Professionelles Coaching lindert Burnout-Symptome bei Ärzten

ROCHESTER, Minnesota (USA) — Ärzte in den USA leiden doppelt so häufig an Burnout-Symptomen wie andere Arbeitnehmer, was die Qualität der Versorgung beeinträchtigen und Patienten gefährden kann.

In einer in JAMA Internal Medicine veröffentlichten Studie stellen Forscher von Mayo Clinic einen neuen Ansatz zur Bekämpfung von Burnout vor: externes professionelles Coaching.

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Burnout als „Gefühl der Energielosigkeit und Erschöpfung; erhöhte geistige Distanziertheit zur eigenen Arbeit, negative Gefühle oder Zynismus im Zusammenhang mit der eigenen Arbeit sowie verminderte berufliche Leistungsfähigkeit“, was sowohl für Ärzte als auch für die von ihnen behandelten Patienten ein Problem darstellt. Diese von Dr. med. Liselotte Dyrbye und Dr. med. Dr. phil. Colin West durchgeführte Studie untersucht den Einsatz von externem professionellem Coaching zur Reduzierung von Burnout. Schwerpunkte des Coachings sind die Festlegung beruflicher Ziele, Arbeitsentscheidungen, berufliche Beziehungen und die Herbeiführung von Veränderungen am Arbeitsplatz. Zwar wurde das Coaching in anderen Bereichen bereits von Forschern untersucht, doch dies ist die erste Studie, die sich speziell der Wirkung bei Ärzten widmet, die an Burnout leiden.

„Ärzte bei ihren Berufsentscheidungen und bei der Bewältigung von arbeitsbedingtem Stress zu unterstützen, ist sehr wichtig“, sagt Dr. Dyrbye. „Zwar erfahren viele dieser Ärzte auf informeller Ebene gute Unterstützung, aber professionelle Coaches können eine Vielzahl von Themen und Bedürfnissen ansprechen und eine sichere Umgebung bieten, in der Ärzte ihre Schwächen und Unsicherheiten zugeben können. Wir sind der Meinung, dass dadurch die Fähigkeit von Ärzten verbessern wird, ihre Karriere zu managen und die schädlichen Aspekte ihres Arbeitsumfelds zu ändern, so dass sie letztendlich gute Arbeit leisten können, ohne sich überfordert zu fühlen.“

Die Teilnehmer – 88 praktizierende Ärzte – füllten zu Beginn der Studie mehrere Fragebögen zur Selbsteinschätzung aus, in denen es um die Themen Burnout, Lebensqualität, Belastbarkeit und Arbeitszufriedenheit ging. Anschließend absolvierten sie 6 Sitzungen mit einem nichtärztlichen professionellen Coach, der mit den Ärzten Problemstellungen ihrer Wahl erörterte. Nach diesen sechs Sitzungen füllten die Ärzte die gleichen Fragebögen erneut aus, um ihre Fortschritte aufzuzeichnen.

Die Ergebnisse waren vielversprechend. Die Ärzte berichteten nach dem Coaching von weniger Burnout und einer höheren Lebensqualität als zuvor. Darüber hinaus führten die Forscher diese Tests auch mit Ärzten durch, die nicht gecoacht wurden. Über den gleichen Zeitraum berichteten diese Ärzte von einer stärkeren emotionalen Erschöpfung und einer geringeren Lebensqualität, was zeigte, dass sich die Symptome verschlimmern können, wenn nichts unternommen wird.

Die Wirksamkeit von professionellem Coaching in Kombination mit anderen Programmen muss noch weiter erforscht werden. Die Ergebnisse legen jedoch nahe, dass Coaching in eine wachsende Liste evidenzbasierter Instrumente aufgenommen werden kann, die Ärzte und indirekt auch deren Patienten unterstützen. Professionelles Coaching ist zwar nützlich, sollte jedoch parallel zu organisatorischen Anstrengungen zur Verbesserung des beruflichen Umfelds und zur Beseitigung der Ursachen von Burnout bei Ärzten angeboten werden.

Weitere Koautoren der Studie sind Dr. Priscilla Gill und Daniel Satele, Mayo Clinic sowie Dr. med. Tait Shanafelt, Stanford University. Die Studie wurde von der Physicians Foundation und Mayo Clinic finanziert.

Über Mayo Clinic
Mayo Clinic ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der klinischen Praxis, der Ausbildung und der Forschung widmet und kranken Menschen eine kompetente und umfassende medizinische Versorgung bietet. 
Hier erfahren Sie mehr über Mayo Clinic (auf Englisch). Hier finden Sie das Mayo Clinic Nachrichtennetz (auf Englisch). 

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wünscht Ihnen Hans Hinken

 

Wenn der Urlaub zur Arbeitszeit wird, bleibt die Erholung auf der Strecke

Personal

Drei von vier Berufstätigen sind im Urlaub erreichbar

  • 61 Prozent beantworten Anrufe, 54 Prozent E-Mails
  • Rund jeder fünfte Berufstätige macht im Sommer keinen Urlaub
Berlin, 8. Juli 2014 – Die große Mehrheit der Berufstätigen ist auch in den Sommerferien für Kollegen, Vorgesetzte oder Geschäftspartner erreichbar. Mehr als drei Viertel der Berufstätigen (76 Prozent), die im Sommer Urlaub haben, beantworten gleichwohl dienstliche E-Mails oder Anrufe. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben. Ans Telefon gehen dabei 61 Prozent der Urlauber, E-Mails lesen und beantworten 54 Prozent. „So erfreulich die hohe Identifikation der Beschäftigten mit ihrer Arbeit ist, Berufstätige müssen in den Ferien einmal richtig abschalten können“, kommentiert BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf das Umfrageergebnis. „Moderne Kommunikationsmittel zu nutzen um im Notfall erreichbar zu sein ist das eine, den Erholungswert eines Urlaubs jedoch durch regelmäßige dienstliche Korrespondenz zu gefährden, ist etwas anderes.“Nicht einmal jeder vierte Urlauber (24 Prozent) schaltet komplett ab und ist beruflich nicht erreichbar. Bei den Jüngeren bis 29 Jahre sind es mit 30 Prozent die meisten, bei den Beschäftigten ab 30 Jahren sind es rund 22 Prozent. Die Jüngeren beantworten dabei seltener Telefonanrufe (50 Prozent), aber häufiger Mails (56 Prozent). Bei den 50- bis 64-Jährigen wird häufiger das Telefon genutzt (64 Prozent) als E-Mail (48 Prozent). Rund jeder fünfte Berufstätige (18 Prozent) hat in den Sommermonaten keinen Urlaub.

Methodik: Das Meinungsforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des BITKOM 1006 Personen ab 14 Jahren befragt, darunter 620 Berufstätige. Die Umfrage ist repräsentativ.