Geisterstunde im Kunstmuseum Basel

Hunderte von Millionen Menschen auf der ganzen Welt glauben an Geister

Am 20. September 2025 war es so weit, dass sich die Türen mit einem lauten Quietschen im Kunstmuseum Basel öffneten und ein fröstelnder Hauch durch die Räume schwebte, der die Welt der Geister beschwor.

Geister – Dem Übernatürlichen auf der Spur

hat die Kuratorin Eva Reifert zahlreiche Artefakte zusammen getragen – manche kitschig, andere künstlerisch wertvoll – und einen interessanten Beitrag im Katalog verfasst, der die „Welt der Geister“ in ihren historischen Kontext stellt.

Im 19. Jahrhundert hat sich in der westlichen Welt rund um das Thema Geister eine Szene entwickelt – vorangetrieben aus einer Verschmelzung von Wissenschaft, Spiritualismus und populären Medien, die auch am Psychiater C.G. Jung in Zürich nicht spurlos vorbei ging. Zu bestaunen ist in der Ausstellung ein Brotmesser, das nach Jungs Aussagen 1898 während der Begegnung mit einem „Medium“ in seinem Hause in 4 Teile zersprang.

Brotmesser, das nach Jungs Aussagen 1898 während der Begegnung mit einem „Medium“ in seinem Hause in 4 Teile zersprang.

Die Tatsache, dass die Erscheinungen, um die es hier geht, ständig mit unserer kollektiven Vorstellungskraft, ja sogar mit unserem kulturellen Unbewussten interagieren, macht Geister und Gespenster zu so anhaltend wirkmächtigen Wesen – und die Ausstellung zu einem überraschenden, anregenden und eindrücklichen Erlebnis.

Titel: Fantasmino
Künstler:in & Beteiligte: Tony Oursler
Entstehungszeit: 2017
Creditline: Collection of Tony Oursler
Photo Credit: Image Courtesy of Tony Oursler. 
Photo by Andrea Guermani
Titel: Fantasmino
Künstler:in & Beteiligte: Tony Oursler
Entstehungszeit: 2017
Creditline: Collection of Tony Oursler
Photo Credit: Image Courtesy of Tony Oursler.
Photo by Andrea Guermani

Auch die Kunst haben sie immer schon heimgesucht. Als Wesen des Dazwischen sind Geister Vermittler zwischen den Welten, zwischen oben und unten, Leben und Tod, Schrecken und Humor, Gut und Böse, sichtbar und unsichtbar. Jeder Versuch, sie abzubilden, aufzuzeichnen oder mit ihnen zu kommunizieren, ist daher eine kognitive Herausforderung und ein emotionaler Nervenkitzel.

Hunderte von Millionen Menschen auf der ganzen Welt glauben an Geister. Ihr kollektiver Glaube hat tiefe historische Wurzeln. Obwohl der enorme Fortschritt in Wissenschaft und Technik scheinbar keinen Platz dafür lässt, bewahren sich die meisten Menschen auch heute noch einen skeptischen Glauben an das Übernatürliche.

Auch Kinder werden ihre Freude haben und den einen oder anderen Gruselmoment erleben können – noch vor Halloween.

Den Sonntagnachmittag als Geisterstunde im Museum Basel zu verbringen, lässt auch so manchem Elternteil einen kalten Schauer über den Rücken ziehen.

https://kunstmuseumbasel.ch/de/ausstellungen/2025/geister

Neue Ausstellung ab Samstag, 26. April, im Haus der Graphischen Sammlung


Alter! Grafik aus fünf Jahrhunderten

Haus der Graphischen Sammlung, Ausstellungsansicht „Alter! Grafik aus fünf Jahrhunderten“, Foto: Städtische Museen Freiburg

Haus der Graphischen Sammlung, Ausstellungsansicht „Alter! Grafik aus fünf Jahrhunderten“, Foto: Städtische Museen Freiburg

Weise und gütig oder gebrechlich und unattraktiv – von alten Menschen existieren sehr unterschiedliche Vorstellungen, auch in der Kunst. Die Ausstellung „Alter! Grafik aus fünf Jahrhunderten“ im Haus der Graphischen Sammlung widmet sich ab Samstag, 26. April, diesem vielschichtigen Thema. Welche Entwicklungen, Stereotype und Deutungen gab es im Laufe der Zeit? Bis Sonntag, 17. August, sind rund 80 Werke von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert zu sehen, darunter Arbeiten von Albrecht Dürer, Hans Baldung Grien, Rembrandt van Rijn, Marie Ellenrieder, Max Liebermann, Käthe Kollwitz und Pablo Picasso. Sie stammen aus den grafischen Sammlungen von Augustinermuseum und Museum für Neue Kunst. Als Leihgaben ergänzen zeitgenössische Fotografien von Darius Ramazani die Präsentation, die ein neues Altersverständnis im 21. Jahrhundert zeigen.

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Nordlichter


Es ist das erste Mal, dass diesem Thema in Europa eine eigene Ausstellung gewidmet wird

  Edvard Munch, Zugrauch, 1900

Öl auf Leinwand, 84,5 x 109 cm
Munchmuseet, Oslo
Foto: Munchmuseet/Halvor Bjørngård
Edvard Munch, Zugrauch, 1900
Öl auf Leinwand, 84,5 x 109 cm
Munchmuseet, Oslo
Foto: Munchmuseet/Halvor Bjørngård

Die Ausstellung ist nicht chronologisch angeordnet, sondern widmet sich den einzelnen Künstlern und deren einzigartigen Ansätzen zur Darstellung der Natur. Künstler wie Helmi Biese, Akseli Gallen-Kallela und Anna Boberg haben innovative Perspektiven gewählt, um die Weite der Landschaften darzustellen. So werden gleich 3 Perspektiven in „Der Mantykoski-Wasserfall“ vom finnischen MalerAkseli Gallen-Kallela wiedergegeben.

Die nordische Malerei erlebte zwischen 1870 und 1920 eine Blütezeit, beeinflusst von internationalen Strömungen und der Suche nach künstlerischer Freiheit. Die Werke sind geprägt von leuchtenden Farben und expressiven Pinselstrichen, die die extremen Lichtverhältnisse der Region einfangen.

Zusätzlich wird die Rolle des Buffalo AKG Art Museum hervorgehoben, das 1913 eine bedeutende Ausstellung zeitgenössischer skandinavischer Kunst zeigte und damit die Entwicklung der modernen Malerei in Kanada beeinflusste.

Die Ausstellung «Nordlichter» erweitert die Perspektive der modernen Landschaftsmalerei und reflektiert die nationale Identität und kulturelle Verbundenheit der nordischen Länder. Begleitend zur Ausstellung wird die digitale Installation «Boreal Dreams» des dänischen Künstlers Jakob Kudsk Steensen gezeigt, die sich mit den Auswirkungen der Klimakrise auf das boreale Ökosystem auseinandersetzt.

Ein umfangreicher Katalog, herausgegeben von Ulf Küster, ergänzt die Ausstellung und bietet tiefere Einblicke in die Werke und deren Kontext. Veranstaltungen im Rahmenprogramm der Ausstellung beinhalten u.a. Morgenmeditationen zu Themen der Ausstellung, die noch bis zum 25.5.2025 zu besuchen ist.


Rahmenprogramm «Nordlichter» Veranstaltungen

A Black Hole Is Everything a Star Longs to Be

05.06. – 26.09.2021, Kunstmuseum Basel | Neubau Kuratorin: Anita Haldemann

Kara Walker im Gespräch
mit Dr. Anita Haldemann, Leiterin des Kupferstichkabinetts und Kuratorin der Ausstellung

Kara Walker im Gespräch
mit Dr. Anita Haldemann, Leiterin des Kupferstichkabinetts und Kuratorin der Ausstellung, Foto: ©Ria Hinken

Karen Walker, geb. 1969 in den USA, ist eine der bekanntesten Künstlerinnen mit feministischer Haltung und künstlerisch-politischem Hintergrund. Sie distanziert sich sowohl von der männlich -weißen Malerei als auch von dem rassistisch – weißen Menschenbild, das Schwarze als minderwertig betrachtet.

Ihr Experimentierfeld liegt im grafisch zeichnerischen Bereich und eröffnet durch Andeutungen und Weglassen neue Räume und Perspektiven. So kann ein immer wieder frischer Blick auf Stereotype wie Schwarz-Weiß / Mann-Frau / dominant-unterwürfig aufgenommen und entwickelt werden.

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