leben im Raumschiff und Supergadgets. Klassiker treffen auf Dokumentar-/Autorenkino. In kurzen einführenden Vorträgen erläutern Filmschaffende, welche Techniken, Ideen und Innovationen hinter den Kulissen steckten.

FR 09. FEBRUAR 2018 bis SO 11. FEBRUAR 2018

Eröffnung: FR 09. FEBRUAR 2018, 18.00, Ernst von Siemens-Auditorium, Pinakothek der Moderne

Filmprogramm: SA 10. FEBRUAR 2018, 11.00–22.00 und SO 11.00–16.00, Ernst von Siemens-Auditorium, Pinakothek der Moderne und Kino 2, Hochschule für Fernsehen und Film München

SATELLIT 4: FUTURO 50|50

In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Industrial Design der Technischen Universität München

2018 feiert das FUTURO-Haus des finnischen Architekten Matti Suuronen seinen 50. Geburtstag. Anlass und Ausgangspunkt für ein spannendes Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Industrial Design, Technische Universität München mit der Neuen Sammlung – The Design Museum, Pinakothek der Moderne. Das futuristische Konzept eines multifunktionalen und transportablen Hauses war 1968 seiner Zeit weit voraus, die Einsatzmöglichkeiten waren vielfältig. Aber welche Anforderungen, Benutzungs- und Transportmöglichkeiten, gesellschaftliche Strömungen und Herstellungsverfahren werden in 50 Jahren relevant sein? Dies hinterfragt und visualisiert die Ausstellung FUTURO 50 I 50 in der Pinakothek der Moderne. Sieben Gruppen von Studierenden aus dem Masterstudiengang Industrial Design haben Visionen für das Jahr 2068 entwickelt. Sie stellen grundsätzliche Fragen an die Zukunft unserer

Gesellschaft und zeigen Zukunftsszenarien auf. Wie werden Ausbildung und Arbeitsmarkt 2068 funktionieren? Welche Aufgabengebiete fallen Ärzten zu, wenn schnelle Diagnosewerkzeuge und Roboter einen Teil ihrer aktuellen Arbeit erledigen? Wie könnte die Menschheit 2068 auf gestiegene Meeresspiegel und zunehmende Umweltverschmutzung reagiert haben?

Mit freundlicher Unterstützung von Foldart. “Foldart fördert, weil Foldart selber aus dem universitären Umfeld entsprungen ist. Exakte Sinnlichkeit im Objektdesign von Morgen zu unterstützen, ist uns eine Herzensangelgeit.“

Laufzeit der Ausstellung im FUTURO FR 03. MÄRZ 2018 bis SO 18. MÄRZ 2018

Vorstellung der Entwürfe: DI 06. MÄRZ 2018

FÜHRUNGEN

Führung „aus erster Hand“ | 30 Minuten – ein Werk

FR 26. JANUAR 2018, 12.30, Dipl. Rest. Univ. Tim Bechthold

FR 23. FEBRUAR 2018, 12.30, Dr. Caroline Fuchs

FR 23. MÄRZ 2018, 12.30, Dipl. Rest. Univ. Tim Bechthold

FR 20. APRIL 2018, 12.30, Dr. Caroline Fuchs

Treffpunkt: Museumsinformation | Die Führung ist im Eintrittspreis inbegriffen. Begrenzte Teilnehmerzahl | Anmeldung und Erhalt der Teilnahmemarke ab einer Stunde vor Beginn an der Information

ÖFFNUNGSZEITEN

Der Innenraum des FUTUROs kann in der kalten Jahreszeit nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Weitere Informationen unter http://dnstdm.de

 

Vortragsreihe: Wirklichkeit in der Kunst

Vortragsreihe der Kunstwissenschaftlichen Gesellschaft und des Kunstgeschichtlichen Instituts der Universität Freiburg in Verbindung mit dem Studium Generale im Wintersemester 2016/17

Ist das noch Kunst, ist das schon Wirklichkeit?

Kreativtage in Bad Reichenhall 2014
Aufgenommen bei den Kreativtagen in Bad Reichenhall 2014

Im letzten Semester hatten wir Künstler zu Gast (Wochenklausur, Zentrum für politische Schönheit, Lukas Matthaei), deren Arbeiten als Kunst nicht unbedingt zu erkennen sind. In diesem Semester stellt Daniel Wetzel die Arbeit seiner Theatergruppe Rimini Protokoll vor. Rimini Protokoll war 2015 mit „Qualitätskontrolle“ in Freiburg, mit einer Arbeit mit einer wirklich querschnittsgelähmten Darstellerin.

Am 03.11.2016 startet eine Vortragsreihe zu realitätsnahen künstlerischen Formen

Andere Arbeiten luden Zuschauer in eine (echte) Aktionärssitzung ein, machten seltsame (tatsächliche) Gänge mit Kopfhörern durch Berlin möglich oder holten (wirkliche) Muezzine nach Zürich. Zuletzt waren in Freiburg in „Evros Walk Water“ authentische Flüchtlinge zu hören und Instrumente mit Wasser de facto zu spielen. – Rimini Protokoll ist ein Fall von der neuen Kunst, die nicht mehr nur in Kunstinstitutionen stattfindet und die Wirkliches in die Kunstinstitutionen holt. Weil bei zeitgenössischer Kunst oft schlecht zu entscheiden ist, wo die Grenze zwischen Kunst und Nichtkunst ist, haben auch professionelle Rezipienten echte Probleme.

Wie ist mit dieser Kunst umzugehen? Gibt es sinnvolle Methoden? Wie ist das Neue überhaupt zu vermitteln? Was ist da Qualität? Wie ist der Kontext? Die Kunstkritiker Hans Joachim Müller oder Georg Imdahl verfolgen aktuelle Probleme und nehmen zu neuer Kunst immer neu in einzelnen Rezensionen und auch in Überblicken Stellung, sie machen sie einem größeren Publikum zugänglich. Kuratoren wie Vanessa Joan Müller gehen mit der aktuellen Kunst um, sie wählen aus und präsentieren. An den Universitäten, in der Kunstwissenschaft, müssen noch neue Umgangsformen gefunden werden. Hans Dieter Huber arbeitet an den Rändern der klassischen Kunstgeschichte und fragt gerade für neue Kunst nach neuen Zugangsweisen. Wir beschäftigen uns im Wintersemester 2016/17 mit diesen Facetten dieser neuen Kunst, die mit großem Anspruch neu auftritt.

Donnerstag 03.11.2016 Hans Joachim Müller (Journalist, Freiburg)
Kunst als Handlungsform
Donnerstag 24.11.16 Vanessa Joan Müller (Kunsthalle Wien)
Neue Kunst ausstellen
Donnerstag 01.12.16 Hans Dieter Huber (Akademie der Bildenden Künste Stuttgart)
Irritationserwartungen in der Kunst
Donnerstag 22.12.16 Daniel Wetzel – Rimini Protokoll (Theater Berlin)
Donnerstag 09.02.17 Georg Imdahl (Kunstakademie Münster)
Realität Kunst