Eine Veranstaltung, die Mut macht – Vom Geflüchteten zum Mitarbeiter

Vom Geflüchteten zum Mitarbeiter –

Eine Informationsveranstaltung für Arbeitgeber in der Regio

Sozial- und Kulturbürgermeister Freiburg, Ulrich von Kirchbach Foto: © Hans Hinken
Sozial- und Kulturbürgermeister Freiburg, Ulrich von Kirchbach
Foto: © Hans Hinken

 

Das Interesse war bereits im Vorfeld groß. Obwohl viele interessierte Firmen aus Termingründen nicht teilnehmen konnten, füllten mehr als 60 Personen den Vortragssaal des Herder Verlages in Freiburg.

Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, der die Grußworte der Stadt Freiburg ausrichten sollte, verspätete sich zwar, brachte dafür aber gute Nachrichten mit. Der Gemeinderat hatte der Errichtung der Landeserstaufnahmestelle zugestimmt.

Gerne laden wir Sie zu einer Follow-up Veranstaltung am Dienstag, den 24. Januar 2016 von 16.00 bis 18.00 Uhr ein.
Dieser Termin steht im Einklang mit dem Credo des Informationsabends, wonach es gilt, gemeinsam zu lernen und gute Ansätze zu finden.  mail@hans-hinken.de

Fabio Debus, Gewinner des Start-up-Teens – Award 2016 mit der

App REFASCENT

REFascent
Fabio Debus, Foto: privat

refascentapp-comic-dNach der Begrüßung durch Tanja Martin, eine der Initiatoren, eröffnete Fabio Debus den Reigen der Referenten.

Seine App REFASCENT hat zum Ziel, Geflüchtete und Einheimische miteinander in Kontakt zu bringen. Damit diese Kommunikation gelingt, liefert die App gleichzeitig ein Übersetzungsprogramm in 26 Sprachen. Sie dient sowohl der Hilfe bei der Jobsuche, als auch bei der Integration ins soziale und kulturelle Leben.

Noch auf der Veranstaltung wurde Fabio Debus angeboten, seine App sowohl auf der Website der Stadt als auch auf Firmenwebsites zu präsentieren.

XING Gruppe „Jobsearch for Refugees“ von Ria und Hans Hinken

Ria Hinken Foto: © Hans Hinken
Ria Hinken
Foto: © Hans Hinken

Die Anbahnung von Geflüchteten ins Arbeitsverhältnis hat auch die XING Gruppe „Jobsearch for Refugees“ zum Ziel, die von Ria und Hans Hinken im September 2015 ins Leben gerufen wurde. Aktuell hat die Gruppe 132 Mitglieder. Darunter Geschäftsführer, Personaler und Unterstützer in Firmen.

In Kooperation mit Dennis Bauske vom „Bildungspartner für Südbaden“ und dem Goethe Institut Freiburg wurden Workshops für Geflüchtete durchgeführt, um ihre Präsenz im Netz zu erhöhen. Zur Zeit sind 30 Flüchtlinge registriert, die so direkt von Unternehmen kontaktiert werden können.

Bislang wurden 4 Geflüchtete vermittelt. Einer von ihnen ist der Elektronik-Ingenieur Abdulrahman Abdullah, der von Hans Hinken auf der Veranstaltung interviewt wurde. Er hat vor 2 Wochen sein Praktikum bei der „Ingenieurgruppe Freiburg GmbH“ begonnen und soll im nächsten Jahr eine Festanstellung erhalten.

An seiner Seite stand die ausgebildete, iranische Informatikerin Homa Taheranpoor, die einen Arbeitsplatz sucht. Beide machen große Fortschritte beim Erlernen der deutschen Sprache und fühlen sich in ihrer neuen Heimat ausgesprochen wohl.

Rechtsanwältin für Arbeits- und Migrationsrecht Claudia Vogel

RA Claudai Vogel
RA Claudia Vogel wirft einen prüfenden Blick auf die Unterlagen
Foto: © Hans Hinken

Dass bei der Einstellung von Geflüchteten in hiesige Unternehmen auch der rechtliche Rahmen einzuhalten ist, darauf verwies in ihrem fundierten Vortrag die Rechtsanwältin für Arbeits- und Migrationsrecht Claudia Vogel. Sie betonte, dass selbst geduldete Flüchtlinge eine Chance auf einen sicheren Arbeitsplatz hätten, wenn bestimmte Vorraussetzungen dafür erfüllt sind.

Nach ihrem Vortrag gab sie in Einzelgesprächen wertvolle Tipps und Hinweise an Geflüchtete und Unternehmensvertreter.                                                                          

Brückenfunktion zwischen Unternehmen und Flüchtlingen

durch Sandra Megahed, Integrationslotsin der Südwestmetall

Sandra Megahed
Sandra Megahed
Foto: © Hans Hinken

Der Informationsmarathon wurde fortgesetzt von der Integrationslotsin der Südwest-Metall-Gruppe, Sandra Megahed, die ausführlich von ihren Erfahrungen aus der Praxis berichtete, die sie bei der Vermittlung und Begleitung von Geflüchteten in der Region gesammelt hat.

Sie betonte die Wichtigkeit einer Brückenfunktion zwischen Unternehmen und Flüchtlingen und befürwortete ein Mentoring-Programm, das geeignete Mitarbeiter schult, um die arbeitstechnische und soziale Integration voran zu bringen. Sie verwies auf die „Politik der kleinen Schritte“ und benannte einige Best-Practice-Unternehmen.

Geflüchtete in Ausbildung bei Endress + Hauser

durch Jens Kröger, Leiter der Personalabteilung

Jens Kröger von Endres + Hauser Foto: © Hans Hinken
Jens Kröger von Endress + Hauser
Foto: © Hans Hinken

Einen weiteren Praxis-Beitrag lieferte der Leiter der Personalabteilung, Jens Kröger, als er die Situation der Geflüchteten in Ausbildung bei Endress + Hauser schilderte.

Sein Unternehmen habe 7 Praktikums- und 4 Ausbildungsplätze für Geflüchtete zusätzlich in diesem Jahr eingerichtet.

MindMap
MindMap
© Dr. Artur Hornung

Ein weiterer Schwerpunkt des Engagements gilt einer Gruppe, die nur wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Das brachte ihm von den Anwesenden lautstarken Beifall ein.

Da das Erlernen der deutschen Sprache einen wesentlichen Schritt für die Integration darstellt, bietet sein Unternehmen am Standort Maulburg eine zusätzliche, individuelle Sprachförderung an. Hierfür konnten pensionierte Lehrkräfte gewonnen werden, die von Endress + Hauser bezahlt werden.

Geflüchtete auswählen, integrieren und entwickeln

durch Eva Peters und Tanja Martin von Allert + Martin

MindMap © Dr. Artur Hornung
MindMap
© Dr. Artur Hornung
Eva Peters von Allert + Martin Foto © Hans Hinken
Eva Peters von Allert + Martin
Foto © Hans Hinken

Den letzten Impulsvortrag zum Thema „Geflüchtete auswählen, integrieren und entwickeln“ gestalteten Eva Peters und Tanja Martin, die darauf verwiesen, dass bei der Kontaktaufnahme, Auswahl und Einarbeitung der Geflüchteten ihre individuelle Situation angemessen berücksichtigt werden muss.

Die Kooperation der zuständigen Institutionen und ihrer Mitarbeiter ist dabei unumgänglich, wenn alle gemeinsam die vielfältigen Mauern, die auch als Vorurteile in unseren Köpfen bestehen, abtragen helfen und so eine wesentliche Voraussetzung schaffen, damit Integration gelingen kann.

Bei seiner abschließenden Zusammenfassung verwies Hans Hinken auf die Entwicklung der interkulturellen Kompetenz und Teamfähigkeit, die mit Mut, Offenheit und Respekt auf beiden Seiten gefördert werden muss, damit eine nachhaltige Integration Früchte tragen kann. Mentoring-Programme können dabei eine hilfreiche Einrichtung sein.

Hoher Wissensstand des Publikums bei anschließender, lebhafter Diskussion

Die anschließende, lebhafte Diskussion spiegelte den hohen Wissensstand des Publikums. Wichtige Informationen lieferte auch der Leiter der Agentur für Arbeit, Freiburg, Christian Ramm. Er verwies u. a. darauf, dass 23 seiner Mitarbeiter sich ausschließlich mit der Arbeitsvermittlung von Flüchtlingen und der Beratung von Unternehmen beschäftigen.

Das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ des DIHK Berlin war durch ihren Mitarbeiter Constantin Bräunig vertreten, der aktuelle Zahlen beisteuerte.

Das starke Interesse an der Veranstaltung wurde durch persönliche Ansprache, aber vor allem durch eine starke Präsenz in den sozialen Netzwerken geweckt. Ria Hinken zeigte sich zufrieden, dass ihre Social Media Aktivitäten so zum Erfolg der Veranstaltung beitragen konnten.

Wenn Sie sich beteiligen wollen, finden Sie hier weitere Informationen. Auch für die „Folllow up Veranstaltung“ im Januar 2017

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Der Herder Verlag rundete die Veranstaltung mit einem umfangreichen Büchertisch zum Thema ab.

Hier eine kleine Auswahl:

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