Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit

„Muss ich da drangehen?“

Fünf IT-Unternehmen erproben neue Spielregeln für den Umgang mit Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit

Foto: Sandra Meyndt
Etwa jeder Vierte liest regelmäßig außerhalb der Arbeitszeit dienstliche E-Mails. Foto: Sandra Meyndt

Abends und am Wochenende E-Mails checken und im Urlaub dienstliche Telefonate führen: Eine Vielzahl an Studien hat nachgewiesen, dass dies Risiken für das Wohlbefinden von Beschäftigten birgt. Doch welche Eigenschaften von Erreichbarkeit führen eigentlich zu diesen Folgen? Ein Forschungsteam der Universität Freiburg und des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung München haben im Projekt „MASTER – Management ständiger Erreichbarkeit“, gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und fachlich begleitet von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Antworten auf diese Frage gefunden: Erreichbarkeit kann dann ein Problem für die psychische Gesundheit von Beschäftigten werden, wenn die Arbeitsmenge so hoch ist, dass sie in der eigentlichen Arbeitszeit nicht zu schaffen ist oder wenn Beschäftigte auch außerhalb der Arbeitszeit Verantwortung für Zwischenfälle im Unternehmen beziehungsweise beim Kunden übernehmen. Die Ergebnisse sowie praktische Handlungshilfen werden am 20. Juni 2017 bei der Tagung „Irgendwie, irgendwo, irgendwann – Ständige Erreichbarkeit im Kontext von Arbeit und Gesundheit gestalten“ in München vorgestellt. Informationen und Anmeldung: http://erreichbarkeit.eu/tagung

Das Forschungsteam hat in Workshops mit Beschäftigten aus fünf IT-Unternehmen Spielregeln zum Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien entwickelt. Bei den Unternehmen erwiesen sich jeweils unterschiedliche Gestaltungsansätze als zielführend, bei einer Sache waren sich allerdings alle einig: „Abends, am Wochenende oder im Urlaub muss man keine Anrufe entgegennehmen oder E-Mails lesen, es sei denn, Rufbereitschaft ist explizit vereinbart“, sagt die Wirtschaftspsychologin Dr. Nina Pauls von der Universität Freiburg. Somit konnten in den Workshops Empfehlungen für die Beschäftigten im Umgang mit E-Mails in Randzeiten getroffen werden. „Wir haben diskutiert, wie sich das E-Mail-Aufkommen reduzieren lässt und beschlossen, dass vor dem Versenden einer E-Mail berücksichtigt werden sollte, an wen die Nachricht gehen soll und an wen nicht. So kann unnötiger Arbeitsaufwand vermieden werden“, so Pauls. „Es wurde außerdem vereinbart, sensibler mit dem Sendezeitpunkt sowie der Auswahl des Mediums umzugehen und sich vor einer Kontaktaufnahme zu überlegen, ob eine E-Mail, ein Anruf oder eine Textnachricht der schnellste Weg zur Lösung eines Problems ist.“ Die Spielregeln beantworten Fragen, die sich viele Beschäftigte in Unternehmen stellen. „Gerade neuen Mitarbeitern ist häufig nicht klar, ob sie in ihrer Freizeit auf Anfragen von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden reagieren müssen“, sagt Corinna Heist, Betriebsrätin der kühn & weyh software GmbH, einem der Projektpartner von MASTER. „Diese Unklarheit führt dazu, dass Kollegen dann eben doch am Wochenende E-Mails beantworten, obwohl der Absender das gar nicht erwartet.“

Eine Mitarbeiterbefragung Anfang 2017 zeigte, dass die Spielregeln in den beteiligten Unternehmen etwas bewegt haben. „Gerade die Beschäftigten, die sich an den Projektaktivitäten beteiligten, haben von den Vereinbarungen profitiert. Sie gehen bewusster mit Erreichbarkeit um, sind emotional weniger belastet und nutzen vermehrt die Potenziale der Erreichbarkeit für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf“, sagt der Wirtschaftspsychologe Dr. Christian Schlett von der Universität Freiburg. „Es wird aber auch deutlich, dass ein Umdenken Zeit benötigt und für eine unternehmensweite Durchdringung alle Beschäftigten und Führungskräfte zu beteiligen sind.“

www.erreichbarkeit.eu

Vom Geflüchteten zum Mitarbeiter

Vom Geflüchteten zum Mitarbeiter – Informationsveranstaltung für Arbeitgeber

titel-ablaufEine Initiative von Herder Verlag, Allert + Martin und Hinken Consulting

Mittwoch, 16. November 2016, 16.00 bis 20.00 in Freiburg

Geflüchtete zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen, stellt eine große gesellschaftliche Herausforderung dar. Viele Unternehmen sind bereit, Geflüchtete bei entsprechender Qualifizierung einzustellen. Dabei stehen leider immer wieder widersprüchliche Vorschriften und viel Bürokratie im Weg.

Aus diesem Grund hat sich unsere Initiative entschlossen, Orientierung und Hilfestellung sowohl für Geflüchtete als auch für Unternehmen im Südwesten zu geben.

Im Vordergrund steht das Matching zwischen Geflüchteten, die eine Arbeit suchen und Untenehmen, die dringend Arbeitskräfte brauchen.

Mit gutem Willen, Engagement und viel Verständnis für eine andere Kultur, können beide Seiten davon profitieren.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir interessierte Unternehmen, sich rechtzeitig anzumelden.

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Wir danken unseren Sponsoren:

Ingenieurgruppe Freiburg GmbH
www.igf-info.de

Holger Warzecha
http://www.warzecha-formgeberei.de

Wehrle Medienproduktion UG
www.wehrle-mp.de

Zwei interessante Bücher zum Thema

978-3-451-06933-8_2cmyk 978-3-451-37598-9_2cmyk

 

Flüchtlinge – Berufliche Qualifikationen einschätzen und anerkennen

Sie möchten eine Beitrag leisten zur Integration von Flüchtlingen? Oder liegt Ihnen bereits eine Bewerbung eines Flüchtlings vor und Sie wissen nicht, wie Sie die Qualifikation dieser Bewerberin bzw. dieses Bewerbers einschätzen sollen?

Antworten auf diese Fragen finden Sie im BQ-Portal. Wir bieten Informationen zu den Berufsbildungssystemen und Berufsqualifikationen der Flüchtlingsherkunftsländer, die Ihnen dabei helfen, sich selbst ein besseres Bild von den Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen Ihrer Bewerberinnen und Bewerber zu machen.

Mithilfe unserer Ländersteckbriefe können Sie sich schnell und unkompliziert einen ersten Überblick zu den jeweiligen Flüchtlingsherkunftsländern verschaffen: Sie finden hier Informationen zum Bildungsstand in den Ländern, zur Zuwanderung nach und Integration in Deutschland, den wichtigsten Charakteristika der jeweiligen Berufsbildungssysteme sowie Erfahrungsberichte über die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen durch das Anerkennungsverfahren.

Syrien

Irak

Iran

Afghanistan

Pakistan

In unseren Länderprofilen erhalten Sie detaillierte Auskünfte über Aufbau, rechtliche Grundlagen und länderspezifische Besonderheiten des jeweiligen Bildungssystems. In den Berufsprofilen erfahren Sie wiederum die wichtigsten Inhalte der jeweiligen Berufsausbildung und Auskünfte zur Abschlussart, Ausbildungseinrichtung u.v.m.

Viele Flüchtlinge bringen bereits eine berufliche Ausbildung oder Berufserfahrung mit und sind hoch motiviert, sich hier in Beruf und Gesellschaft zu integrieren. Dabei haben sie verschiedene, individuell passende Möglichkeiten ihre beruflichen Qualifikationen in Deutschland feststellen und anerkennen zu lassen. Wie Sie als Unternehmen Flüchtlinge bei der Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen unterstützen und davon profitieren können, erfahren Sie in dieser übersichtlichen Grafik:

grafik_kmuKompetenzfeststellung und Anerkennung von beruflichen Qualifikationen bei Flüchtlingen: Möglichkeiten der Unterstützung und Vorteile für Unternehmen

Außerdem informieren wir Sie über das formale Anerkennungsverfahren für Fachkräfte mit ausländischem Berufsabschluss. Weiterhin können Sie sich mithilfe unserer Praxisbeispiele ein konkretes Bild davon machen, welchen Mehrwert das Anerkennungsverfahren für Sie als Unternehmen hat und wie Sie es unterstützen können.

Weiterführende Informationen zur Beschäftigung von Flüchtlingen

Auf der Webseite www.kofa.de/fluechtlinge finden Sie alle Informationen rund um die Themen Praktika, Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung hilft Ihnen Chancen und Potenziale zu nutzen. Oft sind zunächst Sprachkurse und Qualifizierungen nötig. Doch Berichte aus der Praxis zeigen: Für Unternehmen und Flüchtlinge kann sich der gemeinsame Weg lohnen. Viele von diesen Praxisbeispielen finden Sie ebenfalls auf der Webseite

 

Zur Stärkung der dualen Ausbildung hat die Bundesregierung Ende 2014 mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit und der Länder gemeinsam die Allianz für Aus- und Weiterbildung ins Leben gerufen. Über eine neue Website bietet diese kompakt Informationen über zentrale Themenfelder und Maßnahmen, auch für Flüchtlinge, sowie über die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung.

 

Das NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge ist eine Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium. Bereits 337 Unternehmen haben sich darin zusammengeschlossen. Das Netzwerk bietet seinen Mitgliedern: Informationen zu Rechtsfragen, Integrationsinitiativen und ehrenamtlichem Engagement; Praxis-Tipps zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung; Gute Beispiele, Erfahrungsaustausch und Kooperationen

BroschüreInformationen rund um den Themenbereich Einstellung von Flüchtlingen finden Sie in dem Leitfaden „Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung“ vom DIHK. In 8 Kapiteln werden die Themen Aufenthaltsstatus und Aufenthaltsdauer, Beschäftigung, Ausbildung, Praktikum, Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Sprachförderung, Integration vor Ort sowie Unterstützung der IHK-Organisation beleuchtet. Neben grundlegenden rechtlichen Informationen finden die Leser in dem Leitfaden praktische Tipps, Übersichtsgrafiken, weiterführende Infos und Ansprechpartner. Wichtige Begriffsdefinitionen sind ebenso enthalten wie die wesentlichen Rechtsgrundlagen, die für die Erstellung des Leitfadens herangezogen wurden.

 

Immer im Dienst

Arbeitszeiten

Die Psychologin Nina Pauls entwickelt Ansätze zur Gestaltung dienstlicher Erreichbarkeit

Foto: Sandra Meyndt
Etwa jeder Vierte liest regelmäßig außerhalb der Arbeitszeit dienstliche E-Mails. Foto: Sandra Meyndt

Etwa jeder Vierte liest regelmäßig außerhalb der Arbeitszeit dienstliche E-Mails, fast jeder Fünfte muss dienstliche Angelegenheiten im Privatleben erledigen: „Neue Medien wie Smartphones oder Tablets ermöglichen, dass wir auch für unsere Arbeit immer und überall erreichbar sind“, erklärt Dr. Nina Pauls. „Um negativen Auswirkungen von arbeitsbezogener Erreichbarkeit vorzubeugen und Potenziale nutzen zu können, müssen Lösungsansätze entwickelt werden, die Interessen von Beschäftigten und Unternehmen gleichermaßen berücksichtigen.“

Ein Team um die Freiburger Psychologinnen Pauls und Dr. Barbara Pangert führt Gespräche mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, um ein genaues Bild von Erreichbarkeit aus Sicht aller Führungs- und Beschäftigtenebenen im Unternehmen zu erhalten. Ausgehend von diesem fallbezogenen Wissen über jedes der beteiligten Unternehmen entwickeln sie vor Ort gemeinsam mit den Teams Leitlinien für die Erreichbarkeit.

Pauls ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Wirtschaftspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Freiburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die psychische Gesundheit bei der Arbeit und die Anforderungen moderner Arbeitswelten.

Immer im Dienst

Forscher entwickeln Ansätze zur Gestaltung arbeitsbezogener Erreichbarkeit mit Beschäftigten und Unternehmen

„Wir führen Gespräche mit Expertinnen und Experten sowie Beschäftigteninterviews, um ein genaues Bild von Erreichbarkeit aus Sicht aller Führungs- und Beschäftigtenebenen im Unternehmen zu erhalten“, erklärt Pauls. „Ausgehend von diesem fallbezogenen Wissen über jedes der beteiligten Unternehmen entwickeln wir vor Ort gemeinsam mit den Teams Leitlinien für die Erreichbarkeit.“ Dass das notwendig ist, zeigen frühere Ergebnisse der Arbeitsgruppe: Eine Studie im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie eine repräsentative Befragung in Zusammenarbeit mit der Initiative Gesundheit und Arbeit haben gezeigt, dass ständige Erreichbarkeit immer mehr Konflikte zwischen Arbeit und Privatleben auslöst und negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat. Eines der Kooperationsunternehmen ist der Software-Hersteller kühn & weyh aus Freiburg. „Wir stehen in engem Kundenkontakt. Bei Ausfällen und Störungen müssen wir auch kurzfristig erreichbar sein und die Kunden unterstützen“, berichtet Matthias Abel, Geschäftsführer von kühn & weyh. „Wir möchten im Projekt mehr über die Auswirkungen von Erreichbarkeit erfahren und dazulernen, was wir besser machen können.“

Nun hat das Team die erste Projektphase abgeschlossen und wertet die Interviews aus. Bereits jetzt zeige sich, dass Erreichbarkeit ein vielfältiges Phänomen ist, das je nach Tätigkeit, Ausmaß und Konsequenzen unterschiedlich wahrgenommen wird und hohe Anforderungen an die Beschäftigten stellt. Diese Erkenntnisse will die Gruppe im nächsten Schritt mit Befragungen absichern. Alle Beschäftigten erhalten die Möglichkeit, sich zu beteiligen. „Es gibt bereits Ansätze in Unternehmen, die Erreichbarkeit zu reduzieren. Server werden abgeschaltet oder E-Mails automatisch gelöscht“, erklärt Pangert. „Dies verhindert aber auch die Nutzung von Potenzialen, die die Erreichbarkeit für die Work-Life-Balance bieten kann.“ 2016 wollen die Forscherinnen und Forscher Leitlinien zum Management ständiger Erreichbarkeit mit betroffenen Teams erarbeiten und erproben.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert das Vorhaben im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) für drei Jahre. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin begleitet das Projekt fachlich. Ein Netzwerk von Transferpartnern aus Verbänden, Gewerkschaften und Krankenkassen unterstützt die Verbreitung der Projektergebnisse in der betrieblichen Praxis.

 

Das leidige Problem mit Veränderungen

Management by Internet

        Neue Führungsmodelle für Unternehmen in Zeiten der digitalen Transformation

Management-by-Internet_2D_300dpi_rgb_5127 Das leidige Problem mit Veränderungen, wer kennt es nicht.

In vielen Unternehmen und Organisationen ist man inzwischen sehr skeptisch, wenn vom Board die Ankündigung kommt, dass große Veränderungen geplant sind.

Siemens ist dafür das Paradebeispiel. Steht ein Wechsel in der Chefetage an, dann können die Siemens-Mitarbeiter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es bald eine neue Unternehmensstrategie geben wird.

Mitarbeiter bleiben, Führungskräfte wechseln. Da bleibt es nicht aus, dass viele Mitarbeiter eine stetig nachlassende Begeisterung für Veränderungen im Unternehmen zeigen.

Mit vielen Widerständen von Arbeitnehmerseite müssen auch Unternehmen rechnen, die einen Ausweg aus einer schweren Krise finden müssen, stellt Willms Buhe fest.

Neue Technologien lassen sich leicht finden, aber das Denken und Verhalten von Mitarbeitern zu ändern, ist viel schwieriger.

Laut einer Gallup-Umfrage in 2013 fühlen sich nur 16 % der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen mit ihrem Arbeitgeber verbunden. Im Umkehrschluss heißt dies, dass 84 % der Mitarbeiter keine intrinsische Motivation verspüren. Sie machen ihren Job, weil sie das Geld brauchen, nicht weil sie es gerne tun. Eine Veränderung ist in naher Zukunft nicht zu erwarten. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Mitarbeiter und Führungskräfte heute oft einem enormen Druck ausgesetzt sind. Das Motto lautet nicht selten: Schneller, weiter, höher !

 Der Globalisierungseffekt wird durch das Internet verstärkt und verschärft.

Die Konsequenz einer weltweiten Ausschreibung sind immer billiger werdende Angebote. Um den Profit schnellstmöglich zu steigern, werden Aufträge immer öfter in Billiglohnländer vergeben. In der Folge werden Mitarbeiter in den teuren Industriestaaten arbeitslos. In den Führungsetagen großer Unternehmen werden derartige Folgeerscheinungen ausgeblendet. Wie lange das noch funktionieren wird, ist fraglich.

Es gibt schon heute nur wenige Modelle, die sich auf viele Unternehmen in Sachen Führung übertragen lassen. In Zukunft wird sich das noch weiter verschärfen.

Auch „Management by Internet“ wird nicht das letzte Modell sein, das in  die Führungsetagen ein- und wieder auszieht.

Dem Vernetzungsgedanken wird sich niemand langfristig entziehen können. Schon heute weiß man, dass durch Vernetzung auch klassische Prozesse besser werden. Große Veränderungen gibt es im Projektmanagement. Hier werden traditionelle Projektmanager und die Angehörigen der „New Work“ gemeinsam einen praktikablen Weg finden müssen, um den Herausforderungen heute und in Zukunft gewachsen zu sein.

Auch hier ist der Faktor Zeit das größte Hemmnis. Es ist hinreichend bekannt, dass Veränderungen im großen Stil Zeit benötigen, aber genau die steht für die Umsetzung von Projekten immer weniger zur Verfügung. Die Folgen können wir teilweise heute schon erleben. Viele Produkte sind nicht ausgereift, wenn sie auf den Markt kommen. Folgeschäden und –kosten trägt die Gemeinschaft.

Willms Buhse fordert z. B. von den deutschen Autobauern, dass sie ihre bisher praktizierten Verfahren hinterfragen und dort, wo es sinnvoll ist, um partizipative, vernetzte Elemente und einen strategischen Umgang mit der Offenlegung von Informationen ergänzen sollten, damit sie kostengünstiger, schneller und kundennäher werden. Wenn Teile der Arbeit von der Netz-Community kostenlos erledigt werden, stellt sich die Frage, welche Folgen das für die Mitarbeiter der Automobilindustrie langfristig hat? Hier bleibt der Autor die Antwort schuldig.

Fazit:

„Management by Internet“ ist ein lesenswertes Buch – nicht nur für Manager.

Willms Buh

se hat selbst praktiziert, was er beschreibt. Seine Erfahrungen, Einblicke und das Kennenlernen der Grenzen in der Umsetzung vermitteln dem Leser ein ausgewogenes Bild, was „Management by Internet“ heute bedeutet.

Testergebnis: Ria Hinken
Testergebnis: Ria Hinken

Am Ende des Buches können Sie überprüfen, ob Sie ein Digital Leader sind. Den Test finden Sie auch online unter: (www.doubleyuu.com/leadership-assessment.

Ria Hinken

Management by Internet

Buhse, Willms

240 Seiten, gebunden/Schutzumschlag

ISBN: 9783864701726 Plassen Verlag

Erschienen am 10. Juni 2014, Hardcover 24,99 €,  eBook 19,99 €