Friedvoller Schwertkampf für Eltern und Kinder

Friedvoller Schwertkampf

Hans Hinken in Aktion  Foto ©Miroslav Dakov
Hans Hinken in Aktion
Foto ©Miroslav Dakov

Beim friedvollen Schwertkampf begegnen sich Vater/
Mutter und Kind auf besondere Weise: Sie sind gleich-
wertige Partner, in einem neuen Spiel mit neuen Regeln.
Gerade vor dem Hintergrund, dass Eltern und Kinder
heute oft wenig Zeit für- und miteinander haben, ist der
friedvolle Schwertkampf eine intensive Begegnungsform
und Herausforderung für beide Seiten, sich gegenseitig
zu erfahren und neu zu entdecken. Wenn Emotionen ins
Spiel kommen, sind Eltern wie Kinder durch die Spiel-
regeln geschützt und experimentierfähig. Trainiert wird
mit Stock und Bokken, dem japanischen Holzschwert
(wird zur Verfügung gestellt). – Für Mütter/Väter mit Kin-
dern zwischen 8 und 12 Jahren.


Kurs-Nummer: 106.316
Sa, 26.11., 10.00-17.00 Uhr
VHS im Schwarzen Kloster, Theatersaal

Eltern – Kind – Samstag am 26.11.2016 bei der VHS Freiburg. Im Programm Seite 18  http://vhs-freiburg.de/fileadmin/user_upload/programmheft.pdf

Erhöhtes Burnout-Risiko für Erzieherinnen

Kita-Stress: Viele Erzieherinnen haben ein erhöhtes Burnout-Risiko

Der Kita-Streik hat es einmal mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt: Erzieherinnen werden in Deutschland oft nicht gut bezahlt, und ihrer Arbeit wird vielfach zu wenig Wertschätzung entgegengebracht. „Oft wird übersehen, dass Erzieherinnen ein hohes Maß an Verantwortung tragen und vielfältige berufsspezifische Belastungen bewältigen müssen“, sagt Professor Johannes Jungbauer vom Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie der Katholischen Hochschule Aachen. Wie stark und wodurch Erzieherinnen in ihrem Beruf belastet sind, hat er in einer Studie untersucht, die er in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ vorstellt (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2015).

Für die Erhebung hatten Jungbauer und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Sebastian Ehlen Fragebögen in Kindergärten und anderen Betreuungseinrichtungen verteilt, sowie ins Internet gestellt. Auf diese Weise erreichten sie 834 Erzieherinnen und Erzieher, die anonym die Fragen der an der Universität Köln entwickelten Burnout-Screening Skala (BOSS) beantworteten. Die Skala erfasst körperliche, psychische und psychosoziale Beschwerden, die typischerweise im Rahmen eines Burnout-Syndroms auftreten.

Wie die Auswertung ergab, fühlen sich Erzieherinnen und Erzieher deutlich stärker durch beruflichen Stress belastet als der Durchschnitt der Arbeitnehmer, für die BOSS-Referenzwerte vorliegen. Als Stressursachen gaben die Teilnehmer vor allem einen schlechten Betreuungsschlüssel mit zu großen Gruppen für zu wenige Erzieherinnen an. Der daraus resultierende Zeitdruck und das ständige „Multi-Tasking“ werden als sehr belastend erlebt – eine Situation, die sich weiter verschärft, wenn Kolleginnen krankheitsbedingt ausfallen. Als weitere belastende Faktoren wurden die Elternarbeit und die zunehmende Bürokratisierung des Kita-Alltags genannt.

Mit Zeitdruck und hohen Erwartungen haben auch Angehörige anderer Berufsgruppen zu kämpfen. „Aufgrund der kontinuierlichen Beziehungs- und Gefühlsarbeit ist der Erzieherinnenberuf jedoch psychisch oft sehr fordernd und anstrengend“, erläutert Johannes Jungbauer. Dabei rührt die Belastung offenbar gleichermaßen von der Arbeit mit den Kindern wie von der Elternarbeit her. Denn in der Studie klagten Erzieherinnen in sozialen Brennpunkten trotz schwierigerer Kinder nicht über höhere Stressbelastungen als Erzieherinnen, die in privilegierten Wohnvierteln arbeiteten. „Je gehobener das Wohnumfeld, desto höher sind offenbar die Ansprüche der Eltern und desto stärker der dadurch erlebte Druck“, so die Analyse der Aachener Wissenschaftler.

Der Stress in der Kita bleibt nicht ohne gesundheitliche Folgen – auch das zeigt die Studie: Je größer die Stressbelastung, desto höher ist auch das Risiko für Schlafprobleme, für einen Verlust an Lebensfreude, für die Unfähigkeit abzuschalten und für eine stärkere Infektanfälligkeit. Fast jeder fünfte Teilnehmer weist BOSS-Werte auf, die auf ein stark erhöhtes Burnout-Risiko hindeuten.

Um die Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen substanziell zu verbessern, sei nicht nur eine bessere Personalausstattung erforderlich, so die Studienautoren. Auch Fortbildungen, etwa zur Gestaltung der Elternarbeit, zur Selbstfürsorge oder zur Verbesserung der kollegialen Zusammenarbeit seien sinnvolle Maßnahmen. „Das gibt es nicht zum Nulltarif“, sagt Jungbauer. Investitionen in diesem Bereich zahlten sich aber langfristig aus – nicht zuletzt durch eine verbesserte Betreuungsqualität für die Kinder.
J. Jungbauer und S. Ehlen:
Stressbelastungen und Burnout-Risiko bei Erzieherinnen in Kindertagesstätten: Ergebnisse einer Fragebogenstudie
Das Gesundheitswesen 2015; 77 (6); S. 418-423