Ausschreibung für landesweiten Wettbewerb zur Share Economy

Ressourcen teilen, Miteinander fördern, Digitalisierung gestalten
shareBW: Ausschreibung für landesweiten Wettbewerb zur Share Economy ist gestartet

Stuttgart/Karlsruhe, 03. April 2017.
Nach einer erfolgreichen ersten Auflage vor zwei Jahren lobt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) nun erneut den landesweiten Wettbewerb „shareBW“ aus. Der Wettbewerb fokussiert Projektideen zur Share Economy, die einen Bezug zur Digitalisierung und modernen Technologien aufweisen. Die diesjährigen Wettbewerbskategorien umfassen die Themen Nachhaltigkeit und Energie, geteilte Mobilität, gesellschaftliche Teilhabe und gemeinsame Kreativität. Der Wettbewerb, der sich sowohl an Startups, Institutionen, Vereine und an Bürger richtet, wird vom CyberForum e.V. im Auftrag des MWK durchgeführt. Projektideen können bis 31. Mai 2017 unter www.sharebw.de eingereicht werden.

Wie können durch die Share Economy Ressourcen effizienter und damit umweltschonender genutzt werden? Wie kann das Prinzip des Teilens mehr bürgerschaftliches Engagement hervorrufen? Und wie können innovative und dennoch sozial verträgliche Share-Economy-Modelle aussehen?

Diesen Fragen geht das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gemeinsam mit dem CyberForum e.V. nach und lobt zum zweiten Mal den landesweiten Wettbewerb „shareBW“ aus.
„Die Idee der Share Economy ist nicht neu, die Digitalisierung eröffnet aber neue Potenziale und sorgt für einen enormen Schub“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, und fügt hinzu: „Auf digitalen Plattformen können sich schnell und einfach Nutzergemeinschaften bilden und Ressourcen unkompliziert getauscht und geteilt werden. Mit shareBW wollen wir somit einerseits kreative Ideen auszeichnen, die einen Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten, aber auch neuartige Digitalisierungspotenziale identifizieren und heben.“

„Die Share Economy ist nicht nur ein Impulsgeber für eine moderne Gesellschaft, sondern auch ein starker Wachstumsfaktor für die Digitalbranche“, ergänzt David Hermanns, Geschäftsführer des CyberForum aus Karlsruhe. „Hier steckt in Baden-Württemberg großes Potenzial, was sich auch daran zeigt, dass wir bei der vergangenen Auflage des Wettbewerbs 60 Bewerbungen erhalten haben. Ich bin schon sehr gespannt, welche innovativen Sharing-Konzepte wir dieses Jahr durch shareBW unterstützen können.“

shareBW: Zielgruppe und Wettbewerbskategorien

Der Wettbewerb wird in vier Hauptkategorien ausgeschrieben: In der Kategorie „Smarter Earth/Energy“ geht es um Projekte, die speziell die Themen Klima, Nachhaltigkeit, Naturschutz oder Erneuerbare Energien fokussieren. Bei „Mobility“ steht im Vordergrund, mit zum Beispiel sozialen Netzwerken oder der Nutzung offener Daten neuen Mobilitätsformen Vorschub zu leisten, um Mobilität umweltverträglicher und bezahlbar zu machen. In der Kategorie „Integration/Participation“ werden Ideen gesucht, die das alltägliche Leben betreffen und einen gesellschaftlichen Nutzen beisteuern – beispielsweise bürgerschaftliches Engagement, die Erleichterung der Arbeit für Ehrenamtliche oder neue Beteiligungsformate. Einen künstlerischen Ansatz verfolgt die Kategorie „Creativity“, in welcher Sharing-Projekte zu Themen wie Kulturvermittlung, Film und Werbung, Verlagswesen, Software oder Gaming eingereicht werden können.

shareBW richtet sich an ein breites Publikum: sowohl junge Unternehmen, als auch Forschungseinrichtungen, Vereine, Institutionen oder Einzelpersonen können ihre Projektidee einreichen. Vorschläge zu Share-Economy-Kooperationsprojekten von mindestens zwei Partnern, von denen mindestens ein Partner eine gemeinnützige Einrichtung oder eine Person des öffentlichen Rechts ist, sind besonders willkommen. Der Wettbewerb wird unterstützt durch das IT Bündnis Baden-Württemberg.
Weitere Informationen zum Wettbewerb und Einreichung der Projektidee vom 1. April bis 31. Mai 2017 unter: www.sharebw.de

Sind Sie fit für Industrie 4.0?

Sind Sie fit für Industrie 4.0? – Antworten im Kurz-Assessment

Neuer Schnelltest zur digitalen Transformation: Die Deutsche Unternehmerbörse DUB.de und KPMG bieten Unternehmen ein innovatives Online-Tool zur Orientierung in digitalen Transformationsprozessen.

 

Sind Sie ein Transformer? Das sagt Ihnen jetzt ein neues Kurz-Assessment auf der Beratungsplattform „Atlas“. Damit unterstützt die Deutsche Unternehmerbörse (DUB) in Kooperation mit der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG AG ab sofort Unternehmen dabei, den Status Quo ihrer eigenen digitalen Transformation zu analysieren. Die Experten von KPMG bieten damit in Zeiten des digitalen Wandels und disruptiver Geschäftsmodelle eine Hilfestellung, über die Unternehmen sowohl ihre eigene Position bestimmen können als auch Orientierung in komplexen Entscheidungssituationen erhalten. Die kostenlosen Schnelltests umfassen als Einstieg fünf Orientierungsfragen und sind ohne Anmeldung exklusiv auf www.dub.de/atlas durchführbar.

Das Kurz-Assessment hilft Unternehmern einzuschätzen, wo ihr eigener Handlungsbedarf liegt und wie sie im Vergleich zu anderen stehen. Auftakt bildet der Themenschwerpunkt „Industrie 4.0“. Darüber hinaus wird der Schnelltest in der Folge sukzessive ergänzt, zum Beispiel um das Thema Cyber Security.

„Es gibt fortlaufend technische Innovationen, die nicht nur eine Abteilung, sondern ein ganzes Unternehmen betreffen – wer hier stehen bleibt, der verliert“, warnt Nicolas Rädecke, geschäftsführender Gesellschafter von DUB. Er freut sich über die Kooperation mit KPMG, die einmal mehr die Nähe von DUB zum Mittelstand und zum Thema digitale Transformation manifestiert. Rädecke: „Der Schnelltest auf unserer Homepage dub.de soll Unternehmer anregen, das Bewusstsein für die eigene Situation zu schärfen und die nötigen Schritte für digitale Prozessveränderungen zu ergreifen.“

Dr. Hans Zebner berät vor allem den Mittelstand in Sachen Industrie 4.0.

Über die Deutsche Unternehmerbörse DUB.de
DUB ist das Mittelstandsportal – die publizistische Heimat für Manager und Unternehmer. Mit journalistischen und fachlichen Beiträgen zu Themen wie Management, Finanzierung, Nachfolge sowie Recht und Steuern findet sich der Unternehmer hier wieder. DUB ist daneben die reichweitenstärkste, unabhängige und neutrale Plattform für Unternehmenskäufe, Franchise und Geschäftsführerpositionen. Bei uns starten Unternehmerkarrieren, und Gesellschafter finden hier ihre passenden Nachfolger. Wie alles bei DUB: Von Unternehmer für Unternehmer.

 

Brexit-Weißbuch umreißt Strategie für Austrittsverhandlungen

Brexit-Weißbuch: Viel alter Wein in neuen Schläuchen

Das am 2. Februar 2017 von der britischen Regierung vorgelegte Weißbuch umreißt die Strategie des Vereinigten Königreichs für die Austrittsverhandlungen mit der EU.

Das Weißbuch bekräftigt und konkretisiert in weiten Teilen die Positionen, die Theresa May in ihrer Rede am 17. Januar 2017 darlegte. Allerdings handelt es sich dabei aus Sicht von Bert Van Roosebeke vom cep um viel alten Wein in neuen Schläuchen. Dennoch, so Van Roosebeke, sind im Detail an mehreren Stellen neue, zum Teil bemerkenswerte Akzente zu erkennen.

  • Die britische Regierung schwächt das Ziel, die Kontrolle über die Gesetzgebung wiederzuerlangen, ab. Nationale Gesetze können nicht umfassend vom EU-Recht abweichen, wenn der Handel mit der EU möglichst frei sein soll. Der EuGH soll zwar nicht länger die Gesetze im Vereinigten Königreich auslegen. An seine Stelle soll aber ein Mechanismus der Streitbeilegung mit der EU und eine justizielle Zusammenarbeit mit der EU treten dürfen. Wie verhindert werden kann, dass sich die Gesetzeslage im Vereinigten Königreich und in der EU mit der Zeit zunehmend unterscheiden, will die Regierung erst in einem späteren Weißbuch thematisieren.
  • Offenkundig ist sich die britische Regierung auch der potentiell negativen Auswirkungen einer Einschränkung der Freizügigkeit bewusst. Sie will die Betroffenen in den fraglichen Sektoren umfassend konsultieren, bevor sie die Freizügigkeit einschränkt.
  • Den größtmöglichen Zugang zum EU-Binnenmarkt will die britische Regierung mit einem Zollabkommen erreichen. Die britische Regierung betont mehrfacht, dass die britische Gesetzeslage mit EU-Recht im Einklang stehe und dass einzelne Teile der bestehenden Binnenmarktregeln daher einfach übernommen werden könnten. Weil das auch auf Norwegen und die Schweiz zutrifft, deren Assoziationsmodelle mit der EU Theresa May aber nicht übernehmen will, muss May damit rechnen, dass ihr Rosinenpickerei vorgeworfen wird (Marktzugang ja, aber keine Freizügigkeit).
  • Die britische Regierung betont ihr besonderes Interesse an einem umfassenden Marktzugang in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Energie, Transport und Telekommunikation. Sie weist explizit auf die Relevanz der Europäischen Gesetzgebung hin und signalisiert, auch künftig die Äquivalenz mit diesen Regeln einhalten zu wollen.
  • Die britische Regierung signalisiert aktive Vorbereitungen für den Abschluss von Handelsabkommen mit Drittstaaten. Dies ist aus britischer Sicht nachvollziehbar, könnte allerdings die Verhandlungen mit der EU erschweren.

Fazit: Weiterhin zielt das Vereinigte Königreich auf eine weitreichende Handelsvereinbarung mit der EU, die eine eingeschränkte Freizügigkeit beinhalten soll. Die britische Regierung weist erneut darauf hin, in Sachen Sicherheits- und Verteidigungspolitik mit der EU zusammen arbeiten zu wollen. Das „Ukraine Plus“-Modell (siehe cepAdhoc vom 24. Januar 2017) kristallisiert sich daher weiterhin als Ziel der britischen Verhandlungsstrategie heraus. Angesichts der handelspolitischen, fiskalischen und sicherheitspolitischen Interessen der EU könnte dies eine realistische Basis für das zukünftige Verhältnis zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU sein.

Subjektive Zuversicht hat Einfluss auf Lernerfolg

Lernen ohne äußeres Feedback
Subjektive Zuversicht hat Einfluss auf Lernerfolg

Probanden lösen Wahrnehmungsaufgaben: Die eigene Zuversicht über die Orientierung eines visuellen Reizes aktiviert hierbei eine Gehirnregion im limbischen System. Copyright Charité
Probanden lösen Wahrnehmungsaufgaben: Die eigene Zuversicht über die Orientierung eines visuellen Reizes aktiviert hierbei eine Gehirnregion im limbischen System. Copyright Charité

Berlin, 04.04.2016 Lernprozesse werden durch Belohnung von außen beeinflusst und verstärkt. Wie Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin nun zeigen, kann das Gehirn aber auch selbst ein eigenes Feedback erzeugen. Wie der Mechanismus dieser selbst generierten Rückkopplungssignale funktioniert, beschreiben die Neurowissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift eLife*. Lernprozesse mit und ohne Feedback weisen demnach deutliche neurobiologische Parallelen auf.

Lernen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Nur manchmal erhalten wir dabei äußeres Feedback über unsere Leistungen. Wie Lernprozesse auch ohne Feedback zustande kommen, haben nun Forscher um Prof. Dr. Philipp Sterzer von der AG Visuelle Wahrnehmung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité anhand von Signalen im Gehirn untersucht. Mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie konnten die Wissenschaftler die neuronale Aktivität im Gehirn gesunder Probanden messen, während diese schwierige Wahrnehmungsaufgaben zu lösen hatten. Statt Feedback über ihre Leistung zu erhalten, sollten die Probanden angeben, wie zuversichtlich sie bezüglich der Wahrnehmung eines optischen Reizes und dessen genauen Eigenschaften waren.

„Unsere Experimente zeigen, dass die Hirnaktivität beim Lernen aus Zuversicht deutliche Parallelen zum Lernen mit äußerem Feedback aufweist“, sagt Dr. Matthias Guggenmos, Erstautor der Studie. Frühere Untersuchungen zu äußerem Belohnungsfeedback haben gezeigt, dass die Hirnaktivität von Probanden zu Beginn einer Aufgabe die eigene Vorhersage über die erwartete Belohnung wiederspiegelt. Nach dem Erhalt der Belohnung weist sie dabei einen sogenannten Vorhersagefehler aus, wenn die Belohnung beispielsweise höher ausfällt, als erwartet. Tatsächlich konnten die Forscher in der aktuellen Studie ein identisches Muster beim Lernen ohne Feedback ausmachen. In diesem Fall gilt allerdings das Vorhersagesignal im Gehirn dem Maß der eigenen Zuversicht. Kommt es zu einem Vorhersagefehler, gilt die Überraschung der Diskrepanz zur tatsächlich erfahrenen Zuversicht. „Diese umfassende Parallele wirft die Möglichkeit auf, dass subjektive Zuversichtlichkeit, ähnlich wie Belohnung, ein generelles Lernsignal ist und auch bei anderen Formen des Lernens ohne Feedback eine wichtige Rolle spielt, beispielsweise bei Schulaufgaben“, so Dr. Guggenmos.

Ausgangspunkt der aktuellen Untersuchung war die Hypothese, dass das Gehirn in der Lage sein könnte, sich selbst Feedbacksignale zu erzeugen, wenn keine Signale von außen verfügbar sind. „Unsere Annahme war, dass die subjektive Zuversichtlichkeit bezüglich der eigenen Wahrnehmung ein Maß für selbsterzeugtes Feedback sein könnte“, erklärt Dr. Guggenmos. „Die allgemeine Idee ist hierbei, dass das Gehirn Wahrnehmungsprozesse verstärkt, die mit hoher Zuversichtlichkeit verbunden sind, und solche vermeidet, die zu niedriger Zuversichtlichkeit führen“, ergänzt der Wissenschaftler. Tatsächlich konnte das Forscherteam die Antworten der Versuchsteilnehmer durch ein mathematisches Modell erklären, bei dem äußeres Feedback durch subjektive Zuversichtlichkeit ersetzt wurde. Weiterhin zeigte sich über Probanden hinweg ein systematischer Zusammenhang zwischen der Stärke des gemessenen neuronalen Zuversichtlichkeitssignals und dem tatsächlichen Lernerfolg in der Wahrnehmungsaufgabe. Dieser Zusammenhang liefert damit ein Indiz dafür, dass das Zuversichtlichkeitssignal tatsächlich einen messbaren Einfluss auf Lernen durch Wahrnehmung nimmt.

*Matthias Guggenmos, Gregor Wilbertz, Martin N. Hebart, Philipp Sterzer. Mesolimbic confidence signals guide perceptual learning in the absence of external feedback. Elife. 2016 Mar 29. doi: 10.7554/eLife.13388. http://elifesciences.org/content/5/e13388v1

Studierende deutschsprachiger Universitäten verhandeln um die Wette

Battle of Universities – Studierende deutschsprachiger Universitäten verhandeln um die Wette

Universitäten Hohenheim und Potsdam rufen Verhandlungswettbewerb vom 18. – 29. April 2016 aus / Bewerbung ab sofort
Wer gut verhandeln kann, schlägt aus vielen Situationen Vorteile heraus. Die Universitäten Hohenheim und Potsdam laden deshalb Studierende aller Fachrichtungen bei dem Battle of Universities an den Verhandlungstisch. Zwischen dem 18. und dem 22. April 2016 treten die Teilnehmenden je 60 Minuten online gegeneinander an. Die zehn Besten reisen am 29. April zum Finale nach Potsdam. Zu gewinnen gibt es Preisgelder im Wert von 1000 Euro und ein Zertifikat der Negotiation Academy Potsdam, die auch eine Außenstelle an der Universität Hohenheim in Stuttgart hat. Anders als in den vergangenen Jahren treten die Studierenden dieses Mal nicht im Zweierteam sondern allein an. Anmeldung bis 13. April 2016 unter www.battle-of-universities.de

Ein Student möchte umziehen, ist sich mit seinem Nachmieter aber noch nicht einig: Wer zahlt ab wann die Miete? Wer streicht die Wohnung? Welche Möbel werden übernommen, und welche Abnahmesumme soll dafür gezahlt werden? Um diese konkrete Alltagssituation geht es in der ersten Runde des Wettstreits, die online ausgefochten wird.

Zwischen dem 16. März und 13. April 2016 melden sich die Teilnehmenden auf der Wettbewerbs-Homepage an. Hier können die Zeitslots, in denen sich die Studierenden zwischen dem 18. und 22. April 2016 im Chat einem Gegner stellen, selbstständig gewählt werden. Die Unterlagen zur Verhandlungssimulation werden vorher zugesandt. So können sich auch Studierende aus nicht-wirtschaftlichen Studiengängen in die Thematik einarbeiten.

Der Sieger wird nicht von einer Jury ermittelt, sondern anhand der Ergebnisse, erklärt Mitveranstalter Prof. Dr. Voeth, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing und Business Development an der Universität Hohenheim und Direktor des Hohenheimer Standorts der Negotiation Academy Potsdam: „Während der nicht-öffentlichen Verhandlung wird alles im Chat protokolliert und das Ergebnis in einem Vertrag festgehalten. Wer am Ende finanziell besser dasteht, hat gewonnen.“ Auch im Finale, das am 29. April in Potsdam stattfindet, zählt nur das Ergebnis der Verhandlung, nicht aber rhetorische Tricks und schöne Worte.

„In der Wirtschaft, aber auch in vielen anderen Bereichen, kann eine gut geführte Verhandlung den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachen“, sagt Prof. Dr. Uta Herbst von der Universität Potsdam. Die Inhaberin des Lehrstuhls für Marketing II organisiert den Verhandlungswettbewerb bereits zum vierten Mal, gemeinsam mit dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Markus Voeth von der Universität Hohenheim. Beide gründeten 2013 die Negotiation Academy Potsdam, die seit diesem Jahr einen zweiten Standort an der Universität Hohenheim hat.

Bislang ist Verhandlungsführung an den wenigsten deutschen Hochschulen ein Teil des Curriculums. In einer aktuellen Studie, die Prof. Dr. Herbst und Prof. Dr. Voeth im Harvard Business Manager veröffentlicht haben, gaben 70 Prozent der 342 befragten Führungskräfte aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen an, dass sie das Verhandeln nicht im Studium oder der Ausbildung gelernt haben, sondern sich „on the job“ aneignen mussten. 79 Prozent waren der Meinung, dass sich eine Beschäftigung mit der Thematik zu Studienzeiten für sie gelohnt hätte.

Links:

Informationen zum Battle of Universities: http://www.battle-of-universities.de/

Kreativität kommt nicht im Schlaf

Schlaf fördert das Gedächtnis, aber nicht die Kreativität beim Lösen von Problemen

 

Kreativtage in Bad Reichenhall 2014
Aufgenommen bei den Kreativtagen in Bad Reichenhall 2014

Studie gibt Hinweis auf grundlegende Funktion des Schlafs / Publikation im Fachjournal Sleep

Wer schläft, stärkt dabei zwar das Gedächtnis, nicht aber das kreative Denken. Das zeigen Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Freiburg in einer Studie, die am 1. März 2016 im Fachjournal Sleep veröffentlicht wurde. Sie untersuchten bei Probanden, ob im Schlaf Erinnerungen nur gefestigt oder auch mit anderen Gedächtnisinhalten neu vernetzt werden. Letzteres gilt als Voraussetzung für kreatives Denken. Im Experiment zeigten Probanden mit Nachtschlaf zwar das beste Erinnerungsvermögen. Erstaunlicherweise war aber die Gruppe mit Schlafentzug sogar etwas kreativer als die ‚Schläfer‘. Die Studie widerlegt damit die Annahme, dass kreative Prozesse im Schlaf besonders intensiv ablaufen. Das spricht  dafür, dass Gedächtnisfestigung und Neuorganisation von Erinnerungen unabhängige Prozesse sind, bei denen die Gedächtnisstärkung im Schlaf Vorrang hat.

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Christoph Nissen, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg, untersuchten bei insgesamt 60 Probanden, wie kreativ sie beim Lösen von Aufgaben waren. Dies geschah mit einem etablierten Assoziationstest, da assoziatives Denken eine wesentliche Grundlage für kreative Prozesse ist. In 60 Durchgängen sollten sie zu drei vorgegebenen Begriffen (etwa „Flocke – Eule – Besen“) ein Lösungswort finden, das jedes der drei Wörter sinnvoll ergänzt („Schnee“). Direkt nach der Antwort erfuhren die Testpersonen, ob diese korrekt war oder nicht. Das erlaubte den Probanden, die Antworten in der Folge zu speichern und zu verarbeiten. Eine Gruppe führte den Test abends durch und schlief danach im Schlaflabor. Die zweite Gruppe führte den Test ebenfalls abends durch, durfte aber bis zum nächsten Morgen nicht schlafen. Eine dritte Gruppe machte den Test morgens und verbrachte dann einen normalen Tag. Nach acht Stunden wiederholten alle Probanden den Test. Anteil und Geschwindigkeit der wiederholt richtigen Antworten galten als Maß für die Gedächtnisleistung. Die Zahl und Geschwindigkeit der im zweiten Durchgang erstmals richtigen Antworten wurden als Maß für assoziatives und kreatives Denken gewertet.

Gedächtnis-Festigung statt Gedächtnis-Neuordnung

Wie vermutet erinnerten sich die ‚Schläfer‘ im zweiten Durchgang am besten und am schnellsten an die acht Stunden zuvor gegebenen richtigen Antworten. Sie waren aber nicht besser darin, für bislang ungelöste Begriffe korrekte Antworten zu finden. „Unsere Studie zeigt klar: die kreative Verarbeitung von Informationen ist im Schlaf nicht stärker als im Wachzustand“, sagt Prof. Nissen. Tatsächlich fanden die Nachtaktiven sogar etwas schneller neue, richtige Antworten als die anderen beiden Gruppen. „Unabhängig davon hilft es natürlich, ausgeschlafen zu sein, um wieder neu leistungsfähig zu sein“, stellt Prof. Nissen klar.

Die nun veröffentlichten Erkenntnisse widersprechen  einer Reihe bisheriger Studien, die eine kreative Neuorganisation von Informationen im Schlaf gefunden hatten. Während bislang meist recht einfache Denkvorgänge untersucht wurden, gilt aber assoziatives Denken als höchste Form des kreativen Denkens. „Vermutlich hat Schlaf umso weniger Einfluss auf die kreative Verarbeitung von Informationen, je komplexer die Aufgabe ist“, sagt Prof. Nissen.

Kreatives Denken als Nebenprodukt?

Die Studie gibt damit auch wichtige Hinweise auf die grundsätzliche Funktion von Schlaf. „Aus evolutionärer Sicht dürfte entscheidend sein, dass Erinnerungen im Schlaf gefestigt werden und weniger, dass unterschiedliche Inhalte neu vernetzt werden“, sagt Prof. Nissen. Weitere Studien sollen nun die klinische Bedeutung der Ergebnisse, etwa für die Psychotherapie, erforschen.

Originaltitel der Arbeit: Sleep Strengthens but does Not Reorganize Memory Traces in a Verbal Creativity Task

Link zur Studie: www.journalsleep.org/ViewAbstract.aspx?pid=30497